Breadcrumb

Jobsuche in Deutschland: Die Karriereleiter ruft!

Wenn du nach deinem Studium in Deutschland arbeiten willst, solltest du schon als Studierender mit der Planung beginnen. Mit einer „Inneren Inventur“ kannst du dich selbst analysieren und deine Chancen verbessern. Bei der Jobsuche solltest du neben dem Internet auch andere Quellen nutzen.

von: Redaktion

Leiter in die Wolken © Flickr/John Williams
Leiter in die Wolken . © Flickr/John Williams

Mit einem erfolgreichen Abschluss einer deutschen Hochschule  hast du als internationaler Absolvent zahlreiche Möglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Studierende aus Ländern außerhalb der EU dürfen nach Ende ihres Studiums maximal 18 Monate zur Jobsuche in Deutschland bleiben. Diese 18 Monate gehen schneller vorbei, als dir lieb ist. Darum solltest du bereits im letzten Semester deines Studiums mit der Jobsuche beginnen – „spätestens vier Monate vor Ende des Studiums“, empfiehlt Maria-Theresia Jansen von der Agentur für Arbeit in Bonn. Als Berufsberaterin im Team Akademische Berufe kümmert sie sich seit 30 Jahren vor allem um die internationalen Absolventen, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen.

Während du einen Job suchst, darfst du so viel arbeiten, wie du willst: Nach dem Aufenthaltsrecht gibt es keine zeitlichen Einschränkungen fürs Arbeiten während der Suche.

Vor der Jobsuche die Selbstanalyse

Bevor du dich auf die Jobsuche machst, solltest du dir folgende vier Fragen stellen:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?
  • Was ist möglich?

Maria-Theresia Jansen bezeichnet das als „Innere Inventur". Beantworte die Fragen in Ruhe und ehrlich, denn diese Selbstanalyse erspart dir später viel Zeit, die du durch zielloses Suchen verlieren würdest.

Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit © Horschig/DAAD
Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit . © Horschig/DAAD

Warum die Beantwortung der Fragen sinnvoll ist, erklärt die erfahrene Berufsberaterin:  „Viele Absolventen suchen nur nach Stellen, die 1:1 auf das passen, was sie im Studium gemacht haben. Alles andere wird direkt ausgeblendet." Ein großer Fehler, wie Jansen betont, denn mit diesem „Tunnelblick" machen sich die Bewerber unnötig das Leben schwer. Erweitere deine Suche, es muss nicht immer haargenau das sein, was du im Studium gelernt hast! „Wichtig ist es, auch die angrenzenden Fachgebiete zu betrachten und das eigene Wissen zu transferieren."

Nutze alle Möglichkeiten, nicht nur das Internet!

Verschaffe dir einen Überblick  über die verschiedenen Branchen und Unternehmen. Karrieremessen für Absolventen und Fachtagungen eignen sich hervorragend, um sich zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Informationen zu solchen Messen findest du oft am Schwarzen Brett im Fachbereich der Hochschule.

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Auf der Website „Anerkennung in Deutschland" erfährst du, wie du deinen ausländischen Berufsabschluss in Deutschland anerkennen lassen kannst. Die Seite informiert über Ansprechpartner und bietet Tipps und Unterlagen für das Anerkennungsverfahren.

Am Schwarzen Brett findest du oft auch Stellenangebote von Unternehmen. Natürlich wirst du im Internet in unzähligen Suchmaschinen fündig werden, aber auch deine Hochschule kann dir helfen! Das Career Center hat meist eine Datenbank, in der du recherchieren kannst. Außerdem hilft dir der Career Service beim Start ins Berufsleben: Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen, Coaching fürs Bewerbungsgespräch, Vorträge von Unternehmen – die  Angebote sind vielfältig und oft kostenlos!

Informationen über Jobchancen

Viele Angebote findest du auch in branchenspezifischen Medien: Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) oder der Verband der Elektrotechnik (VDE) informieren nicht nur über Neuigkeiten aus der Branche, sondern veröffentlichen auch Stellenangebote von Unternehmen. Es gibt unzählige Branchenverbände - eine Übersicht relevanter Organisationen findest du auf der Website BERUFENET. Gib dazu deine Berufsbezeichnung ein (z.B. Biologe) und wähle dann das entsprechende Berufsbild aus. Unter "Informationsquellen" im Abschnitt Berufs-/Interessenverbände, Arbeitgeber-/Arbeitnehmer-Organisationen stehen die Adressen der Verbände. Die Branchenverbände informieren dich auch über Jobchancen.

Karriere als Forscher in Deutschland

Auf der Website "Research in Germany" findest du Informationen, wie du einen PhD oder Postdoc in Deutschland machen kannst. Dort findest du mehr Informationen zu Voraussetzungen, Karriere- und Fördermöglichkeiten für PhD und Postdoc.

Auf den Seiten der Arbeitsagentur kannst du Informationen zu Arbeitsmarktaussichten für Akademiker nachlesen. Für einen Überblick über regionale Arbeitsmarktchancen empfiehlt Maria-Theresia Jansen auch das Prognos Institut. Der Staufenbiel Verlag informiert ebenfalls zu Karrierechancen und Einstiegsgehältern. Laut einer Studie des Verlages verdienen Ingenieure als Berufseinsteiger im Jahr durchschnittlich zwischen 38.000 und 47.000 Euro. In der Automobilindustrie verdienen Diplomingenieure beim Berufsstart im Schnitt 46.000 Euro. Masterabsolventen der Naturwissenschaften können mit einem Einstiegsgehalt von jährlich 42.000 Euro rechnen.

Deutsch können

„Ohne Deutschkenntnisse ist die Auswahl an Jobs sehr begrenzt", weiß Jansen. Ein Sprachkurs während des Studiums ist darum eine gute Idee. Denn natürlich kannst du an einer deutschen Hochschule komplett auf Englisch studieren. Auch für deine Kommilitonen mag es kein Problem sein, dir mit ein bisschen mehr als „Yes or No" zu antworten. Aber für den zwischenmenschlichen Kontakt mit deinen zukünftigen Kollegen ist es unbedingt ratsam, die deutsche Sprache zu beherrschen!

Checkliste

  • Beginne frühzeitig, spätestens vier Monate vor dem Abschluss deines Studiums, mit der Jobsuche!
  • Analysier dich selbst!
  • Grenze die Suche nicht zu stark ein!
  • Nutze die Angebote deiner Hochschule!
  • Nutze Karrieremessen und die Angebote der Arbeitsagentur!
  • Spätestens jetzt musst du die deutsche Sprache beherrschen! Belege während des Studiums Deutschkurse!