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Spreewald: Ausflug zu den Seen und Wäldern

Im Spreewald kannst du dich austoben. Die Region hält zahlreiche Freizeitmöglichkeiten für Sportfreaks und Entspannungssuchende, Kulturinteressierte wie Naturliebhaber bereit. Ein Wochenendtrip ermöglicht dir, die Landschaft eingehend zu erkunden – egal ob zu Fuß, per Kanu oder auf dem Rad.

von: Jo Graff

Kahn im Spreewald © Graff/DAAD
Kahn im Spreewald . © Graff/DAAD

Bundesland: Brandenburg
Eignet sich für Studierende in: Berlin, Cottbus, Dresden
Ticket: Semesterticket, Schönes-Wochenende-Ticket, Brandenburg-Berlin-Ticket

Über die Region

Der Spreewald liegt im Südosten des Bundeslandes Brandenburg – ein großes Waldgebiet, das vom Fluss Spree mit vielen Abzweigungen durchkreuzt wird. Mit seiner unberührten Landschaft, zahlreichen Freizeitangeboten und kleinen Städten gilt der Spreewald als eines der beliebtesten Reiseziele in Ostdeutschland. Der größte Ort im Spreewald ist Lübben mit rund 14.000 Einwohnern. Ein Besuch der Region lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Der Spreewald ist vor allem bekannt für seine eingelegten Gurken, doch du wirst sicher nicht nur kulinarisch auf deine Kosten kommen!

So kommst du hin

Der Spreewald liegt jeweils 100 Kilometer von Berlin und Dresden entfernt. Die Region ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden. Züge aus Berlin nach Lübbenau fahren beispielsweise alle 30 Minuten. Die Fahrt dauert nur eine knappe Stunde.

Im Spreewald © Graff/DAAD
Im Spreewald . © Graff/DAAD

Für Naturliebhaber

Seit mehr als 20 Jahren ist der Spreewald mit seinem Tier- und Pflanzenreichtum UNESCO-Biosphärenreservat. 475 Quadratkilometer Fläche und ein Netz von knapp 300 Kilometern befahrbarer Wasserwege laden zum Erkunden ein. Naturliebhaber sind am besten beraten, die Region auf den vielen Kanälen zu entdecken. Zahlreiche Bootshäuser und Kahnhäfen vermieten Kajaks und Kanus für circa 20 Euro pro Tag. Starte deine Tour am besten am Morgen beziehungsweise am frühen Vormittag, wenn es noch nicht so heiß ist.

In Lübbenau kannst du entspannt zum Hafen spazieren und ein Boot mieten. Schnapp dir einfach eine Karte und schon kannst du die Kanäle erkunden. Für eine Pause eignen sich nach 3,5 Kilometern die Erlebnisinsel Wotschofska mit über 30 Meter hohen Bäumen sowie Lehde, das „bäuerliche Venedig im Taschenformat“ (nach fünf Kilometern). Für diese Tour solltest du einen ganzen Tag einplanen. Am besten fährst du von Lübbenau über Lehde zur Wotschofska. Dafür wirst du, je nach Kondition, ein bis zwei Stunden benötigen.

Die günstige Alternative für Übernachtungen sind Campingplätze. In Lübbenau gibt es einen Campingplatz, auf dem du ab fünf Euro pro Nacht zelten kannst.

Am nächsten Tag ziehst du mit dem Rad los. Mit insgesamt etwa 1.000 Kilometern Rad- und Wanderwegen und der flachen Landschaft ist sowohl für Gelegenheitsfahrer als auch Trainierte etwas dabei. Für circa sieben Euro pro Tag kannst du dir ein Fahrrad ausleihen. In Lübbenau gibt es verschiedene Verleihe, unter anderem direkt am Bahnhof.

Mehr Fotos

Der Gurkenradweg ist eine tolle Option für einen Tag. Die Strecke umfasst 260 Kilometer und führt quer durch den Spreewald. Es geht quasi immer der Gurke nach – beziehungsweise Gurken-Wegweisern. Eine Tour von 15 Kilometern Länge führt dich an den Briesensee. Dort kannst du baden gehen und in der Sonne entspannen. Im Spreewald gibt es viele Strände und Badestellen. Und vielleicht hast du ja Glück: Im Sommer veranstalten viele Orte traditionelle Stadt- und Schützenfeste. Falls du am ersten Juliwochenende unterwegs bist, dann erlebst du zum Beispiel, wie sich Lübbenau in eine große Festmeile verwandelt.

