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Deutsche Sprache: Deutsch für Studium und Alltag

Gute Sprachkenntnisse helfen dir dabei, dich in Deutschland wohlzufühlen. Das Sprachniveau muss ausreichen, um einer Vorlesung und der Diskussion in einem Seminar folgen zu können. In den englischsprachigen Studiengängen sind sehr gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.

von: Redaktion

Studierende mit einem Wörterbuch © Hagenguth/DAAD
Studierende mit einem Wörterbuch . © Hagenguth/DAAD

Wie viel Deutsch du können musst, um zum Studium zugelassen zu werden, hängt vom Studiengang und der Hochschule ab. In den englischsprachigen Studiengängen werden meist keine Deutschkenntnisse, dafür sehr gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. In deutschsprachigen Studiengängen gilt: In den kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern benötigst du meistens bessere Deutschkenntnisse als in naturwissenschaftlichen Fächern – vor allem, was die Fähigkeiten Schreiben und Sprechen betrifft.

Das Sprachniveau muss ausreichen, um einer Vorlesung und der Diskussion in einem Seminar folgen zu können. Du musst einen wissenschaftlichen Text verstehen können. Du solltest in der Lage sein, dich sprachlich angemessen über wissenschaftliche Themen zu unterhalten und dich schriftlich mit ihnen auseinandersetzen zu können.

Unter Zulassungsvoraussetzungen findest du mehr zu Deutschkenntnissen und Deutschtests.

Aber nicht nur für das Studium benötigst du Deutschkenntnisse. Selbst wenn du – wie bei englischsprachigen Studiengängen – an der Hochschule mit sehr wenig Deutsch auskommst, ist es sinnvoll, die Sprache des Gastlandes zu lernen. Denn: Gute Sprachkenntnisse helfen dir dabei, dich in Deutschland wohlzufühlen. So wird die Orientierung im Alltag leichter, du kannst intensiver am Leben hier teilnehmen und deutlich besser Kontakte knüpfen.

Facebook-Fan Hasham Munit aus Pakistan mit Trachtenträgern © Hasham Munit/DAAD
Facebook-Fan Hasham Munit aus Pakistan mit Trachtenträgern . © Hasham Munit/DAAD

Dialekte

In Deutschland gibt es, wie wohl in allen Sprachen der Welt, regionale Unterschiede bei der Aussprache oder Satzmelodie. Der Rheinländer spricht anders als der Bayer, der Berliner anders als der Hamburger. Und selbst zwischen einzelnen Dörfern in einer Region gibt es im Deutschen Unterschiede

In den Veranstaltungen an den deutschen Hochschulen wird so gut wie immer Hochdeutsch gesprochen. Aber auch hier kann es sein, dass deine Professoren oder Kommilitonen Dialekt sprechen. Viele Menschen pflegen ihren Dialekt bewusst, weil sie stolz auf die Region sind, in der sie aufgewachsen sind.

Die meisten Menschen bemühen sich, Hochdeutsch mit dir zu sprechen, wenn du kein Muttersprachler bist. Aber es ist vielen Muttersprachlern gar nicht bewusst, dass ihr Deutsch anders klingt als das Deutsch, dass du von den CDs in den Lehrbüchern kennst. Keine Sorge: Du gewöhnst dich schnell an das Deutsch, das in der Region gesprochen wird! Und: Etwas nicht sofort zu verstehen oder nicht direkt verstanden zu werden, ist absolut keine Schande.

Sprachkurse

Es gibt viele Möglichkeiten, in Deutschland Deutsch zu lernen oder dein Deutsch zu verbessern. Die Hochschulen bieten studienbegleitende Sprachkurse an. Deutschlandweit gibt es an Hochschulen viele Sommerkurse, die du für die sprachliche Vorbereitung auf ein Studium nutzen kannst. Sie finden oft zwischen Juni und September statt. Die Sommerkurse zum Deutschlernen werden auf ganz unterschiedlichen Sprachniveaus angeboten. Viele Angebote findest du in der DAAD-Datenbank für Sprach- und Fachkurse.

