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Anastasiia Bilous: Karrierestart in der Berliner Startup-Szene

Erst ein Auslandsjahr in Braunschweig, dann ein Praktikum in Berlin und anschließend direkt eine Festanstellung in Berlin. Die Ukrainerin Anastasiia Bilous ist erfolgreich in das Berufsleben in Deutschland gestartet.

von: Janine Funke

Anastasiia Bilous © Noack/DAAD
Anastasiia Bilous . © Noack/DAAD

Steckbrief

Name: Anastasiia Bilous
Herkunft: Ukraine
Job: Senior Project Manager bei "Yukoono"
Studium: Logistik an der TU Braunschweig (2008 - 2009)

Nach ihrem Bachelorstudium im Bereich Human Resources Management hat Anastasiia ein Jahr in Deutschland an der Technischen Universität Braunschweig studiert. „Ich wollte immer Auslandserfahrung sammeln, um spätere besser Chancen auf einen guten Job zu bekommen“, fügt sie hinzu. In Braunschweig hat sie sich auf den Bereich Logistik spezialisiert und als Abschluss ein Studienzertifikat erhalten.

Studium in Deutschland als Karrierestart

Besonders die unterschiedlichen Studienbedingungen waren eine gute Erfahrung für die Ukrainerin. Neben dem Studium hat sie sich für die Studentenorganisation AIESEC engagiert. Schon in der Ukraine war sie in dem Verein aktiv. AIESEC Braunschweig hat ihr geholfen, ein Visum  zu beantragen  und ein Praktikum in Deutschland zu finden.

Anastasiia mit Kollegen © Noack/DAAD
Anastasiia mit Kollegen . © Noack/DAAD

Ihre erste Arbeitserfahrung in Deutschland sammelte sie in einem typischen Berliner Startup-Büro im Szeneviertel Kreuzberg. 2009 begann sie als Praktikantin im Bereich Marketing für das Berliner Unternehmen „Yukoono“ zu arbeiten. Als Senior Product Manager betreute sie danach die Produktenwicklung des Unternehmens von der Idee bis zur Umsetzung. Die großen offenen Büroräume, die Arbeit im Onlinebereich und die internationale Atmosphäre des Unternehmens waren genau das richtige für Anastasiia. Heute arbeitet die 25-Jährige für das Online-Unternehmen „Cupid“.

Deutschkenntnisse sind wichtig

Während des Studiums hat Anastasiia ihre Deutschkenntnisse vertieft. Das war nicht nur essentiell für das Studium selbst, sondern auch für die erste Arbeitserfahrung.  „Deutsch ist eine schwere Sprache, aber es lohnt sich sie zu lernen“, sagt die Ukrainerin. Sie hat in der ersten Zeit fünf Tage pro Woche vier Stunden pro Tag einen Deutschkurs belegt und damit nach einem Jahr das Niveau C1 erreicht. Auch wenn die Unternehmenskommunikation auf Englisch stattfindet, gibt es immer wieder Situationen, in denen es vorteilhaft ist, Deutsch zu sprechen. „Manchmal hat mich das Unternehmen auch gerade wegen meiner Deutschkenntnisse eingesetzt“, fügt Anastasiia hinzu.

Kulturelle Verwirrungen

Trotz ihrer guten Deutsch-Kenntnisse wurde Anastasiia immer wieder mit Situationen konfrontiert, die sie kulturell herausfordern. Unternehmen haben in jedem Land eine unterschiedliche Unternehmenskultur. „Ich musste erst lernen, dass der Dresscode in Deutschland ein ganz anderer ist.“ In der Ukraine ist es üblich, bei offiziellen Unternehmensveranstaltungen Kleid und Schuhe mit Absatz zu tragen. In deutschen Startups kleiden sich die Mitarbeiter hingegen viel legerer, oft genügen Jeans und Hemd.

Anastasiia am Schreibtisch © Noack/DAAD
Anastasiia am Schreibtisch . © Noack/DAAD

Das gleiche gilt für den Verhaltenskodex. „Ich habe irgendwann angefangen, einfach immer nachzufragen, wenn ich etwas nicht verstanden habe“, sagt Anastasiia. Die Ukrainerin hat sehr früh aufgehört, die ukrainischen Standards auf Deutschland anzuwenden. Das gilt sowohl für die Beziehung zu Freunden als auch für das Gespräch mit Kunden.

Guter Ruf deutscher Unternehmen

„Für ein deutsches Unternehmen zu arbeiten bringt einen enormen Karrierevorteil“, fasst Anastasiia zusammen. Viele deutsche Unternehmen sind international anerkannt und Arbeitgeber aus der ganzen Welt vertrauen auf den deutschen Standard. Anastasiia glaubt, dass sie ohne ihr Studium in Deutschland, die Arbeitserfahrungen und Sprachkenntnisse nicht so gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt gehabt hätte.