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Abschlüsse und Studiengänge : So findest du das richtige Studium

Jeder Studiengang bereitet auf einen bestimmten Hochschulabschluss vor. Wenn du dich für einen Studiengang entscheidest, wählst du gleichzeitig auch den Abschluss, den du erreichen möchtest. Die deutschen Hochschulen bieten viele Studiengänge und geeignete Abschlüsse an.

von: Redaktion

Studierende mit Abschlusszeugnis © Lichtenscheidt/DAAD
Studierende mit Abschlusszeugnis . © Lichtenscheidt/DAAD

Du hast verschiedene Möglichkeiten, eine Hochschule in Deutschland zu besuchen:

  • als Studienanfänger (Bachelor)
  • in einem Auslandssemester oder Auslandsjahr von deiner Heimathochschule aus (siehe Finanzierung & Stipendien)
  • nach einem bereits abgeschlossenen Studium
  • als Promotionsstudent

Hochschulen und Abschlüsse

Es gibt verschiedene Hochschularten in Deutschland. Universitäten vermitteln vor allem theoretisches Wissen und bieten normalerweise viele verschiedene Fächer an. Einige von ihnen haben sich auf eine bestimmte Fachrichtung spezialisiert und nennen sich dann zum Beispiel Technische Universität (TU) oder Pädagogische Hochschule (PH). Kunst- und Musikhochschulen sind für diejenigen geeignet, die ein besonderes musikalisches oder künstlerisches Talent haben. An Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften („Universities of Applied Sciences“) geht es mehr um die praktische Ausbildung in einem Fach. Dort absolvierst du Praktika, längere Projektphasen oder ganze Praxissemester in Unternehmen. Duale Hochschulen kombinieren ein Studium mit einer Berufsausbildung. An deutschen Hochschulen kannst du folgende Abschlüsse machen:

Vor dem Eingang der Hochschule © Ziegert/DAAD
Vor dem Eingang der Hochschule . © Ziegert/DAAD

Bachelor

Der Bachelor ist der erste akademische Abschluss, der auf dem internationalen Arbeitsmarkt anerkannt wird. In einem Bachelor-Studiengang lernst du in sechs bis acht Semestern die Grundlagen eines Faches. Manchmal besteht er auch aus zwei Fächern oder einem Haupt- und zwei Nebenfächern. Wenn du den Bachelor erfolgreich absolviert hast, kannst du ins Berufsleben starten oder den nächsten akademischen Abschluss machen: den Master. Typische Bachelor-Studiengänge sind der Bachelor of Arts (B.A.) für die Geistes- und Sozialwissenschaften, der Bachelor of Science (B.Sc.) für die technischen und naturwissenschaftlichen Studiengänge und der Bachelor of Engineering (B.Eng.) für die Ingenieurswissenschaften.
Vorteile: Nach dem Bachelorstudium kannst du entweder direkt ins Berufsleben einsteigen oder dich für einen Master in einem Fachgebiet bewerben, das dich interessiert.
Besonderheiten bei der Bewerbung: Bevor du zu einem Bachelorstudium in Deutschland zugelassen wirst, musst du je nach Studiengang und Hochschule mehrere Kriterien erfüllen. Auf welche es ankommt, erfährst du beim Akademischen Auslandsamt der Hochschule, an der du dich bewirbst:

  • Hochschulzugangsberechtigung (Schulabschluss, der für ein Studium qualifiziert)
  • überzeugendes Motivationsschreiben
  • erfolgreiche Teilnahme an einem Test oder einem Auswahlgespräch
  • Nachweis von Sprachkenntnissen

Wichtig für die Anerkennung deiner Eignung für ein Studium ist, dass du alle Nachweise zu deiner bisherigen Ausbildung vorlegen kannst. Wenn deine Zeugnisse nicht auf Deutsch oder Englisch ausgestellt sind, musst du beglaubigte Übersetzungen vorlegen können.

