Trier: Studieren in Deutschlands ältester Stadt

Einst war Trier die Hauptstadt des westlichen Europas, die größte Stadt nördlich der Alpen und stand Rom und Alexandria an Reichtum in nichts nach. Deutschlands älteste Stadt hat jedoch mehr zu bieten als eine beeindruckende Vergangenheit. Eine malerische Kulisse gibt ihr den Charme einer Märchenstadt und zurzeit bevölkern etwa 20.000 Studierende die Straßen und Gassen.


Trier auf einen Blick

 

Trier, Foto: Wikimedia Commons/Stefan Kühn
Trier, Foto: Wikimedia Commons/Stefan Kühn
Diese kleine, malerische Stadt, deren Besiedlungsgeschichte wahrscheinlich auf die Zeit um 2000 v. Chr. – mit Sicherheit aber auf das Jahr der römischen Stadtgründung 16 v. Chr. – zurückgeht,  wird jedes Jahr von fast zwei Millionen Touristen besucht. Sie strömen nach Trier, weil diese Stadt eine Schatzkammer der römischen und deutschen, der heidnischen wie christlichen Geschichte ist. Trier liegt außerdem in einer wunderschönen Landschaft: im Südosten erheben sich sanfte Weinberge, Sandsteinfelsen stehen im Norden und dazwischen fließt die Mosel, an deren Ufern sich die Stadt mit der prächtigen Architektur aus zwei Jahrtausenden erhebt. Trier hat einen ganz eigenen Rhythmus, ein Rhythmus aus Ruhe und Gelassenheit.
Obwohl die meisten Besucher von der glorreichen Vergangenheit der Stadt angezogen werden, lebt Deutschlands älteste Stadt dennoch in der Gegenwart. Die Architektur der Vergangenheit ist mit Leben und moderner Kultur gefüllt. Das römische Amphitheater beherbergt Rock Festivals, alte Klöster sind heute Regierungsgebäude oder Krankenhäuser und wenn du in ein Café gehst, kann es gut sein, dass du dich in einem mittelalterlichen Gebäude befindest.
Trier ist ein altehrwürdiger Ort am Rand von Rheinland-Pfalz, der aber nicht abseits der Wege liegt. Es ist eine sehr offene Stadt, die europäisch denkt. Die Stadt im Herzen Europas liegt näher an vier europäischen Hauptstädten, als an Berlin: Brüssel, Amsterdam, Paris und Luxemburg. Luxemburg liegt quasi um die Ecke, und ist fast zu Fuß zu erreichen.


Overview of the universities

 

Universität Trier

Uni Trier, Foto: Universität Trier
Uni Trier, Foto: Universität Trier
Man könnte einen falschen Eindruck bekommen, wenn man hört, dass die Universität Trier ursprünglich im Jahr 1437 gegründet wurde. In Wahrheit wurde diese frühe Phase der Trierer Universität immer wieder von finanziellen und administrativen Problemen überschattet, so dass es weder eine Überraschung, noch ein großer Verlust war, als die Universität 1798 geschlossen wurde. Der Bildungsboom der 1960er Jahre brachte die Universität Trier zurück auf die Bildfläche, zuerst als Teil der Doppeluniversität Trier/Kaiserslautern 1970, und dann fünf Jahre später als unabhängige Hochschule. Seitdem hat die Universität ihr Studienangebot sehr stark vergrößert und sich einen Ruf als europäische Institution erworben.
Eine internationale Ausrichtung, die sich in vielen Bereichen widerspiegelt, ist heute ein Grundprinzip der Universität. So bietet die Hochschule Eurodiplome und europäisch ausgerichtete Studiengänge in den Bereichen Jura, Wirtschaft und Sozialwissenschaften an. Grenzübergreifende Kooperationen in Lehre und Forschung gehören ebenso zu den Grundzügen der Universität, wie Seminare und Kurse in verschiedenen Fremdsprachen. Der Fachbereich Psychologie, der eng mit den lokalen Krankenhäusern zusammenarbeitet, ist nicht nur ein Aushängeschild der Hochschule, sondern auch eins der größten Institute seiner Art in Deutschland.
Wie in vielen kleinen Hochschulen, so ist auch hier der persönliche Kontakt viel intensiver, egal ob zwischen Dozent und Student oder zwischen den Studierenden untereinander. Die Universität selbst besteht aus einem Campus, auf dem sich die einzelnen Fachbereiche sternenförmig um die Zentralbibliothek gruppieren. Und obwohl der Campus ziemlich stadtnah liegt, ist er sehr grün, weitläufig und mit vielen Kunstwerken geschmückt.

