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Das Medizinstudium: Ärzte werden dringend gebraucht

Wenn du in Deutschland Arzt werden willst, brauchst du gute Noten und viel Disziplin. Das Medizinstudium dauert etwas mehr als sechs Jahre und endet mit dem Staatsexamen. Eine interessante Alternative können Bachelor- und Masterstudiengänge in den Gesundheitswissenschaften sein.

von: Redaktion

Junge Ärzte im OP-Saal © Wenzel/DAAD
Junge Ärzte im OP-Saal . © Wenzel/DAAD

Mediziner haben einen spannenden und abwechslungsreichen Beruf. Mehr als dreißig Fachgebiete stehen ihnen in Deutschland zur Auswahl, von der Augenheilkunde bis zur Rechtsmedizin. Daher erscheint vielen Studienanfängern eine Zukunft als Ärztin oder Arzt besonders attraktiv. Es kann daher schwierig sein, an deutschen Universitäten einen der begehrten Studienplätze für Humanmedizin zu bekommen. Bundesweit gilt ein Numerus clausus, das ist eine zentrale Zulassungsbeschränkung, die sich an der Abiturnote orientiert. An manchen Hochschulen wird zusätzlich ein sogenannter „Medizinertest“ verlangt. Im Vergleich zu anderen Studiengängen sind die Ansprüche besonders hoch: Das Studium ist sehr lernintensiv und beinhaltet viele Prüfungen.

Aufbau und Struktur: Viele Stationen auf dem Weg zum Arztberuf

Das Studium der Humanmedizin dauert mindestens sechs Jahre und drei Monate. Im Gegensatz zu medizinverwandten Studiengängen wie den Gesundheits- und Pflegewissenschaften ist es nicht in Bachelor und Master eingeteilt, sondern wird mit dem sogenannten Staatsexamen beendet. Der Aufbau des Studiums ist über die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) in ganz Deutschland einheitlich geregelt. Von der Ausbildung in anderen Ländern unterscheidet sich das Studium in einigen Punkten.

Nach dem Grundstudium (vier Semester) und dem ersten von insgesamt drei Abschnitten der sogenannten „Ärztlichen Prüfung“ folgt das Hauptstudium (sechs Semester). Es führt dich näher an die berufliche Praxis heran. Anschließend verbringen Studierende ein „Praktisches Jahr“ (PJ) in einer Klinik oder in einem Krankenhaus. Du arbeitest in der Chirurgie, in der Inneren Medizin und auf einer weiteren Station deiner Wahl. Dein Studium endet mit einer zweiten Ärztlichen Prüfung, dem Staatsexamen. Nach dem mündlichen Teil können Absolventen ihre Zulassung als Arzt, die „Approbation“, beantragen. Wenn du dich anschließend für die Weiterbildung zum Facharzt entscheidest, musst du weitere fünf bis sechs Jahre als Assistenzarzt einplanen.

Voraussetzungen: Ärzte müssen Stress aushalten können

Gute Deutschkenntnisse sind für ein Medizinstudium an einer deutschen Universität absolut notwendig. Die medizinische Fachliteratur ist zwar häufig englischsprachig, die Vorlesungen und Prüfungen sind es in der Regel jedoch nicht. Ganz wichtig: Auch naturwissenschaftliche Fähigkeiten spielen gerade in den ersten Semestern eine große Rolle. Das sogenannte „Physikum“, die Prüfung am Ende des Grundstudiums, umfasst Grundlagenfächer wie Physik, Chemie, Biologie, Physiologie oder Anatomie. Für angehende Ärzte ist das eine harte Probe. Wer erfolgreich Medizin studieren will, braucht Einfühlungsvermögen, Hartnäckigkeit und muss gut mit Stress umgehen können.  Das sind alles Eigenschaften, die später auch im Beruf wichtig sind.

Vielfältige Berufsaussichten: Mediziner sind nicht nur bei Krankheit gefragt 

Etwa 10.000 Absolventen mit einem Studienabschluss in der Humanmedizin verlassen jedes Jahr die Hochschulen in Deutschland. Eine Stelle im Krankenhaus zu finden oder sich als Arzt niederzulassen, ist außerhalb der großen Städte nicht schwer. Vor allem in den ländlichen Regionen werden Hausärzte dringend gesucht. Die Medizin macht immer größere Fortschritte und die Menschen in Deutschland werden älter. Patienten müssen deshalb häufiger und aufwendiger behandelt werden. Die Berufsaussichten für angehende Ärzte sind also auch in Zukunft bestens.

Ausländische Ärzte in Deutschland

Die Zahl der ausländischen Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland berufstätig sind, ist in den letzten Jahren besonders stark gestiegen. 2016 besaßen 11 Prozent der in Deutschland berufstätigen Ärztinnen und Ärzte eine ausländische Staatsbürgerschaft.

Dennoch entscheiden sich immer mehr Mediziner nach dem Studium für einen anderen Weg. Interessante Jobs gibt es für sie viele, auch außerhalb von Arztpraxen und Krankenhäusern. Medizinisches Fachwissen ist längst nicht nur dort gefragt, wo es  direkt um kranke Menschen geht. In vielen Branchen finden Ärzte interessante Möglichkeiten. Aufgaben in der Medizintechnik, in der pharmazeutischen Industrie oder in der Verwaltung von Kliniken sind naheliegend. Doch selbst in der Unternehmensberatung oder in der Versicherungsbranche werden Mediziner gerne als Fachleute eingesetzt.

Gesundheitswissenschaft: Wie bleibt eine Gesellschaft gesund?

Im Gesundheitswesen werden nicht nur Ärzte gebraucht. Die Gesundheit einer ganzen Bevölkerung steht im Mittelpunkt der Gesundheitswissenschaft, auch „Public Health“ genannt. Sie untersucht die Wechselwirkung zwischen Menschen und ihrer Umwelt, entwickelt Strategien zur Bewältigung von gesundheitlichen Problemen und befasst sich mit gesundheitsökonomischen Fragestellungen.

In diesen Studiengängen wirst du auf verschiedene Einsatzgebiete in der Gesundheitswirtschaft vorbereitet. In der betrieblichen oder kommunalen Gesundheitsförderung sind gut ausgebildete Gesundheitswissenschaftler ebenso gefragt wie in der Pharmaindustrie, bei internationalen Organisationen oder im Verbraucherschutz. Der Fachbereich umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge im Gesundheitsmanagement, in der Gesundheitsökonomie oder Gesundheitspädagogik. Einige der Studiengänge setzen eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, das sind häufig berufsbegleitende Angebote. Sie richten sich an Menschen, die schon in einem Therapie-, Pflege- oder sozialen Beruf arbeiten. Das Studium vermittelt medizinische, gesundheits- und sozialwissenschaftliche Kenntnisse, aber auch fachbezogene Aspekte der Psychologie und Ökonomie.

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Nützlicher Überblick: Der Medizinische Fakultätentag (MFT) und der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) verorten Lehre, Forschung und Krankenversorgung der Hochschulmedizin – und aktualisieren die Karte fortlaufend.

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