Mehr zum Deutschlernen findest du unter Deutschkenntnisse.

Sprachtandem

Ein Sprachtandem ist eine tolle Möglichkeit, dein Deutsch zu verbessern. Dabei treffen sich zwei Menschen, die jeweils die Muttersprache des anderen lernen möchten. Du triffst sich regelmäßig und übst gemeinsam mal die eine, mal die andere Sprache. Einige Akademische Auslandsämter, internationale Studierendenorganisationen oder die Studierendenvertretung haben eine Internetseite oder eine Kartei mit Interessenten für Sprachtandems.

Studierende in der Prüfung © Hagenguth/DAAD
Studierende in der Prüfung . © Hagenguth/DAAD

Tests

Das Niveau der Sprachkurse wird in Deutschland nach den Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen angegeben. Es gibt sechs Niveaustufen: vom Anfängerniveau A1 bis zum weit fortgeschrittenen Niveau C2.

Wenn du einschätzen möchtest, wie gut deine Kenntnisse sind, kannst du dich selbst testen. Auf der Internetseite des Goethe-Instituts gibt es einen kurzen, kostenlosen Einstufungstest. Nach Abschluss des Tests erhältst du eine Empfehlung, welches Kursniveau in Frage kommt.

Wenn du dein Niveau genauer bestimmen und auch mit einem Zertifikat nachweisen möchtest, kannst du den Test onSET-Deutsch (früher onDaF) nutzen. Mit diesem Test kannst du auch feststellen, ob das Sprachniveau für einen TestDaF ausreicht. Die Teilnahme am onSET-Deutsch ist für registrierte Flüchtlinge kostenlos. Du kannst den Test an jedem PC mit Internetzugang, also auch bei dir zu Hause, ablegen. Es gibt zwei unterschiedliche Versionen, je nachdem, wie gut deine Deutschkenntnisse schon sind.

Auch für die englische Sprache gibt es einen solchen Test, den onSET-Englisch, der ebenfalls kostenlos abgelegt werden kann.

Für beide Tests ist es wichtig, dass du einen Nachweis über deinen Status als Flüchtling erbringen kannst. Voraussetzung ist eine der folgenden Aufenthaltsformen:

  • Personen mit BÜMA/Ankunftsnachweis (Meldung des Asylgesuchs vor Antragstellung gem. §63a AsylG)
  • Asylbewerber*innen (Laufendes Verfahren – Aufenthaltsgestattung gem. §55 AsylVfG)
  • Geduldete (Vorübergehende Aussetzung der Abschiebung - Duldung gem. §60a AufenthG)
  • Asylberechtigte gem. Art. 16a GG/ GFK (Aufenthalt gem. §25 Abs. 1 AufenthG)
  • Anerkannte Flüchtlinge gem. § 3 AsylVfG (Aufenthalt gem. §25 Abs.2 S.1/1. AufenthG)
  • Subsidiär Schutzberechtigte gem. § 4 AsylVfG (Aufenthalt gem. §25 Abs.2 S.1/2. AufenthG)
  • Personen mit Abschiebeschutz gem. § 60 Abs. 5 und 7 AufenthG (Aufenthalt gem. §25 Abs.3 AufenthG
  • Personen mit Aufenthalt gem. § 22 Sätze 1 und 2, §23 Absätze 1 und 2, § 24 und § 25 Absatz 5 AufenthG
  • Nachgezogene Familienangehörige (Eltern, Kinder, Ehegatten) von anerkannten Asylberechtigten, Flüchtlingen nach der Genfer Konvention und subsidiär Schutzberechtigten haben Zugang zum kostenfreien Verfahren, wenn sie zusätzlich den Aufenthaltstitel des Stammberechtigten (des zuerst eingereisten Familienmitglieds) nachweisen können

Deinen Status kannst du z.B. durch eine Kopie deines Ankunftsnachweises, deiner Aufenthaltsgestattung, deines Aufenthaltstitels oder bald durch eine Kopie des Flüchtlingsausweises nachweisen.

Weiterführende Informationen