Fachhochschule Trier
Die Fachhochschule biete Programme in den Bereichen Computertechnik, Architektur, Management, Design und weiteren technischen Fächern an. Wie bei FHs üblich, sind die Programme praxisnah und marktorientiert ausgerichtet und die Hochschule hält Kontakt zur regionalen Wirtschaft und zu öffentlichen Einrichtungen. Gut 4.400 Studierende sind am Campus Trier und am Umweltcampus in Idar-Oberstein, ca. 30 km entfernt, eingeschrieben.


Freizeit in Trier

 

Porta Nigra, Foto: Wikimedia Commons/Berthold WernerPorta Nigra, Foto: Wikimedia Commons/Berthold Werner
Natürlich kann man in Trier Geschichte zum Anfassen erleben. So findet sich in der Stadt ein echtes römisches Amphitheater, in dem damals bis zu 20.0000 Zuschauer Platz fanden und Gladiatoren sich blutige Kämpfe lieferten. Heute dient es als Veranstaltungsort für Konzerte. Besucher können heute noch die Keller unterhalb der Arena besichtigen, in denen Gefangene und wilde Tiere für die Kämpfe gefangen gehalten wurden. Das Amphitheater und andere antike Stätten stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes der Menschheit.
Im Trierer Dom St. Peter, der ältesten Bischofskirche Deutschlands, findet sich ein Schrein, der eine besonders kostbare Reliquie enthält: den Heiligen Rock, eine Tunika, die angeblich von Jesus Christus bei der Kreuzigung getragen wurde. Der Legende nach brachte es die Heilige Helena im vierten Jahrhundert in die Stadt. Für Gläubige und Touristen ist der Helige Rock die Hauptattraktion Triers.
Im Sommer kommt man in Trier an Jazz nicht vorbei. Das Café-Restaurant Brunnenhof beispielsweise veranstaltet jährlich in seinem historischen Innenhof eine sehr bekannte, Open-Air Jazz Reihe. Jeden Donnerstag im Juli und August wird hier Jazz gespielt. Aber auch ohne Jazz ist das Restaurant einen Besuch wert.
Nicht verpassen solltest du das Kultur- und Kommunikationszentrum Tuchfabrik, besser bekannt als Tufa. Hier finden Workshops, Kabarett und Comedy Shows statt,  außerdem gibt es Konzerte und vieles mehr.


Interview mit Mariya Vasileva aus Bulgarien

 

Mariya aus Bulgarien studiert Spanisch, Slawistik und Medienwissenschaften an der Universität Trier.

Mariya Vasileva, Foto: DAAD
Mariya Vasileva, Foto: DAAD
Warum bist du zum Studium nach Deutschland gekommen?
Ich kam zuerst als Au-pair nach Deutschland. Nach dem Jahr in Magdeburg habe ich dann entschieden, in Trier zu studieren.

Wie lebt es sich in Trier als Studentin?
Da ich aus Sofia komme, war ich zuerst überrascht, wie klein meine neue Studienstadt ist, aber es hat nicht lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass Trier eine ganz besondere, süße, kleine Stadt ist. Die geringe Größe hat auch ihre Vorteile, denn man braucht kein Auto und lernt im Nu neue Leute kennen. Natürlich kann man das Nachtleben nicht mit dem von Köln oder Düsseldorf vergleichen, aber für Studenten, die sich auf ihr Studium konzentrieren wollen, ist es ideal.

Würdest du Austauschstudenten empfehlen, nach Trier zu kommen?
Auf jeden Fall, denn Trier ist auch eine günstige Stadt. So kostet ein Zimmer im Studentenwohnheim nur zwischen 120 und 160 Euro im Monat. Viele Studenten leben im Wohnheim, weil sie Geld sparen wollen und auch keine eigenen Möbel brauchen. Ich habe allerdings immer lieber in WGs gewohnt.

Was ist dein Lieblingsplatz in der Stadt?
Mein Lieblingsplatz ist der Viehmarkt, ein zentraler Platz mit vielen Cafés und Kneipen. Jeder, der ins Nachtleben startet, fängt am Viehmarkt an. Es ist ein fantastischer Platz, vor allem im Sommer, wenn überall Tische und Stühle stehen und man draußen sitzen kann. Außerdem ist der Campus einer meiner Lieblingsorte. Er liegt nah am Zentrum und ist sehr grün. Viele Studenten liegen auf den Campuswiesen, lesen oder entspannen einfach. Das kannte ich bisher nicht aus anderen Städten.


Nützliche Links

 

Die Internetseite der Stadt Trier
Studentenwerk Trier
Internationales Zentrum

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.