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Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Wert der Internationalisierung

Weltoffenheit und internationale Erfahrungen erleichtern dir als Absolvent eines wirtschafts- oder sozialwissenschaftlichen Studiengangs den Berufseinstieg erheblich. Ein Jurastudium in Deutschland wiederum ist vor allem dann für dich interessant, wenn du dich gründlich mit dem deutschen Rechtssystem beschäftigen willst. So wirst du nicht nur für deutsche Arbeitgeber interessant: Dein Expertenwissen erhöht auch deine Chancen, in anderen Ländern für internationale Kanzleien tätig zu werden.

von: Redaktion

Junge Referendare vor dem Gebäude des Oberlandesgerichts © Hagenguth/DAAD
Junge Referendare vor dem Gebäude des Oberlandesgerichts . © Hagenguth/DAAD

In den klassischen Studiengängen ist die Ausbildung an deutschen Hochschulen breit angelegt: In der Betriebswirtschaftslehre (BWL) geht es um die Bedingungen, Veränderungen und Abläufe in Unternehmen. Die Volkswirtschaftslehre (VWL) wiederum befasst sich mit ökonomischen Fragestellungen zur gesamten gesellschaftlichen Bandbreite und versucht, die entsprechenden Abläufe und Zusammenhänge zu verstehen. Das Grundstudium der beiden Fächer ist an deutschen Hochschulen oft ganz ähnlich. Du kannst auch eines der vielen englischsprachigen Studienangebote wählen. Ein Nachteil könnte sein, dass du in einem englischsprachigen Studium die deutsche Sprache nicht so gut lernst. Wenn du später in einem deutschen Unternehmen arbeiten möchtest, ist das jedoch wichtig.

Wirtschaftliches Know-how ist vielfach gefragt

Von der Gesundheitswirtschaft bis zum Kulturmanagement kommt heute kaum eine Branche ohne wirtschaftliches Fachwissen aus. Entsprechend vielseitig sind die beruflichen Möglichkeiten für Wirtschaftswissenschaftler. Man findet sie überall, als Betriebsleiter in einem städtischen Unternehmen ebenso wie in den Personalabteilungen von Großbetrieben, in Controlling oder Vertrieb, als freie Berater und im Consulting, als Abteilungsleiter in Konzernen oder als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens. Studiengänge wie Sportökonomie, Verkehrsbetriebswirtschaft oder Management im Gesundheits- und Sozialbereich verbinden wirtschaftliches Know-how mit speziellem Branchenwissen und bereiten dich ganz gezielt auf eine Tätigkeit in entsprechenden Bereichen vor.

Global Player“ wie BMW oder Siemens kennt weltweit jeder. In Deutschland gibt es jedoch auch viele mittelständische Unternehmen, die mit ihren Spezialisierungen Weltmarktführer sind. Nicht zuletzt kleine und mittlere Unternehmen suchen gut ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler mit internationaler Erfahrung. Wie groß der Bedarf ist, zeigt sich auch an den Hochschulen: Etwa zehn Prozent der Studierenden entscheiden sich in Deutschland inzwischen für das Fach Internationale Betriebswirtschaft/Management – doppelt so viele wie für die VWL.

Sehr beliebt sind auch Studiengänge im Bereich Banking & Finance. Hier lernst du, wie international vernetzte Märkte, das Bankengeschäft und die sich ständig wandelnden Finanzmärkte funktionieren. Ganz wichtig: Du solltest dich gerne mit mathematischen und statistischen Methoden beschäftigen, denn sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Studiums.

Sozialwissenschaften

Wovon werden Menschen und Gesellschaften beeinflusst? Von der Wirtschaft natürlich, aber ebenso von Kultur und Politik. In sozialwissenschaftlichen Studiengängen wie der Soziologie und den Politikwissenschaften hast du es fächerübergreifend mit vielen verschiedenen Disziplinen zu tun. Zu Psychologie und Pädagogik gibt es ebenso Berührungspunkte wie zu den Wirtschaftswissenschaften, zu Ethnologie und Geschichte.

Möglichst früh orientieren

Die empirische Forschung ist ein wichtiger Teil des sozialwissenschaftlichen Studiums. Über Befragungen, Beobachtungen oder Messungen werden Aussagen gesammelt und anschließend ausgewertet. Auch hier solltest du deshalb mathematisches Verständnis mitbringen, denn die Statistik gehört zu den Grundlagenfächern. Du lernst in diesem Fach, Informationen zu beschaffen, sie zu strukturieren und darzustellen. Das ist eine der wesentlichen Qualifikationen, auf die Arbeitgeber achten.

Das ist wichtig, denn im Gegensatz zu anderen Fächern wie Medizin oder Naturwissenschaften ist das Berufsbild von Soziologen nicht klar umrissen. Jobmöglichkeiten gibt es jedoch viele: Sozialwissenschaftler arbeiten in der Markt- und Meinungsforschung, für Parteien, Verbände, Stiftungen und Vereine, aber auch im Personalwesen, in der Unternehmensplanung oder im Marketing. Du solltest dich daher möglichst früh orientieren und schon während des Studiums Schwerpunkte setzen, beispielsweise über Praktika oder Zusatzfächer.

Jura

Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht – in den ersten Semestern beschäftigst du dich vor allem mit den drei Hauptgebieten des deutschen Rechtssystems. Später wählst du ein weiteres Fach hinzu, zum Beispiel Wirtschaftsrecht. Die Regelstudienzeit für ein Jurastudium in Deutschland liegt bei acht bis zehn Semestern, für alle Fälle solltest du jedoch etwas mehr Zeit einplanen. Du musst viele komplizierte Texte lesen und schriftlich sehr präzise formulieren, das kann eine große Herausforderung sein.

Zwischen der Ersten und Zweiten Juristischen Staatsprüfung absolvierst du ein zweijähriges Referendariat, beispielsweise an einem Gericht, bei der Staatsanwaltschaft oder bei einer Behörde. Nur wer beide Staatsexamen bestanden hat, kann in Deutschland als Anwalt, Richter oder Staatsanwalt arbeiten. Es gibt jedoch auch andere Wege: Mehr als vierzig Prozent der Juristen in Deutschland nehmen einen Job in der Wirtschaft an. Als Justiziar oder Syndikus in einem Unternehmen beispielsweise, als Aktuar in der Versicherungsbranche oder auch als Lobbyist auf politischer Ebene.

Deutsches Recht für internationale Studierende

Vor allem Fachhochschulen, aber auch einige Universitäten, bieten rechtswissenschaftliche Studiengänge an, die mit dem Bachelor (LL.B) oder dem Master (LL.M) enden. Die meisten verbinden juristische und betriebswirtschaftliche Inhalte miteinander. Wirtschaftsjuristen sind in Deutschland bei Verbänden, Verwaltungen oder in der Unternehmensberatung sehr gefragt.

Du hast schon ein rechtswissenschaftliches Studium abgeschlossen und interessierst dich für die Feinheiten des deutschen Rechts? Dann könnte ein Aufbaustudiengang für dich genau das Richtige sein. Einige Hochschulen in Deutschland bieten Masterstudiengänge an, die in zwei Semestern Grundlagen und Spezialkenntnisse des deutschen Rechtsystems vermitteln. Sie bereiten dich beispielsweise auf die Tätigkeit in einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei in deinem Heimatland vor.

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