Darmstadt: Wo Wissenschaft und Kunst sich treffen

Darmstadt ist eine Stadt der Symbiosen: Hier kannst du nicht nur einige der renommiertesten Wissenschafts- und Ingenieursschulen entdecken, sondern auch eine weltberühmte Künstlersiedlung.

von Katharina Mutz


Darmstadt auf einen Blick

 

Die Waldspirale von Hundertwasser, Foto: AfWS/Alex Deppert
Die Waldspirale von Hundertwasser, Foto: AfWS/Alex Deppert
Darmstadt ist seit Jahrhunderten eine wahre Oase für Topwissenschaftler, Musiker, Ingenieure und Künstler. Das Besondere an der 140.000 Einwohner-Stadt nahe Heidelberg ist ihre faszinierende Mischung aus künstlerischen Traditionen einerseits und wissenschaftlichem Fortschritt andererseits. Chemiker und Luftfahrtingenieure fühlen sich hier ebenso wohl wie Künstler und Architekten. Futuristische Forschungszentren, traditionelle Gebäude, aber auch architektonische Meisterwerke prägen das Stadtbild. Darmstadt bezeichnet sich selbst zurecht als ‚,Stadt der Wissenschaft’': So hat  beispielsweise der weltweit erfolgreiche Pharma- und Chemiekonzern Merck hier seine Wurzeln: Die Geschichte des Unternehmens nahm 1686 ihren Anfang, als Friedrich Jacob Merck die Darmstädter ‚Engel-Apotheke’ kaufte. Heute macht Merck einen jährlichen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro; das Forschungsbudget des Konzerns beläuft sich auf eine Milliarde Euro pro Jahr. Erfolgreiche Unternehmen und innovative Wissenschaft sind aber nur ein Teil von Darmstadt; den anderen Teil machen die Kreativen aus, die sich hier angesiedelt haben: Künstler zieht es nach Darmstadt, weil sie hier Design studieren, über die weltberühmte Mathildenhöhe flanieren oder die Waldspirale - ein bemerkenswertes Gebäude des renommierten Architekten und Künstlers Hundertwasser - bestaunen können.


Hochschulen im Überblick

 

Technische Universität Darmstadt

Altes Hauptgebäude der TU Darmstadt, Foto: Wikicommons/thomasgp
Altes Hauptgebäude der TU Darmstadt, Foto: Wikicommons/thomasgp
Die TU Darmstadt ist mit ihren mehr als 17.000 Studenten bekannt für die Fächer Ingenieurwesen, Chemie und Informatik. In diesen Bereichen ist die TU so renommiert, dass viele lokale Arbeitgeber die Absolventen gleich nach ihrem Abschluss anstellen. Die TU Darmstadt legt außerdem großen Wert auf Internationalität: Über 14 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland; zudem unterhält die Universität Kooperationen zu 65 Hochschulen in aller Welt.

Hochschule Darmstadt
Die 1971 gegründete Hochschule Darmstadt arbeitet Hand in Hand mit lokalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, um ihre rund 11.000 Studierenden auf dem neuesten Stand von Ingenieurwesen und Informatik zu unterrichten. Deshalb gilt die Hochschule als eine Talentschmiede für Hightech-Firmen. Übrigens studieren hier internationale Austauschstudenten aus mehr als 100 Partnerinstitutionen weltweit.

Wilhelm Büchner Hochschule
Die Wilhelm Büchner Fernhochschule ist eine private Fernhochschule, deren Abschlüsse staatlich anerkannt sind. Die 1997 gegründete Hochschule richtet sich an Studierende, die sich neben ihrem Beruf weiterqualifizieren wollen. Heute gehört die Wilhelm Büchner Hochschule mit mehr als 5000 Studierenden zu einer der größten Hochschulen ihrer Art in Deutschland.

Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Die staatlich anerkannte Evangelische Fachhochschule Darmstadt wurde 1979 gegründet. Träger der Hochschule, die vor allem Studiengänge aus den Bereichen Sozialarbeit und Pädagogik anbietet, ist die Protestantische Kirche von Hessen und Nassau.


