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Buddyprogramme: Gemeinsamer Spaß statt Chaos allein

Tandempartner, Buddy, Tutor: An vielen deutschen Hochschulen kümmern sich deutsche Studierende um ihre ausländischen Kommilitonen. Egal, ob sie dich vom Bahnhof abholen, zu Behörden und Informationsveranstaltungen begleiten oder gemeinsame Aktivitäten in der Freizeit planen – dein „Buddy“ steht dir mit Rat und Tat zur Seite!

von: Jo Graff

Tutor Robin und Mehmet © Privat
Tutor Robin und Mehmet . © Privat

An der Universität Potsdam nennt sich dieses Betreuungsangebot beispielsweise Buddy-Programm. Saskia ist eine der Buddies. Sie war ein Semester für Valentina aus Italien verantwortlich. Saskia unterstützte sie im Alltag und bei der Freizeitgestaltung. „Die Hilfe kann von der Eröffnung eines deutschen Kontos bis hin zu Beratung bei der Zimmersuche reichen“. Die 23-jährige Sportstudentin aus Potsdam hatte viel Freude als Buddy. Sie half, wo sie nur konnte. „Ich fand es toll, dass ich Valentina den Start in Potsdam erleichtern konnte. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.“

„Buddy-Up“ in Potsdam

Das Programm gibt es in Potsdam seit über fünf Jahren. Die Resonanz ist sehr gut, weiß Laura Lizarazo. Sie ist unter anderem für das Programm vom Akademischen Auslandsamt verantwortlich. Bei der Anmeldung wird versucht, ähnliche Partner zusammenzubringen. „Wir schauen neben dem Studienfach auch auf Interessen“, sagt Laura. „Für das kommende Semester haben wir bereits 220 Buddy-Paare.“

Die Programmkoordinatoren Sarah und Laura © Fritze/Universität Postdam
Die Programmkoordinatoren Sarah und Laura . © Fritze/Universität Postdam

Saskia stellte Valentina nach einigen Wochen ihrem Freundeskreis vor: der Beginn einer wunderbaren Zeit zusammen. Valentina blieb sieben Monate in Deutschland. Die Beiden sind noch immer befreundet und schreiben sich regelmäßig Mails. Saskia plant, Valentina bald in ihrer Heimat zu besuchen.

Gemeinsam mit deinem Tandem-Partner kannst du auch dein Deutsch verbessern. Aber nicht nur das – vielleicht möchte dein Buddy ja auch gern deine Muttersprache erlernen? Dann kannst du ihm dabei helfen. Eine Fremdsprache im Tandem zu erlernen bietet sich aus vielen Gründen an. Vor allem aber unterstützt der Austausch mit einem Muttersprachler den Lernerfolg enorm. Alex kann das bestätigen. Der Soziologiestudent lernt seit vier Jahren japanisch. Er trifft sich regelmäßig mit einer ausländischen Studentin. So konnte der 25-Jährige seine Japanischkenntnisse innerhalb kurzer Zeit verbessern: „Es ist eine tolle Möglichkeit, um tiefer in die Sprache einzutauchen. Man geht weg vom Unterricht – Didaktik und Vokabeln. Ich lerne nun die Sprache, wie sie benutzt wird“.

Robin und Mehmet beim Lernen © Privat
Robin und Mehmet beim Lernen . © Privat

Wie bekomme ich einen Buddy?

Das Akademische Auslandsamt an deiner neuen Universität kümmert sich um die Vermittlung von Tandempartnern. In der Regel wirst du vor Studienbeginn in Deutschland auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht. Ansonsten kannst du dich einfach direkt an das International Office wenden und registrieren lassen. „Das ist schnell erledigt. Wir benötigen nur ein paar Eckdaten“, bestätigt Laura. Nach der Anmeldung wird dir ein Buddy zugewiesen. Dann kannst du direkt Kontakt aufnehmen. Dein Buddy vor Ort weiß, dass er dir vor allem in den ersten Wochen als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Doch auch in der Zeit danach wird er dich unterstützen. Die Teilnahme an Buddyprogrammen ist kostenlos. Sollte es an deiner neuen Universität kein offizielles Programm geben, kannst du Aushänge am Schwarzen Brett oder Onlineforen nutzen.