Weitere Möglichkeiten

Falls du den Spreewald ausgiebig entdecken möchtest, kannst du die gesamte Strecke des Gurkenradweges fahren. Dafür solltest du etwa fünf bis acht Tage einkalkulieren. Falls du es turbulenter möchtest, dann schau in der Studentenstadt Cottbus mit Kneipen, gemütlichen Cafés und dem PolkaBeats-Festival vorbei. Und noch ein kleiner Tipp für Genießer: Spreewälder Leinenöl, auch flüssiges Gold genannt, wird in der Historischen Windmühle in Straupitz hergestellt (Eintritt: 3,50 Euro plus Leinöl-Probe).

Wenn dir eine Paddeltour auf eigene Faust zu anstrengend ist, dann entscheidest du dich am besten für den traditionellen Spreewaldkahn. Hier kannst du zwischen verschiedenen Zeiten, von einer bis zu acht Stunden Fahrt, wählen. Halte die Augen auf: Es gibt auch immer wieder Themenfahrten wie Kahnnächte, Sommerkonzerte oder die „Mummelkahnfahrt“ im Winter.

Interview mit Victor aus Dänemark

Victor © Graff/DAAD
Victor . © Graff/DAAD

Der 26-jährige Victor ist leidenschaftlicher Kanufahrer. Da der Student aus Kopenhagen nur die Routen in Dänemark und im Norden Deutschlands kennt, erkundete er nun den Spreewald.

Was hast du bei deiner Tagestour im Spreewald alles gemacht?

„Ich bin ziemlich früh aufgestanden, um den Zug kurz vor halb acht vom Berliner Ostbahnhof nach Lübbenau zu erwischen. Ich habe für meine Freundin und mich am Vortag ein Paddelboot reserviert. Vom Bahnhof sind wir etwa 15 Minuten bis zum Wasser gelaufen. Wir sind kleine und große Kanäle abgefahren und haben gegen Mittag in dem Wasserdörfchen Leipe Rast gemacht. Dort gibt es ein paar Restaurants direkt am Wasser, die auch nicht so teuer sind. Den ganzen Tag paddeln kann anstrengend werden, vor allem bei über 30 Grad. Deswegen haben wir die große Mittagshitze abgewartet und sind im Dorf geblieben. Danach sind wir auf einer anderen Strecke zurück nach Lübbenau gepaddelt. Am Abend haben wir dann noch etwas die Stadt erkundet. Ein langer Tag, wir sind schon auf der Zugfahrt zurück nach Berlin eingeschlafen.“

Was hat dir hier im Spreewald besonders gut gefallen?

„Ach, das ist wirklich so einiges. Vor allem gefällt mir, dass man hier aus Berlin so unkompliziert und schnell rauskommen kann. Innerhalb einer Stunde ist man aus dem Trubel der Stadt raus und in der Idylle des Spreewaldes gelandet – wirklich toll. Die Landschaft ist wirklich wunderschön und als leidenschaftlicher Kanute ist es ein Traum, mit dem Kanu auf Erkundungstour zu gehen. Die vielen Verzweigungen der Spree fand ich auch toll. So konnte man immer wieder den Hauptstrom verlassen, um auf den kleineren Kanälen in den Wald einzudringen. Die verschiedenen Schleusen der Spree und der Nebenflüsse haben mir auch sehr gut gefallen. Auf den Kanurouten in meiner Heimat gibt es solche Schleusen nicht. Dass ich selbst arbeiten musste, hat der Tour eine Prise Abenteuer verpasst.“

Was würdest du anderen Studierenden raten, die hier einen Tag verbringen möchten?

„Im Hochsommer kann ich allen nur raten: Nimm gutes Mückenspray mit! Ansonsten kann der Trip schnell zur Hölle werden. Ansonsten würde ich vielleicht noch dazu raten, eine Kombination aus Kanu- und Fahrrad- oder Wandertour zu machen. Ein ganzer Tag auf dem Wasser kann als unerfahrener Kanute doch recht anstrengend werden. So hat man auch eher die Möglichkeit, eine Pause zu machen und sich ein schönes Plätzchen im Spreewald zu suchen. Mit dem Kanu sind die Möglichkeiten unterwegs anzuhalten doch sehr begrenzt.“