Breadcrumb

Finanzierung und finanzielle Unterstützung: Studium finanzieren

Es gibt verschiedene Wege, dich finanziell während eines Studiums unterstützen zu lassen. Die wichtigste Möglichkeit ist die staatliche Förderung „BAföG“. Manche Hochschulen erlassen oder übernehmen auch verschiedene Gebühren. An deutschen Hochschulen gibt es keine oder nur geringe Studiengebühren.

von: Redaktion

Rechnen © Hagenguth/DAAD
Rechnen . © Hagenguth/DAAD

Je nachdem, seit wann du in Deutschland bist, wie alt du bist und welchen Aufenthaltsstatus du hast, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für finanzielle Förderung.

An deutschen Hochschulen gibt es keine oder nur geringe Studiengebühren. Die Mehrheit der deutschen Hochschulen wird vom Staat finanziert. Für Bachelorstudiengänge an staatlichen Hochschulen gibt es in der Regel keine Gebühren. Für bestimmte Masterprogramme können Studiengebühren anfallen, die aber verglichen mit anderen Ländern nicht sehr hoch sind.

Allerdings hat das Bundesland Baden-Württemberg angekündigt, zum Wintersemester 2017/18 Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger in Höhe von 1.500 € pro Semester für das Studium (Bachelor, Master, Diplom, Staatsexamen) zu erheben. Promovierende sind von den Gebühren nicht betroffen.  Studierende, die bereits ihr Studium in Baden-Württemberg aufgenommen, aber zum WS 2017/18 noch nicht abgeschlossen haben, zahlen bis zum Studienabschluss keine Studiengebühren. Diese Regelung über Studiengebühren in Baden-Württemberg befindet sich derzeit noch im politischen Entscheidungsprozess und die Regelungen im Einzelnen sind daher noch nicht festgelegt.

Erlass von Gebühren und Stipendien der Hochschulen

Einige Hochschulen erlassen oder übernehmen unter anderem die Gebühren für Gasthörerstatus, Semesterticket, Gebühren für die Zulassung, Prüfungen oder Deutschkurse. Bitte erkundige dich bei der Hochschule, an der du studieren möchtest, nach den Möglichkeiten.

Stipendien

Verschiedene Organisationen, Hochschulen, Bundesländer und Städte bieten Stipendien speziell für Flüchtlinge an. Leider gibt es derzeit keine Datenbank, in der du nach geeigneten Förderungsmöglichkeiten suchen kannst. Bitte wende dich an die Hochschule, an der du studieren möchtest und informiere dich über die finanzielle Unterstützung.

Der DAAD bietet momentan keine Stipendien speziell für Flüchtlinge an.

BAföG

BAföG ist eine staatliche finanzielle Förderung für Studierende und bedeutet BundesAusbildungsrderungsGesetz. Die Förderung ist zur Hälfte ein Zuschuss und zur anderen Hälfte ein zinsloses „Staatsdarlehen“. Dieses Staatsdarlehen, also die Hälfte der Fördersumme, musst du nach deinem Studium, frühestens ab fünf Jahren nach Ablauf der Regelstudienzeit, regelmäßig in Raten zurückzahlen. Mehr als 10.000 Euro muss aber niemand zurückzahlen. Die Höhe des BAföGs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die maximale Summe pro Monat beträgt 735 Euro. Du kannst die Förderung für dein Studium bekommen, solange du und deine Eltern nicht genug Einkommen habt, normalerweise aber maximal bis zum Ablauf deiner Regelstudienzeit.

Ob und ab wann du Anspruch auf BAföG hast, hängt von deinem Aufenthaltsstatus und weiteren persönlichen Voraussetzungen ab. Wenn du Fragen hierzu hast, kontaktiere am besten das zuständiges Studentenwerk.

Generell gilt:

  1. Du bist anerkannter Flüchtling (anerkannter Asylberechtigter, Flüchtling mit Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft bzw. subsidiärem Schutz)

Dann kannst du BAföG beantragen, unabhängig davon, wie lange du bereits in Deutschland bist.

  1. Du bist Geduldeter oder Inhaber bestimmter humanitärer Aufenthaltstitel

Dann kannst du bereits nach 15 Monaten, nachdem du in Deutschland deinen Asylantrag gestellt hast, die Unterstützung beantragen. Diese Regelung ist zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten.

  1. Wenn noch nicht über deinen Asylantrag  entschieden ist

Dann kannst du kein BAföG beantragen. Du erhältst in der Regel aber deine Unterstützung nach dem  Asylbewerberleistungsgesetz weiter. Weitere Informationen hierzu erhältst du bei der zuständigen Sozial- oder Ausländerbehörde.

Wenn du Anspruch auf BAföG hast, musst du einen Antrag stellen. Dafür musst du verschiedene Formulare („Formblätter“) ausfüllen und beim zuständigen BAföG-Amt für deine Hochschule einreichen. Für den Antrag sind einige Unterlagen und Nachweise nötig. Dazu gehören zum Beispiel Unterlagen zu Einnahmen und Vermögen sowie Bescheinigungen deiner Hochschule. Du bekommst BAföG nur, wenn dein Antrag vollständig beim Amt für Ausbildungsförderung eingegangen ist. Du musst also alle Angaben mit allen nötigen Nachweisen einreichen. Auf der Website der Studentenwerke findest du eine Checkliste für das Ausfüllen des BAföG-Antrages.

Welches Amt bzw. Studentenwerk für dich zuständig ist, ist abhängig davon, wo du studierst. Du musst deinen Antrag bei dem Studentenwerk stellen, das für die Hochschule zuständig ist, an der du studierst oder studieren möchtest. Das Amt für Ausbildungsförderung berät dich auch bei Fragen und kann dich dabei unterstützen, deinen Antrag korrekt auszufüllen. Auf der Website der Studentenwerke kannst du dein zuständiges Studentenwerk suchen.

Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule

Die Beratungsstellen der Bildungsberatung Garantiefond Hochschule beraten und unterstützen junge Zugewanderte bei der Aufnahme oder Fortsetzung ihres Studiums. Du kannst dich kostenlos vor Ort beraten lassen. In ganz Deutschland gibt es 21 Beratungstellen. Auf der Website kannst du dich für einen Termin anmelden.

Die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule unterstützt dich auch finanziell. Sie fördern ausgewählte Deutschkurse, die dich auch für die TestDaF-Prüfung vorbereiten und übernehmen die Prüfungsgebühren für den Test. Weitere Leistungen sind unter anderem ein Zuschuss für die Mietkosten und Lernmittel sowie die Übernahme der Gebühren für das Beglaubigen von Dokumenten.

Für die finanzielle Förderung musst du bestimmte Kriterien erfüllen. Auf der Website des Bildungsfonds findest du detaillierte Informationen zu den Kriterien einer Förderung.