Freizeit in Darmstadt

 

Mathildenhöhe, Foto: Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Darmstadt
Mathildenhöhe, Foto: Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Darmstadt
Auf geht’s in Richtung des trubeligen Luisenplatzes im Zentrum der Altstadt. In dieser Gegend wimmelt es nur so vor Restaurants, Einkaufszentren, Straßenverkäufern und Museen. Der Luisenplatz ist der perfekte Ausgangspunkt, wenn du die Stadt erkunden willst: Er liegt in unmittelbarer Nähe von Universität, Theatern und historischen Gebäuden. Darmstadts Vorliebe für architektonische Innovationen kommt besonders in einem Gebäude zum Ausdruck: Der Waldspirale. Der berühmte Architekt Friedensreich Hundertwasser baute sie zwischen 1998 und 2000 und kreierte damit ein einmaliges modernes Kunstwerk. Das schräge Gebäude, das an der höchsten Stelle zwölf Etagen erreicht, windet sich um einen Hauptturm und wird von zwiebelförmigen Kuppeln bekrönt. Die lebendigen Stuckverzierungen verleihen dem Gebäude einen unvergleichlichen Charme. Ein komplett mit Bäumen bestandenes Dach komplettiert die außergewöhnliche Fassade der Waldspirale.
Darmstadtium, Foto: Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Darmstadt
Darmstadtium, Foto: Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Darmstadt
Ein anderes interessantes Gebäude ist das Darmstadtium, ein Zentrum für Kongresse und Tagungen aus Glas und Metall, das mehrere Tausend Besucher gleichzeitig aufnehmen kann. Darmstadt ist aber nicht nur eine Stadt der Wissenschaft, sondern auch eine Stadt der Science Fiction: Kurz hinter den Stadtgrenzen liegt Eberstadt, das heute ein Vorort von Darmstadt ist. Die Burg Frankenstein, die hier auf einem Hügel steht, soll Mary Shelley bei einem Ausflug zu ihrem Roman Frankenstein inspiriert haben. Auch heute ist die Burg ein lohnendes Ausflugsziel, von dem aus du einen wunderbaren Blick auf Darmstadt genießen kannst. Besonders spannend dürfte ein Besuch um Halloween sein: Dann bevölkern allerlei Geister, Monster und andere unheimliche Kreaturen die Burg. Aber keine Angst: Bei diesen Gespensterwesen handelt es sich lediglich um Schauspieler, die Touristen erschrecken sollen und ganz nebenbei den heimischen Kindern eine Menge Spaß bereiten. Darmstadts Nachtleben kann sich übrigens nicht nur an Halloween sehen lassen: Im Nachtcafé seid Ihr richtig, wenn Ihr Fans von Black Music und Soul seid, im Level 6 Club gibt es Deep- und Techhouse und im Das Stella könnt Ihr R 'n' B, Soul und Classics hören. Beliebt bei Jung und Alt ist außerdem das Steinbruch-Theater, eine Mischung aus Biergarten, Café und Disco, wo immer wieder verschiedene Livebands auftreten.


Interview mit Melanie Barisic

 

Melanie Barisic aus Heidelberg studiert Graphikdesign an der Fachhochschule Darmstadt.

Melanie Barisic, Foto: privat
Melanie Barisic, Foto: privat
Wieso hast Du Darmstadt als Studienort ausgewählt?
Ich habe mich für die Fachhochschule Darmstadt entschieden, weil es in meiner Heimatstadt keinen ähnlichen Studiengang gab. Darmstadt bietet einen ganzen Strauß an Studienmöglichkeiten. Mir gefällt es sehr, dass meine Professoren Seminare und Vorlesungen mit praktischen Übungen kombinieren. Die Professoren fungieren als Leitfiguren, sie lassen den Studenten aber trotzdem genug Raum, ihren eigenen Stil zu entwickeln. Besonders gut gefällt mir Darmstadts studentisches Flair. An den Wochenenden fahren wir manchmal ins nahe gelegene Frankfurt.

Was sind deine Lieblingsplätze in Darmstadt?
In Darmstadt gibt es viele Parks, in denen man super lernen, lesen oder sich einfach erholen kann, aber mein Lieblingsplatz ist an sonnigen Tagen die Mathildenhöhe. In dieser Künstlerkolonie haben Künstler und Architekten im frühen zwanzigsten Jahrhundert den Jugendstil, Deutschlands Art Nouveau Stil, entwickelt. Die Künstler bauten auf der Mathildenhöhe Wohnungen für sich selbst, aber auch andere Gebäude. Die saftigen Wiesen, die schöne Umgebung und die ungewöhnliche Architektur machen diesen Ort zu einem wunderbaren Platz für Studenten, die nach künstlerischer Inspiration suchen.

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.