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Hochschultypen: So entscheidest du dich für die richtige Hochschule

In Deutschland kannst du zwischen verschiedenen staatlichen und privaten Hochschulen wählen: Es gibt Universitäten, Fachhochschulen, Kunst-, Film-, und Musikhochschulen. Welche die richtige für dich ist, hängt unter anderem davon ab, was du studieren willst. Die Qualität ist an allen Hochschulen vergleichbar gut.

von: Redaktion

Technische Hochschule Karlsruhe © Bauz/DAAD
Technische Hochschule Karlsruhe . © Bauz/DAAD

Mehr als 400 staatlich anerkannte Hochschulen sind in Deutschland an vielen verschiedenen Orten in der ganzen Bundesrepublik zu finden. Alle Hochschulen zusammen bieten rund 20.000 verschiedene Studiengänge an. In der Studiengangssuche kannst du dich über alle Studienmöglichkeiten in Deutschland informieren.

Typen

In Deutschland gibt es drei Arten von Hochschulen. Es liegt vor allem an deinen Interessen und beruflichen Plänen, welcher Hochschultyp für dich in Frage kommt.

  • Universitäten
  • Fachhochschulen
  • Kunst-, Film- und Musikhochschulen
Universität Siegen © Klein/DAAD
Universität Siegen . © Klein/DAAD

Universitäten

Universitäten vermitteln vor allem theoretisches Wissen. Das Studium ist stark wissenschaftlich orientiert und es gibt viele unterschiedliche Fächergruppen. Manche Universitäten haben sich auch auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert und nennen sich zum Beispiel Technische Universitäten (TU) oder Pädagogische Hochschulen (PH). An einer Universität kannst du außerdem promovieren (den Doktortitel machen); das ist an den meisten Fachhochschulen nicht möglich. Mehr Informationen zu den Studienabschlüssen an Universitäten und den anderen Hochschularten findest du hier.

Zahlen und Fakten

Im Wintersemester 2016/17 waren in Deutschland 2,8 Millionen Studierende an 426 staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben. 1,8 Millionen studierten an den 106 Universitäten, 956 928 an den 246 Fachhochschulen. Insgesamt gab es 357 835 internationale Studierende.

Fachhochschulen

An Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften („Universities of Applied Sciences“) ist das Studium sehr praxisorientiert. Der Schwerpunkt liegt stärker auf der beruflichen Anwendung als auf der Theorie, die Ausbildung ist den Anforderungen im Berufsleben angepasst. Wie an Universitäten ist der erste Abschluss der Bachelor, der zweite der Master. Zum Fächerangebot gehören Gebiete wie Technik, Wirtschaft, Sozialwesen oder Medien. In den Praxisphasen, die fest in den Studienverlauf eingeplant sind und je nach Studiengang ein oder mehrere Semester dauern können, geht es darum, Praktika und längere Projektphasen bei Unternehmen im In- und Ausland zu absolvieren.

Kunst-, Film- und Musikhochschulen

An Kunst-, Film- und Musikhochschulen kannst du künstlerische Fächer studieren, also zum Beispiel Musik, Architektur, Bildende Kunst, Schauspiel, Tanz, Industrie- und Mode-Design. An Hochschulen für moderne Medien werden Regisseure, Kameraleute, Drehbuchautoren sowie andere Film- und Fernsehschaffende ausgebildet. Voraussetzung für ein solches Studium ist ein besonderes Talent, das du in einer Aufnahmeprüfung nachweisen musst. Außergewöhnlich begabte Bewerber dürfen manchmal auch ohne Hochschulzugangsberechtigung studieren. Bitte beachte, dass die meisten Kunst-, Film- und Musikhochschulen auf Deutsch unterrichten.

Duale Hochschulen

Neben einem klassischen Fachhochschul-Studium hast du die Möglichkeit, deine akademische Ausbildung in einem Dualen Studium noch stärker mit dem Einstieg ins Berufsleben zu verknüpfen. Wenn du „learning by doing“ magst, viel Motivation und gute Deutschkenntnisse mitbringst und schnell ins Berufsleben einsteigen willst, ist die Duale Hochschule das Richtige für dich. Vor allem Fachhochschulen und Berufsakademien, aber auch einzelne Hochschulen bieten solche Studiengänge an.
Wenn du dich für ein Duales Studium entscheidest, musst du auch einen Vertrag mit einem Unternehmen abschließen. Für gewöhnlich findet die Ausbildung dann an zwei verschiedenen Orten statt: im Betrieb und an der Hochschule. In den meisten Fällen werden die Arbeitsphasen bezahlt und Studiengebühren übernommen. Es gibt drei Varianten:

Wenn du ein passendes Unternehmen gefunden hast, bewirbst du dich dort mit einem Bewerbungsschreiben, einem Lebenslauf und Kopien deiner Zeugnisse. Was genau du einreichen musst, erfährst du bei dem Betrieb, den du dir ausgesucht hast. Kommt deine schriftliche Bewerbung gut an, wirst du zu einem Auswahlverfahren eingeladen. Das besteht meistens aus einem persönlichen Bewerbungsgespräch und einem Test, in dem deine Fähigkeiten geprüft werden. Informiere dich auf jeden Fall rechtzeitig darüber, wie das Bewerbungsverfahren abläuft.

Hochschulpolitik

Bildung wird in Deutschland nicht zentral geregelt. Jedes der 16 Bundesländer hat seine eigenen Hochschulgesetze und Richtlinien. Außerdem sind die Hochschulen in Deutschland sehr selbstständig. Von der Zulassung bis zu den Bewerbungsfristen ist vieles von der jeweiligen Hochschule abhängig. Darum solltest du immer nachfragen, welche Regeln für deine Wunschhochschule gelten.

Staatliche und private Hochschulen

Die meisten Hochschulen in Deutschland werden vom Staat finanziert. Einige werden von der Kirche betrieben, daneben gibt es mehr als 120 private Hochschulen, deren Studienabschlüsse vom Staat anerkannt werden. Viele private Hochschulen sind Fachhochschulen.
Die Mehrheit der Studierenden in Deutschland ist an staatlichen Hochschulen eingeschrieben. Nur rund 5,5 Prozent besuchen eine private Hochschule. Das liegt auch daran, dass du an privaten Hochschulen zum Teil hohe Studiengebühren bezahlen musst. Die Qualität der Lehre ist an beiden Hochschultypen vergleichbar gut.

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