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Geisteswissenschaften: Schwerpunkte setzen und Praxiserfahrung sammeln

Ein geisteswissenschaftliches Studium verlangt viel Selbstorganisation, denn das Studium an den deutschen Universitäten ist nicht so stark verschult wie in anderen Ländern. Gute Deutschkenntnisse gehören zu den Voraussetzungen. Es ist sehr wichtig, dass du bereits während des Studiums Schwerpunkte setzt und erste Praxiserfahrungen sammelst.

von: Redaktion

In der Bibliothek © Brüggemann/DAAD
In der Bibliothek . © Brüggemann/DAAD

Allgemeines zum Studium

Von Afrikanischer Philologie bis hin zur Zeitgeschichte – an den deutschen Hochschulen existieren über 6.000 Studiengänge in den Geisteswissenschaften. Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht etwas verwirrend und schwer überschaubar. Die jeweilige Bezeichnung der Studiengänge zeigt oft eine spezifische fachliche Ausrichtung, Akzent- oder Schwerpunktsetzung. Auch bei unterschiedlichen Studiengangsbezeichnungen handelt es sich oft um ähnliche Studienangebote.

In unserer Studiengangsdatenbank findest du Studiengänge in den Geisteswissenschaften.

Wenn du ein Bachelorstudium in den Geisteswissenschaften studieren möchtest, hast du die Wahl zwischen dem Studium eines einzelnen Fachs (Monobachelor) oder einer Kombination mehrerer Fächer (Kombinationsbachelor oder 2-Fach-Bachelor). Bei einem 2-Fach-Bachelor kannst du zum Beispiel Englische Philologie als Hauptfach studieren und ein Neben- oder Zweitfach wählen. Das kann ein weiteres sprach- und kulturwissenschaftliches Fach sein oder ein Studienfach aus anderen Wissenschaftsbereichen, wie zum Beispiel den Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften. Die möglichen Fächerkombinationen unterscheiden sich von Universität zu Universität.

Voraussetzungen

Wenn du in Deutschland Geisteswissenschaften studieren möchtest, solltest du folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Gute Deutschkenntnisse
  • Interesse an deutscher Sprache, Kultur und Literatur
  • Sicherheit in Wort und Schrift
  • Lust am Lesen
  • Gutes Sprachverständnis und Sprachgefühl
  • In den Klassischen Altertumswissenschaften: Kenntnisse in Latein und Altgriechisch

Das Studium an den deutschen Universitäten ist nicht so stark verschult wie in anderen Ländern. Ein geisteswissenschaftliches Studium verlangt viel Selbstorganisation. Am Semesterbeginn musst du aus einem umfangreichen Lehrangebot einen Studienplan zusammenstellen, der die Vorgaben der Studien- und Prüfungsordnung beachtet. Zu deinem Studienalltag gehört es, Lerngruppen zu bilden, Referate vorzubereiten und die nötige Literatur in den unterschiedlichen Bibliotheken zu beschaffen.

Berufseinstieg

Geisteswissenschaftler werden sehr selten explizit in Stellenausschreibungen erwähnt und die meisten Geisteswissenschaften haben kein klar umrissenes Berufsbild. Es ist sehr wichtig, dass du bereits während des Studiums Schwerpunkte setzt und erste Praxiserfahrungen sammelst. Eigeninitiative und Begeisterung für deine Arbeit sind ebenfalls sehr wichtig. Es ist wichtig, dass „ein roter Faden“, also eine klare Linie, in deinem Lebenslauf sichtbar wird.

In fast allen Studiengängen gibt es integrierte Module zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und Praxiskompetenzen. Dazu zählen Orientierungsmodule, berufsbezogene Veranstaltungen, Fremdsprachenunterricht und betriebswirtschaftliches Know-how. Auch Auslandssemester an einer Partnerhochschule, ein Feldforschungsprojekt oder ein Auslandspraktikum sind Bestandteil vieler Studiengänge.

„Geisteswissenschaftler werden in den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen verstärkt nachgefragt. In einer wissensbasierten Arbeitswelt sind ihre disziplinübergreifenden Kompetenzen für die Unternehmen enorm wichtig“, so die Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit, Judith Wüllerich, in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Durch die inhaltliche Breite des geisteswissenschaftlichen Studiums und die problemlösungsorientierte Ausbildung hast du als Absolvent eine große berufliche Flexibilität. Absolventen finden auch häufig in untypischen Branchen und Berufsfeldern eine Beschäftigung. Unter Lektoren oder PR-Leuten finden sich oft Berufsbezeichnungen wie Direktionsassistent Human Resources oder Consultant E-Learning. Auch Handel, Banken sowie Rechts- und Wirtschaftsberatungen sind mögliche Arbeitgeber. Typische Wirtschaftszweige sind Kunst und Kultur, Medien und Verlage sowie Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen.