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Antonis Nicolaides und Emmanouil Liodakis: Voller Einsatz für die Patienten

Der Alltag ist stressig, erfordert höchste Konzentration und beinhaltet viele Überstunden – für die beiden Ärzte Antonis und Emmanouil ist jeder Tag eine neue Herausforderung. Direkt nach dem Studium haben sie sich in Deutschland beworben und seitdem arbeiten die Freunde in ihrem absoluten Traumberuf.

von: Bettina Ruhland

Antonis und Emmanouil © Ruhland/DAAD
Antonis und Emmanouil . © Ruhland/DAAD

Steckbriefe

Name: Antonis Nicolaides
Herkunft: Zypern
Unternehmen: Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung Hannover (seit Mai 2012)
Position: Assistenzarzt für Anästhesie und Intensivmedizin
Studium: Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) (2004-2011)
In Deutschland seit: 2003

Name: Emmanouil Liodakis
Herkunft: Griechenland
Unternehmen: Medizinische Hochschule Hannover (seit 2007)
Position: Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie, zudem habilitiert als Privatdozent an der MHH
Studium: Medizin an der Universität Marburg (2000-2002)
In Deutschland seit: 2007

„Die Arbeit mit den Studenten macht mir sehr viel Spaß. Und ich kann einen wichtigen Beitrag für die Forschung und Wissenschaft in Deutschland leisten“, berichtet Emmanouil Liodakis mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Vor wenigen Jahren war der Grieche selbst noch Medizinstudent und jetzt gibt er sein Wissen an die angehenden Ärzte an der Medizinischen Hochschule Hannover weiter. Eine Karriere, die Emmanouil zu großen Teilen auch seinem Studium in Deutschland verdankt.

Emmanouil in der Vorlesung © privat
Emmanouil in der Vorlesung . © privat

Beste Perspektiven in Deutschland

Zwei Jahre lang hat Emmanouil an der Universität Marburg Medizin studiert. Anschließend ist er nach Griechenland zurückgekehrt, um sein Studium zu beenden. Seit 2007 arbeitet er in Hannover als Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie. Emmanouil wird oft gebraucht, wenn es schnell gehen muss, wie bei der Versorgung von Patienten in der Notaufnahme oder an Unfallstellen mit dem Hubschrauber. Neben der täglichen Praxis im Krankenhaus bildet er als Privatdozent zusammen mit seinen Kollegen junge Studierende aus. Ausschlaggebend für Emmanouil, vom sonnigen Griechenland ins kalte Deutschland zu gehen, war die gute und systematische Organisation der medizinischen Ausbildung. Und noch einen Grund gab es für ihn: „Ich würde jedem raten, eine Zeit im Ausland zu verbringen, auch wenn sie nur kurz ist. Es ist auf jeden Fall eine wertvolle persönliche Erfahrung“.

Dieser Aussage stimmt sein Freund Antonis Nicolaides aus Zypern sofort zu. Er hat sein gesamtes Studium in Deutschland absolviert und danach erfolgreich den Einstieg ins Berufsleben geschafft. Als Assistenzarzt für Anästhesie und Intensivmedizin verbringt Antonis viel Zeit im Operationssaal und ist dort für die notwendige Betäubung verantwortlich. Vor einer Operation spricht er mit den Patienten die Vorgehensweise ab und erklärt ihnen, was genau mit ihnen passieren wird. Der Bereich der Schmerztherapie gehört ebenfalls zu seinen Aufgaben als Anästhesist. Gut deutsch zu sprechen ist für ihn sehr wichtig. „Vor dem Studium habe ich ein Jahr lang einen Intensivsprachkurs hier gemacht. Trotzdem war jedes neue Seminar eine sprachliche Herausforderung“, erzählt er.

Antonis im OP-Saal © privat
Antonis im OP-Saal . © privat

Deutsch als Basis für den Erfolg

Die deutsche Sprache war für beide die größte Hürde bei ihrem Studium in Deutschland. Viele Wörter, die für deutsche Medizinstudenten selbstverständlich waren, wie zum Beispiel „die Zelle“, musste Antonis abends zu Hause im Wörterbuch nachschlagen. Nach einem Jahr hatte er damit keine Schwierigkeiten mehr und konnte seinen Kommilitonen bei den Fachbegriffen helfen. Dank seiner Muttersprache Griechisch war er hier der Experte. Antonis und Emmanouil sind sich einig, dass Deutsch in ihrem Beruf eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, um im Studium und Arbeitsleben erfolgreich zu sein. „Im Umgang mit Kollegen und Patienten konnte ich meine Sprachkenntnisse dann perfektionieren“, ergänzt Emmanouil, der in Griechenland bereits eine deutsche Schule besucht hat.

Um Kontakt zu den anderen Studierenden zu bekommen, rät Antonis selbst aktiv zu werden und diese anzusprechen. „Am Anfang habe ich vor allem unter den ausländischen Studierenden gute Freunde gefunden. Der Kontakt zu Deutschen kam erst später“, erinnert sich Antonis. Eine Erfahrung, die er mit vielen teilt, denn fremd zu sein ist gemeinsam ein bisschen leichter. Viele der Kommilitonen von Antonis, die wie er zum Medizinstudium hierher gekommen sind, leben und arbeiten heute weiter in Deutschland.

Ärzte haben beste Chancen

Auf seine Stelle als Anästhesist in Hannover hat sich Antonis initiativ beworben. Das bedeutet, seine Bewerbung ohne konkrete Stellenausschreibung abzuschicken. Den Job hat er sofort beim ersten Versuch bekommen, denn an vielen deutschen Krankenhäusern werden Ärzte mit einer guten Ausbildung dringend gesucht. Die ist dir bei einem Studium an einer deutschen Universität garantiert, ist Antonis überzeugt: „Ich kann nur jedem raten, in Deutschland Medizin zu studieren. In keinem Land gibt es so viele Möglichkeiten in diesem Bereich“. Das beste Beispiel dafür sind Emmanouil und Antonis.