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Franken: Die bayerische Toskana

In Oberfranken gibt es die größte Dichte an Brauereien weltweit. Der Besuch eines fränkischen Biergartens unter Kastanienbäumen mit einem gekühlten Bier ist ein echtes Highlight. Zum Ausgleich warten eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Bayerns und eine Sommerrodelbahn.

von: Bettina Ruhland

Altes Gasthaus in Franken © Ruhland/DAAD
Altes Gasthaus in Franken . © Ruhland/DAAD

Bundesland: Bayern
Eignet sich für Studierende in: Nürnberg, Erlangen, Bayreuth, Bamberg
Ticket: Bayernticket

Über die Region

Franken liegt im Norden des Bundeslandes Bayern, doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass diese Region ihre ganz eigenen Traditionen und Geschichten hat. Dort liegt auch der Naturpark Fränkische Schweiz mit seinen vielen Burgen und Freizeitmöglichkeiten. Zahlreiche kleine mittelalterliche Städte fügen sich hier idyllisch in die Landschaft ein. Die Besucher können die Gegenwart genießen und erleben, aber zugleich auch die Spuren der Vergangenheit entdecken.

So kommst du hin

Mit der Regionalbahn fährst du von Nürnberg oder Bayreuth in die Kleinstadt Neuhaus. Dort startet die Buslinie 343, der Bier-, Brotzeit- und Burgen-Express. Dieser fährt am Wochenende durch die Region um die Stadt Pottenstein und bringt dich in ungefähr einer halben Stunde zur Teufelshöhle, der ersten Station auf der Tour durch die Fränkische Schweiz.

Fränkische Apfelküchle © Ruhland/DAAD
Fränkische Apfelküchle . © Ruhland/DAAD

Tief hinein und hoch hinaus (Tour 1)

In der Teufelshöhle selbst ist es ziemlich eisig. Sie ist eine Tropfsteinhöhle, in der das ganze Jahr eine Temperatur von neun Grad Celsius herrscht. In dieser unterirdischen Welt erwarten dich eine Papstkrone, eine Orgel oder ein ganzes Höhlenbärenskelett. Für die Führungen mit interessanten Infos über die Entstehung von Tropfsteinen musst du dich nicht anmelden, sondern kannst einfach an der Kasse fragen, wann die nächste Führung beginnt (Führung auf Deutsch, Kosten für Studierende ungefähr vier Euro).

Zu Fuß geht es weiter zum Schöngrundsee. Zuerst aufs Wasser oder hinauf auf den Berg? Entscheidest du dich für den Berg, wartet rechts des Sees die Sommerrodelbahn auf dich. Die Bahnen Frankenrodel (nur im Sommer) und Frankenbob sind startklar, mit hoher Geschwindigkeit saust du damit ins Tal. Beim Frankenrodel sind es 1.160 Meter in einer Bahn aus Edelstahl mit vielen Kurven und Wendungen. Magst du es lieber hoch statt schnell, kannst du das Bungee-Trampolin an der Rodelbahn ausprobieren.

Meine Meinung

Eine Freundin im Studium hat mich auf die tolle Landschaft und die Möglichkeiten aufmerksam gemacht, die es um Nürnberg herum gibt. Obwohl ich selbst aus Bayern komme, kannte ich diese Region bis dahin nicht sehr gut. Mittlerweile bin ich ein echter Franken-Fan geworden!

Am Waldrand entlang geht es weiter nach Pottenstein. Nach diesen sportlichen Aktivitäten ist das Gasthaus Krone am Marktplatz der perfekte Ort. Hier kannst du draußen sitzen und Spezialitäten aus Franken genießen. Ein Geheimtipp für alle Liebhaber von Süßem: die Apfelküchle mit Vanilleeis. Dieses echt fränkische Dessert gibt es eigentlich nur abends, doch für Apfelküchle macht der Küchenchef immer gerne eine Ausnahme.

Für den zweiten Teil des Tages heißt es: Willkommen im Mittelalter. Über den Marktplatz führt rechts ein kurzer, aber sehr steiler Weg hinauf zur Burg Pottenstein. Sie ist die älteste Burg der Region und das Wahrzeichen der Stadt. Oben angekommen, kannst du verschiedene Ausstellungen besuchen, die es in der Burg selbst gibt.

