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Studieren als Flüchtling: Wege an eine deutsche Hochschule

Grundsätzlich darfst du als Flüchtling an einer deutschen Hochschule studieren, besonders, wenn dein Status anerkannt ist. Beim Zugang und bei der Zulassung zu einem Studium wirst du genauso gestellt wie andere internationale Studienbewerber. Viele Hochschulen haben Angebote besonders für Flüchtlinge, wie ein Schnupperstudium.

von: Redaktion

Studierende an der Hochschule © Hagenguth/DAAD
Studierende an der Hochschule . © Hagenguth/DAAD

Generelle Informationen

Grundsätzlich darfst du als Flüchtling an einer deutschen Hochschule studieren. Unproblematisch ist es vor allem dann, wenn dein Status anerkannt ist (Asylberechtigung, Zuerkennung des Flüchtlingsschutzes etc.). Dasselbe gilt auch, wenn dein Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist oder du einen Duldungsstatus hast.

Auf der Website des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge findest du generelle Informationen zum Thema Asyl. Wenn du dich direkt in deiner Nähe beraten lassen möchtest, findest du auch Adressen von Beratungsstellen der Bundesländer für Flüchtlinge.

Auf der Website des Goethe-Institutes findest du Antworten auf viele Fragen zum Leben in Deutschland.

Die Website „workeer“ bietet eine Jobbörse für Geflüchtete.

Die Website Anerkennung in Deutschland informiert über die Anerkennung ausländischer beruflicher Qualifikationen.

Voraussetzungen

Beim Zugang und bei der Zulassung zu einem Studium wirst du genauso gestellt wie andere internationale Studienbewerber. Du musst eine Hochschulzugangsberechtigung haben und über ausreichend Sprachkenntnisse verfügen. Die Unterrichtssprache an deutschen Hochschulen ist meistens Deutsch. Es gibt auch viele Kurse und Studiengänge auf Englisch, vor allem Master-Programme. Je nach Studiengang musst du eventuell zusätzliche Qualifikationen erwerben oder Dokumente vorlegen, wie ein Motivationsschreiben.

Wenn du bereits studiert hast, kannst du deine bisherigen Leistungen anerkennen lassen. Auf der Website ANABIN kannst dich über die Anerkennung deines Bildungsabschlusses informieren (nur auf Deutsch). Bitte beachte, dass nur die Hochschule, an der du dich bewirbst, über die Anerkennung deiner bisherigen Leistungen entscheidet.

Wenn dein Schulabschluss nicht für die Aufnahme eines Studiums in Deutschland ausreicht, musst du eine Prüfung absolvieren. Sie heißt Feststellungsprüfung. Auf diese Prüfung kannst du dich in einem Studienkolleg in Deutschland vorbereiten. Die Studienkollegs sind Einrichtungen an Hochschulen und bieten Kurse zu einzelnen Fächergruppen an.

Möglichkeiten fürs Studium

Viele Hochschulen haben Angebote besonders für Flüchtlinge, wie:

  • Teilnahme an Veranstaltungen als Gasthörer
  • Schnupperstudium
  • Teilnahme an Brückenkursen oder Orientierungsprogrammen
  • Ergänzungskurse

Oft sind diese Möglichkeiten kostenfrei für dich. Manche Hochschulen rechnen die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen teilweise an, wenn du ein reguläres Studium beginnen solltest. Frag am besten die Hochschule, an der du studieren möchtest, nach konkreten Angeboten.

Eine Deutschlandkarte zeigt viele Angebote von deutschen Hochschulen für Flüchtlinge. Dort findest du auch direkte Ansprechpartner. (Diese Karte ist ein externes Angebot und steht nicht in Verbindung mit dem DAAD. Die verantwortliche Koordinatorin ist Anna Schmauder.)

Beratung

In den International Offices der Hochschule in deiner Nähe bekommst du weitere wichtige Informationen zum Studium in Deutschland. Sie helfen dir unter anderem, den passenden Studiengang auszuwählen, deine Zeugnisse zu bewerten und weitere Schritte zu planen. Einige Hochschulen haben bereits spezielle Berater für Flüchtlinge. Erkundige dich dafür direkt beim nächsten International Offices. Eine Übersicht der Ansprechpartner in den International Offices findest Du hier auf der Website des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Auch die Beratungsstellen der Bildungsberatung Garantiefond Hochschule beraten und unterstützen junge Zugewanderte bei der Aufnahme oder Fortsetzung ihres Studiums. Du kannst dich kostenlos vor Ort beraten lassen. In ganz Deutschland gibt es 21 Beratungstellen. Auf der Website kannst du dich für einen Termin anmelden.

Die Refugee Law Clinics sind eine Initiative von Jura-Studierenden. Sie bieten kostenlose Rechtsberatung für Geflüchtete an. Aktuell gibt es dieses Angebot in Berlin, Köln, Gießen, Leipzig, Regensburg, Saarbrücken und München.

Finanzierung

Es gibt verschiedene Wege, dich finanziell während eines Studiums unterstützen zu lassen. Die wichtigste Möglichkeit ist die staatliche Förderung „BAföG“. Manche Hochschulen erlassen oder übernehmen auch verschiedene Gebühren. An deutschen Hochschulen gibt es keine oder nur geringe Studiengebühren. Der DAAD bietet momentan keine Stipendien speziell für Flüchtlinge an. Auf unserer Website findest du weitere Informationen zur Finanzierung deines Studiums.