Master

Der Master ist an deutschen Hochschulen der akademische Abschluss, der nach dem Bachelor kommt. Voraussetzung dafür ist, dass du einen Bachelor-Studiengang (oder etwas Vergleichbares) erfolgreich abgeschlossen hast. In einem Master kannst du dein Wissen in zwei bis vier Semestern vertiefen, erweitern oder dich auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisieren. Wenn du einen Bachelor in Biologie hast, könntest du zum Beispiel einen Master in Bioinformatik machen.
Auch bei Masterstudiengängen gibt es die Auswahl zwischen Master of Arts (M.A.), Master of Science (M.Sc.), Master of Engineerung (M.Eng.) und anderen. In den letzten Jahren sind die Studiengänge an deutschen Hochschulen reformiert worden. Einige traditionelle Diplom- und Magister-Artium-Studiengänge wirst du bei deiner Recherche vielleicht noch finden. Sie sind mit dem Master vergleichbar.
Vorteile: Mit dem Studium wirst du Spezialist in einem Fachgebiet. Dieses Wissen bietet dir viele Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Besonderheiten bei der Bewerbung: Für die Bewerbung um einen Master-Studienplatz gelten ähnliche Voraussetzungen wie beim Bachelor. Zusätzlich kommt es auf deine Leistungen in einem vorausgegangenen Studium an, ob du für einen bestimmten Master zugelassen wirst. Einige Master-Studiengänge werden auf Englisch angeboten. Wenn du auf Englisch studieren möchtest, erkundige dich beim Auslandsamt deiner Wunschhochschule oder nutze für die Suche zum Beispiel die Online-Datenbank des DAAD.

Staatsexamen

Manche Studiengänge schließen mit dem Staatsexamen ab. Das heißt, dass die Abschlussprüfung von einem staatlichen Ausschuss organisiert und abgenommen wird. Die Prüfungsordnung wird nicht von der Hochschule, sondern von den Bundesländern festgelegt. Wenn du in Deutschland als Arzt, Anwalt, Lehrer oder Pharmazeut arbeiten möchtest, brauchst du ein Staatsexamen.
Das Erste Staatsexamen kannst du nach einem theoretischen Studium der Fächer Jura, Medizin und Pharmazie oder nach einem Lehramtsstudiengang ablegen. Danach wirst du in einer praktischen Ausbildungsphase auf das Zweite Staatsexamen vorbereitet.
Besonderheiten bei der Bewerbung: Medizin, Pharmazie, Tiermedizin, Zahnmedizin und Geoinformationsmanagement sind beliebte Studiengänge und deshalb an allen Hochschulen in Deutschland zulassungsbeschränkt. Sie haben einen Numerus clausus (NC), das heißt: Bewerber müssen eine bestimmte Durchschnittsnote haben, um für das Fach zugelassen zu werden. Über die Vergabe der Studienplätze entscheidet die Stiftung für Hochschulzulassung.
Bevor du dich bewirbst, solltest du klären, ob das deutsche Staatsexamen in deinem Heimatland anerkannt wird. Hier kannst du Studiengänge recherchieren, die mit dem Staatsexamen abschließen.

Promotion

Während des Promotionsstudiums schreibst du eine Forschungsarbeit in einem bestimmten Fach (Dissertation oder Doktorarbeit). Die Dauer der Promotion ist abhängig vom jeweiligen Forschungsthema, meistens sind es zwei bis fünf Jahre. Das Promotionsstudium endet mit der Verleihung des Doktortitels.
Es gibt zwei Arten von Promotionen: Im traditionellen Modell arbeitest du frei an deiner Dissertation und wirst dabei von einem Professor der Fakultät betreut. Einen solchen Doktorvater musst du dir rechtzeitig suchen, wenn du promovieren willst. Oder aber es gibt einen festgelegten Zeitraum von drei Jahren, in dem du mit mehreren Betreuern an deiner Dissertation arbeitest. Welche Hochschule und welcher Forschungsschwerpunkt für deine Arbeit in Frage kommen, solltest du rechtzeitig klären. Der Hochschulkompass kann dabei behilflich sein.

Wissen, was passt

Es ist gar nicht leicht, bei so vielen Studiengängen den Überblick zu behalten. Wenn dir die Entscheidung schwer fällt, kannst du dich mit verschiedenen Tests orientieren:

TestAS – Teste deine persönliche Eignung für ein Studium in Deutschland
Self-Assessment – Teste deine Stärken und Schwächen (speziell für technische Fächer)
SIT-Studium-Interessentest – Erstelle ein Interessenprofil und finde Studiengänge, die dazu passen

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