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Bewerbungstipps: So punktest du bei deutschen Unternehmen

Jedes Unternehmen hat andere Anforderungen an Bewerber. Aber nicht nur der Bewerber sollte zum Unternehmen passen, auch das Unternehmen zum Bewerber. Du solltest dich gut über den Arbeitgeber informieren – so punktest du im Anschreiben und im Bewerbungsgespräch.

von: Timo Stukenberg

Studierende im Beratungsgespräch © Horschig/DAAD
Studierende im Beratungsgespräch . © Horschig/DAAD

Als ausländischer Absolvent einer deutschen Hochschule hast du in Deutschland laut Auskunft der Personalchefs in der Regel die gleichen Chancen wie deutsche Bewerber. Außerdem lohnt es sich, schon während des Studiums durch Projekte und Hochschulgruppen Kontakt zu Unternehmen aufzubauen, die für einen Job nach dem Studium interessant sein könnten. Persönliche Kontakte können beim Einstieg in die Arbeitswelt sehr hilfreich sein.

DAX-Unternehmen

Zu den „DAX-Firmen" zählen die dreißig größten, deutschen Aktiengesellschaften. Sie sind meist stark international ausgerichtet. Die Deutsche Telekom ist mit weltweit rund 235.000 Mitarbeitern einer dieser Konzerne. Deutschkenntnisse sind für einen Job bei dem Bonner Unternehmen nicht unbedingt erforderlich. Oft sprechen die Mitarbeiter sogar im Büro Englisch.

DAX-Unternehmen: Kenne die Firma!

„Schon vor dem ersten Kontakt sollten sich Bewerber ein genaues Bild von dem Unternehmen machen, die Internetseite durchstöbern oder Recherche im Internet betreiben", empfiehlt Christian Fischer von der Deutschen Telekom. Nicht nur der Bewerber solle zum Unternehmen passen, auch das Unternehmen zum Bewerber. Im Vorstellungsgespräch müssen Bewerber dann zeigen, dass sie informiert sind. Je genauer du erklären kannst, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst, desto besser.

Viele Bewerber überschätzen ihre Sprachkenntnisse. Doch das merken Personaler schnell. Schätze deine Fähigkeiten und Kenntnisse realistisch ein und stehe offen und ehrlich dazu, so Fischer. Denn: Niemand kann alles auf einmal können – und deshalb erwarten Personaler auch keine perfekte Vita. „Den ungebrochenen Lebenslauf gibt es nicht", weiß Fischer. Ein Knick in deinem CV macht dich als Bewerber umso interessanter – vorausgesetzt du hast eine gute Erklärung dafür.

Mittelstand

Mittelständische Unternehmen, oft auch als „Mittelständler" bezeichnet, haben nur mehrere hundert Angestellte. Rund 95 Prozent der deutschen Unternehmen gehören dazu. Sie gelten oft als „Hidden Champions", denn viele haben ihren Hauptsitz in kleineren Orten – und sind auf dem Weltmarkt führend. Viele Mittelständler sind Familienunternehmen, das heißt, sie werden von einer Familie geleitet.

Mittelstand: Deutschkenntnisse sind kein Muss, aber nützlich!

Bewirbst du dich bei einem mittelständischen Unternehmen, solltest du vorher einen Blick in die Firmengeschichte werfen, rät Jasmin Fröhlich, Personalleiterin der Berner Trading Holding, einem Familienunternehmen. Wer hat das Unternehmen wann gegründet? Wer leitet es jetzt? Und welche Werte vertritt das Unternehmen? Die Antworten auf diese Fragen helfen dir, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen: Zum einen zeigst du, dass du dich mit der Firma auseinandergesetzt hast. Zum anderen kannst du besser begründen, warum du genau dort arbeiten willst.

„Deutsch ist kein Muss", sagt Personalleiterin Fröhlich. Wer sich allerdings auf einen Job mit viel Kundenkontakt bewirbt, kommt um fließendes Deutsch nicht herum. Aber auch ihre Muttersprache kann ausländischen Mitarbeitern nutzen. Bei der Berner Group seien es zum Beispiel russische Mitarbeiter, die den Kontakt zu osteuropäischen Tochterunternehmen halten, erklärt Fröhlich. „Wir bilden oft die Führungskräfte in Deutschland aus und schicken sie für einige Zeit in unsere Tochterunternehmen ins Ausland."

Beraterin mit Studierender © Horschig/DAAD
Beraterin mit Studierender . © Horschig/DAAD

Bewerbungshilfe an Hochschulen

„Die Bewerbungsphase sollte ein halbes Jahr vor dem Abschluss beginnen", rät Julia Monzel vom Career Service der Universität zu Köln. Hier können Studierende mit den Beratern an ihren Bewerbungsmappen feilen und in Einzelgesprächen üben, wie sie sich im Vorstellungsgespräch souverän vorstellen. „Man kann sich auf jedes Gespräch vorbereiten", sagt Beraterin Monzel - vom ersten Händedruck bis zum richtigen Tonfall.

Wichtig ist auch, dass du frühzeitig die Zeit nach dem Abschluss planst, weiß Monzel. Einige Unternehmen stellen nur zu bestimmten Terminen neue Mitarbeiter ein. Diese Termine solltest du bei einem potentiellen Arbeitgeber nicht verpassen.

Tipps

Vor der Bewerbung

  • Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung! Dann gerätst du vor dem Bewerbungsschluss nicht in Zeitnot.
  • Bitte deine deutschen Kommilitonen um Tipps!
  • Sei ehrlich! Keine Angst vor dem Knick im Lebenslauf.
  • Kenne das Unternehmen! Umso leichter kannst du begründen, warum du dort arbeiten willst.

Im Bewerbungsgespräch

  • Sei pünktlich! Damit zeigst du Zuverlässigkeit.
  • Kleide dich angemessen! Der erste Eindruck zählt!
  • Frag ruhig nach! Das zeigt dein Interesse.
  • Wisse, wo du in fünf Jahren arbeiten möchtest!
  • Frage höflich, wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst! 

Nach der Bewerbung

  • Wenn nicht anders vereinbart, frage nach einer Woche noch einmal höflich per E-Mail oder Telefon nach dem Stand deiner Bewerbung!
  • Halte durch! Lass dich von der ersten Absage nicht einschüchtern.