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Sächsische Schweiz: Ein Ausflug in blühende Landschaften

Für aufregende Bergwanderungen muss man in die Alpen fahren? Quatsch! Es gibt viele kleine und große Gebirge in Deutschland, die zu malerischen Wandertouren einladen und kaum Wünsche offenlassen. Eines davon ist die Sächsische Schweiz, sie liegt südöstlich von Dresden.

von: Janine Funke

Schrammsteine in der Sächsischen Schweiz © DAAD/Janine Funke
Schrammsteine in der Sächsischen Schweiz . © DAAD/Janine Funke

Vollbepackt stehen wir am Dresdner Hauptbahnhof und warten auf die S-Bahn nach Bad Schandau. Es ist ein wunderschöner Sommertag, nicht zu heiß, aber warm genug in kurzen Hosen und Shirt loszuziehen. Neben unserer Wanderausrüstung haben wir einen großen Wanderrucksack mit allen Utensilien, die wir für eine Nacht im Freien brauchen, dabei. Dazu gehört ein warmer Schlafsack, eine Isomatte, Wechselsachen, ein Gaskocher und genügend Verpflegung für zwei Tage. Vor allem aber genug Wasser. Wir machen uns auf den Weg in die Sächsische Schweiz, dem Naturschauspiel in der Nähe von Dresden.

Das Elbsandsteingebirge © DAAD/Janine Funke
Das Elbsandsteingebirge . © DAAD/Janine Funke

Auf engen Pfaden und steilen Felsklippen

Die Sächsische Schweiz ist gut mit der Bahn zu erreichen. Nur 44 S-Bahn Minuten südöstlich von Dresden an der malerischen Elbe entlang zeigt sich das einige Millionen Jahre alte Elbsandsteingebirge. Wir reisen ebenfalls mit der Bahn an und müssen, bevor die Wanderung losgeht, erst einmal die Elbe überqueren. Zum Glück gibt es eine Fähre, die regelmäßig Wanderlustige von der einen auf die andere Seite bringt. Dann geht es auch schon den ersten steilen Berg hinauf in Richtung Schrammsteinweg. Wir wollen auf die Schrammsteine steigen und uns außerdem ein paar Schluchten, also Täler zwischen den Felsen, ansehen.

Die Schrammsteine sind eine langgestreckte Felsgruppe, die aussieht, als hätte sie jemand einfach so in die Landschaft gestellt. Das ist wirklich beeindruckend. Die Steine sind 300-400 Meter hoch. Auf dem Weg nach oben müssen wir enge Treppen zwischen Felsen hinaufsteigen und sogar ein bisschen klettern. Aber oben angekommen erwartet uns eine wunderbare Aussicht. Hier lohnt es sich eine Pause einzulegen, zum Beispiel auf der kleinen Bastei. Andere Wanderrouten führen euch zur Festung Königstein, auf die Felsenburg Neurathen  oder zum sogenannten Kuhstall. Das Gebirge lockt schon einige Jahrhunderte viele Besucher an. Seinen Namen erhielt die Sächsische Schweiz im 18. Jahrhundert von zwei Schweizer Künstlern, die sich an ihre Heimat erinnert fühlten.

Eine Boofe © DAAD/Janine Funke
Eine Boofe . © DAAD/Janine Funke

„Boofen“: ein besonderes Erlebnis in der Sächsischen Schweiz

Heute ist die Sächsische Schweiz ein Paradies für Kletterfreunde. Die Kletterer waren es auch, welche die Tradition des Übernachtens unter freien Himmel im Nationalpark geprägt haben. Mittlerweile gibt es 58 offizielle Übernachtungsstellen, ansonsten ist das Übernachten im Freien verboten. Auch wir kommen an solch einer sogenannten „Boofe“ vorbei. Sie befindet sich unter einem Felsvorsprung und ist mit Sand gefüllt. Eine kleine Markierung im Stein zeigt an, dass es erlaubt ist, an dieser Stelle im Freien zu übernachten. Wir entschieden hier zu bleiben und machen es uns im Sand gemütlich. Zum Übernachten im Freien brauchen wir vor allem eine Isomatte und einen dicken Schlafsack. Außerdem haben wir einen kleinen Gaskocher dabei, mit dem wir heißes Wasser für Suppe und einen Tee zubereiten. Ein Feuer darf man im Nationalpark „Sächsische Schweiz“ nicht entzünden. Nachdem wir uns den Sonnenuntergang angesehen haben, gehen wir schlafen und stehen mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen wieder auf, um unsere Wanderung mit dem Abstieg zurück nach Bad Schandau zu beenden.

Tipps:

Hier findet ihr einige Internetseiten, auf denen die Wanderrouten und Standorte von Boofen ganz genau beschrieben sind:

Interview mit Laura aus Kolumbien

Laura Mora © DAAD/ Laura Mora
Laura Mora . © DAAD/ Laura Mora

Laura Constanza Murcia Mora ist 29 Jahre alt und arbeitet mittlerweile schon einige Jahre in der Nähe von Dresden als Assistentin der Geschäftsleitung. Sie hat den Bachelor of Arts in Modern Languages studiert und wohnt seit Oktober 2014 in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. An Dresden gefällt ihr nicht nur die malerische Altstadt, sondern auch das Dresdner Umland mit seinen zahlreichen Möglichkeiten für Ausflüge. Laura hat schon ein paar Mal die Sächsische Schweiz erkundet und berichtet uns von ihren Erlebnissen.

Laura in der Säschsischen Schweiz © DAAD/Laura Mora
Laura in der Säschsischen Schweiz . © DAAD/Laura Mora

Wann warst du das erste Mal in der Sächsischen Schweiz?

Ich bin das erste Mal im Sommer 2015 in die Sächsische Schweiz gefahren, um eine längere Wandertour zu machen. Da ich im Herbst 2014 nach Deutschland kam, bot sich früher keine Gelegenheit. Mit dabei war mein Ehemann, der nahe Dresden aufgewachsen ist und sich gut in der Region auskennt. Die Route haben wir trotzdem nicht geplant, sondern haben spontan entschieden, welchen Weg wir gehen. Wir sind zur Bastei gewandert und danach durch den Amselgrund – das war wunderschön.

Was hat dich besonders beeindruckt?

Zunächst ist es beeindruckend, so nahe an der Stadt eine so wunderbare Landschaft zu finden. Die Sächsische Schweiz ist einzigartig und dazu noch der Blick auf die Elbe. Es hat mir richtig gut gefallen. Besonders aufregend fand ich die Steintreppen am Amselgrund und die vielen verschiedenen Felsbildungen. Das ist wirklich sehenswert. Es war zwar anstrengend diese Wege zu wandern, aber wir haben es geschafft.

Warst du schon einmal Boofen?

Leider nicht, aber ich würde das sehr gern machen. Ich habe viele spannende Berichte davon gehört und denke wir werden das bald einmal organisieren.

Würdest du anderen ausländischen Studierenden empfehlen in der Sächsischen Schweiz wandern zu gehen? Wenn ja, warum?

Na klar, auf jeden Fall. Die Sächsische Schweiz ist ein besonderer Ort in Sachsen bzw. in Deutschland. Es ist ein Naturschauspiel und dazu noch eine tolle Gelegenheit abzuschalten und die frische Luft zu genießen. Es ist wichtig, nicht nur die Städte, sondern auch die Natur eines Landes kennenzulernen.

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