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Coaching für Schüler : Unterstütze junge Menschen

Die Pubertät ist eine turbulente Zeit. Was will ich später mal in meinem Leben werden und wie mache ich das am besten? Bei dem Projekt „ROCK YOUR LIFE!“ kannst du jungen Menschen helfen, ihre Wünsche zu verwirklichen und lernst selbst viel dazu.

von: Florian Schubert

Mai aus Vietnam © Privat
Mai aus Vietnam . © Privat

Mai geht gerne ins Theater oder ins Museum. Seit etwa einem halben Jahr macht sie das jetzt nicht mehr alleine, sondern kann „ihre“ Schülerin mitnehmen: Ihre Schülerin? Ja! Lehrerin ist sie nicht, aber in ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich für den Verein „ROCK YOUR LIFE!“ (RYL). Mai kommt aus Vietnam und studiert Sinologie an der Universität Hamburg.

Der Verein und seine Ziele

Das Ziel von „ROCK YOUR LIFE!“ ist es, allen Menschen dieselben Chancen auf Bildung zu ermöglichen. In Deutschland ist das oft noch ein Problem. Jugendliche, die aus bildungsfernen Familien kommen (das heißt Familien, in denen die Eltern zum Beispiel nicht studiert haben), besuchen im Vergleich zu Gleichaltrigen seltener ein Gymnasium und studieren nicht. Die Schüler, oder „Coachies“, die an RYL teilnehmen, lernen an einer Hauptschule. In dieser Schulform erreichen Schüler nach neun oder zehn Jahren den Abschluss. In den letzten beiden Schuljahren begleitest du einen Schüler.

Picknick mit Schülern © Rock Your Life
Picknick mit Schülern . © Rock Your Life

Bei „ROCK YOUR LIFE!“ geht es darum, dass du deinen Schüler dabei unterstützt, sich auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Das macht ihr zum Beispiel, indem ihr euch zusammen auf die Suche nach seinen ganz persönlichen Stärken und Schwächen macht. Du kannst ihm aber auch dabei helfen, einen Praktikumsplatz zu finden und eine Bewerbung zu schreiben. Was du bei RYL genau machst, ist aber von Schüler zu Schüler unterschiedlich.

Mais Geschichte

„Ich denke, meine Schülerin braucht einfach eine große Schwester oder einen Menschen, mit dem sie mal neutral über alles reden kann. Ich glaube, über Zukunftsängste oder Pläne für die Zukunft zu sprechen, ist an Hauptschulen unter Freunden irgendwie ‚uncool‘. Hierfür bin ich dann da“, erklärt Mai.

Über diese Themen unterhalten sich die beiden entweder bei einem gemeinsamen Kino- oder Museumsbesuch oder auf dem Weihnachtsmarkt. Was genau ihr macht, bleibt euch überlassen. RYL organisiert aber auch Aktivitäten, bei denen sich verschiedene Teams treffen, wie Picknicks.

Mai wurde im November 2012 eher zufällig auf den Verein aufmerksam. Nach dem Gespräch über das Projekt versetzte sie sich in die Lage der Menschen, denen RYL helfen will. „Ich habe mir nochmal vor Augen geführt, wie das war, als ich damals in der achten Klasse war. Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, was ich später mal werden will und wo meine Interessen liegen. Ich hatte dafür aber viel länger Zeit“, erklärt Mai ihre Motivation. Während Schüler einer Hauptschule nur neun oder zehn Jahre die Schule besuchen, haben Schüler eines Gymnasiums erst nach der zwölften Klasse den Abschluss.

Diskussion mit Schülern © Rock Your Life
Diskussion mit Schülern . © Rock Your Life

Coaching für die Coaches

Du brauchst keine Angst zu haben, dass du als Coach ins kalte Wasser geworfen wirst, also ohne Vorbereitung startest. Bevor du deinen Schüler das erste Mal triffst, bekommst du eine Einführung. „Dabei haben wir zum Beispiel gelernt, was man beim ersten Kennenlernen beachten sollte. Man hat natürlich schon Erwartungen an das erste Treffen, aber die wurden etwas ‚heruntergeschraubt‘. Dass man zum Beispiel nicht sofort ins Gespräch kommt. Ganz wichtig ist aber, selber herauszufinden wie man mit der Schülerin oder dem Schüler umgeht. Das ist von Mensch zu Mensch verschieden, jeder hat ja einen eigenen Charakter“, erinnert sich Mai.

Die Anforderungen an dich

Wie du zu deinem Schüler kommst, ist von Verein zu Verein ein bisschen anders. Manchmal suchen sich die Coachies ihre späteren Coaches aus, manchmal entscheiden beide über ihren Partner.

Du wirst deinen Schüler oder deine Schülerin zwei Jahre lang begleiten, das heißt, du musst mindestens zwei Jahre in Deutschland sein. Außerdem solltest du daran denken, dass dein Coachie aufgrund seines jungen Alters wahrscheinlich noch nicht so gut Englisch spricht. Du solltest also schon ein wenig Deutsch sprechen können.

Lerne von deinem Schüler!

„Ich finde es einfach schön, meine Schülerin aufwachsen zu sehen. Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit hier wertgeschätzt wird und dass ich damit etwas erreiche“, ist Mais persönliche Meinung. Aber RYL hat auch Vorteile für dich: Die Schüler kennen sich zum Beispiel schon gut aus in ihrer Stadt. Mit ihnen zusammen kannst du Orte entdecken, die du als Studierender bestimmt nicht so schnell gefunden hättest. Außerdem kannst du Vorbild sein! Vielleicht triffst du ja auf einen Schüler, der aus deinem Land kommt, und kannst ihn dann mit deinen Erfahrungen motivieren.