Im Scharfrichtermuseum am Marktplatz wird es düster und brutal. Es dreht sich alles um die dunkelsten Kapitel der Vergangenheit wie Hinrichtungen, Untote oder abgetrennte Köpfe. Für vier Euro Eintritt erfährst du faszinierende Geschichten über die Folter und ihre Instrumente, aber auch die Schicksale der Menschen.

Am nächsten Tag geht es weiter auf dem Brauereienweg. Dafür übernachtest du am besten in der Jugendherberge in Pottenstein. Alternativ fährst du mit dem Bier-, Brotzeit- und Burgen-Express zurück nach Neuhaus. Die Haltestelle Pottenstein B470 befindet sich in der Stadtmitte. Von Neuhaus nimmst du den Regionalzug in Richtung Nürnberg oder Bayreuth.

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Unterwegs auf dem Brauereienweg (Tour 2)

Am nächsten Tag fährst du mit dem Bier-, Brotzeit- und Burgen-Express zur Endhaltestelle Waischenfeld. Über dieser mittelalterlichen Stadt liegt die Burg Waischenfeld, die zugleich der Start dieser Tour ist. In der Burgschänke im Innenhof kannst du Waischenfelder Burgbier probieren. Oder einfach den tollen Blick über die Stadt genießen, den du von der Aussichtsplattform hast. Ende August findet auf der Burg ein großer Mittelaltermarkt mit Händlern, Gauklern und Rittern statt.

Von der Burg geht es den gleichen Weg wieder hinab, über den Fluss und links in die Fischergasse, auf der du die Stadt verlässt. Am Ortsausgang findest du das Schild „Brauereienweg“ mit einem Pfeil, wie der Weg weiter geht. Dieses Schild ist von jetzt an für dich wie ein Guide, der dir die richtige Richtung vorgibt.

Durch einen natürlichen Tunnel aus Bäumen und Sträuchern erreichst du den Ortsteil Nankendorf. Auch dort gibt es eine Brauerei, allerdings ist es besser, gleich weiter zu laufen. Denn im Biergarten der Gastwirtschaft Krug-Bräu in Breitenlesau kannst du eine der traditionellsten Seiten von Franken erleben. Es gibt frisch gezapftes Bier, das die Gäste unter großen Kastanienbäumen draußen im Biergarten trinken, fränkische Lebensart pur! Für die Franken gehört dazu Scheuferla (ein Stück Schweineschulter mit Kruste) mit Knödel und Beilagen, eine kulinarische Spezialität dieser Region. Das Krug-Bräu bietet Speisen und Getränke zu fairen Preisen.

Scheuferla mit Knödeln © Ruhland/DAAD
Scheuferla mit Knödeln . © Ruhland/DAAD

Nach dieser längeren Pause wartet der Rückweg nach Waischenfeld. Dafür gehst du den gleichen Weg wieder zurück und folgst dem Schild mit dem Pfeil nach Waischenfeld. Ein Waldweg und die weiteren Schilder führen dich wieder zurück in die Ortsmitte von Waischenfeld.

Die Tour ist für dich geeignet, wenn du gerne in der Natur unterwegs bist und es dir auch nichts ausmacht, längere Strecken zu wandern. Mit den beschriebenen Pausen dauert die Tour ungefähr viereinhalb bis fünf Stunden. Natürlich kannst du auch an den vielen Bänken Halt machen und mit eigenem Essen eine Brotzeit, also ein Picknick, machen, allerdings ist der Besuch eines fränkischen Biergartens mit Kastanienbäumen und einem gekühlten Bier ein echtes Highlight. Am besten schaust du bei der Ankunft in Waischenfeld auf den Fahrplan, wann ein Bus zurück fährt. So kannst du die Pausen gut in die Tour einplanen.

Fazit

Um die Region wirklich zu erleben, solltest du ein ganzes Wochenende bleiben! Dann kannst du beide Touren mit einer Übernachtung in Pottenstein verbinden.

Wichtige Hinweise

  • Der Bier-, Brotzeit- und Burgen-Express (Linie 343) fährt nur von Mai bis November samstags und sonntags.
  • Die Wanderung auf dem Brauereienweg (Tour 2) kannst du nur am Wochenende machen, da du sonst nicht so einfach nach Waischenfeld kommst.
  • Die Burg Pottenstein ist montags geschlossen.
  • Alle notwendigen Zeiten der Buslinie 343 findest du beim VGN, dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg.