Bayreuth: Künstlerstadt mit Format

Bayreuth ist weltberühmt: Die Wagner-Festspiele ziehen jedes Jahr mehr als zehntausend Besucher aus aller Welt an. Dass die kleine Stadt am Roten Main auch Heimat innovativer Forschung ist, wissen hingegen wenige.

von Katharina Mutz



Bayreuth auf einen Blick

 

Bayreuth Festspielhaus, Foto: DAAD/Ebert
Bayreuth Festspielhaus, Foto: DAAD/Ebert
Bayreuth ist eine Stadt der Künstler und Kreativen: Neben Richard Wagner sind auch der Komponist Franz Liszt und der Dichter Jean Paul untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden. Vor allem im 18. Jahrhundert hat Bayreuth auch eine große Zahl bildender Künstler angezogen, und das macht sich bis heute bemerkbar: Zahlreiche eindrucksvolle Bauten aus Barock und Rokoko machen einen Spaziergang durch die Stadt zu einem echten Erlebnis. Das Markgräfliche Opernhaus etwa gilt als das schönste erhaltene Barocktheater Europas. Auch landschaftlich ist Bayreuth idyllisch gelegen zwischen den Wäldern des Fichtelgebirges und der Fränkischen Schweiz. Ausflüge in die Umgebung sind also ideal, um sich vom stressigen Studienalltag zu erholen. Aber das ist nicht alles: Die Stadt mit ihren rund 74.000 Einwohnern ist auch ein attraktives Zentrum für Wirtschaft und Forschung. So entwickeln Forscher im Technologiepark Bayreuth neue Werkstoffe und untersuchen, wie diese Materialien verarbeitet und angewandt werden können. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Forschung und Entwicklung im Gebiet der Medizintechnik.



Hochschulen im Überblick

 

Universität Bayreuth

Auditorium Maximum der Uni Bayreuth, Foto: Uni Bayreuth
Auditorium Maximum der Uni Bayreuth, Foto: Uni Bayreuth
Die 1975 gegründete Uni Bayreuth ist eine der jüngsten Hochschulen Deutschlands und mit rund 9500 Studierenden von überschaubarer Größe. Es wundert deshalb nicht, dass die persönliche Atmosphäre und die gute Betreuung einige der Qualitäten sind, die die Studierenden an ihrer Uni besonders schätzen. Besonderen Wert legt die Uni Bayreuth darauf, dass Forschung und Lehre interdisziplinär angelegt sind. Deshalb hat sie fächerübergreifende Forschungsfelder entwickelt, in denen die verschiedenen Fachbereiche zusammenarbeiten. Diese Profilfelder umfassen so unterschiedliche Themen wie molekulare Biowissenschaften, Afrikastudien, Umweltwissenschaften oder interkulturelle Prozesse. Auch der zentral gelegene ,,Campus im Grünen'', auf dem alle Einrichtungen zusammengefasst sind, trägt seinen Teil zur Idee der Kooperation bei: Er sorgt für kurze Wege zwischen den einzelnen Einrichtungen und erleichtert den Kontakt zwischen Studierenden der verschiedenen Fachbereiche.



Freizeit in Bayreuth

 

Parkanlage Eremitage, Foto: BayreuthMarketing und Touristik GmbH
Parkanlage Eremitage, Foto: BayreuthMarketing und Touristik GmbH
Ihrem Ruf als Kulturstadt fühlt sich Bayreuth bis heute verpflichtet. Deshalb findet auch außerhalb der berühmten Festspielsaison eine ganze Reihe von Konzerten, Festivals und Theaterstücken statt: Im Januar und Februar präsentiert das Filmfest kontrast Kurzfilme aus aller Welt, im Mai findet das Festival Musica Bayreuth mit Konzerten von Klassik bis Pop statt, im Sommer zeigt das Ensemble der Studiobühne Theaterstücke unter freiem Himmel und im November findet alljährlich ein Jazzfestival statt. Die Liste ließe sich fortsetzen – Langeweile kann da schwerlich aufkommen. Zudem gibt es im kleinen Bayreuth mehr als zwei Dutzend Museen. Darunter sind so renommierte wie das Richard-Wagner-Museum oder die Staatsgalerie im Neuen Schloss, aber auch so ungewöhnliche wie das Deutsche Freimaurer-Museum, das Schreibmaschinenmuseum oder das Kleine Plakatmuseum. Wer sich von all den Museumsbesuchen erholen will, dem bieten zahlreiche Kneipen und Cafes Gelegenheit dazu. Im Borracho etwa kannst Du leckere Cocktails genießen und Dich im Sommer im dazu gehörigen Biergarten zwischen Sand und Palmen von den Strapazen des Alltags erholen. Wenn Du hingegen abtanzen willst, solltest Du ins Rosenau gehen, wo jeden Donnerstag eine Studentenparty stattfindet. Ebenfalls beliebt ist Sophie’s Danceclub, in dem nicht nur DJ’s auflegen, sondern auch immer wieder Live-Musik gespielt wird.



Interview mit Henrieta aus der Slowakei

 

Henrieta Dubecka studiert in Bayreuth interkulturelle Germanistik (MA) im zweiten Semester.

Henrieta Dubecka
Henrieta Dubecka
Wieso hast du dich gerade für ein Studium in Bayreuth entschieden?
Zuerst hatte ich mich in Berlin um einen Studienplatz beworben, dort aber eine Absage bekommen. Weil ich 2006 schon an einer Sommeruni in Bayreuth teilgenommen hatte und mir die Stadt gut gefallen hatte, habe ich mich dann für Bayreuth entschieden.

Was gefällt dir denn besonders gut an Bayreuth?
Es ist super, dass die Stadt so international ist. Es gibt hier sehr viele ausländische Studierende, die alle sehr nah beieinander in Wohnheimen wohnen. Weil Bayreuth eine kleine Stadt ist, ist es nicht schwer, Kontakte zu knüpfen. In einer Stadt wie Berlin zu studieren, ist sicher sehr viel anonymer. Bayreuth ist so klein, dass man alles in zehn Minuten zu Fuß erreichen kann, aber nicht so klein, dass man sich hier langweilen müsste. Es gibt hier sehr viele Clubs, und das lokale ISN, eine Organisation, die sich um den Austausch zwischen den Studenten kümmert, ist hier sehr gut organisiert.

Bist du mit deinem Studium zufrieden?
Ehrlich gesagt fand ich es im ersten Semester ein bisschen langweilig, aber das hat sich inzwischen gelegt. Jetzt, in meinem zweiten Semester, kann ich mich schon gut orientieren und besser planen. Fachlich ist es allein schon deshalb interessanter geworden, weil die Grundlagen schon vorhanden sind und wir uns jetzt spezielleren Themen widmen können.

Ist es dir schwergefallen, dich in Bayreuth einzuleben?
Eigentlich nicht. Ich kannte die Stadt ja schon von der Sommeruni her und hatte deshalb schon Kontakt zu ein paar Leuten. Außerdem ist mein Lehrstuhl sehr international orientiert; dort hat man Verständnis dafür, wenn die internationalen Studierenden manchmal etwas mehr Zeit brauchen.

Hast du Lieblingsplätze in Bayreuth?
Es gibt hier sehr viele schöne Orte. Ich mag etwa die vielen großen Parks, in denen man picknicken oder Volleyball spielen kann. Besonders schön sind die Eremitage und der Richard Wagner-Park, in dem auch das Festspielhaus ist. Einer meiner besonderen Lieblingsplätze ist das italienische Café San Remo, in dem es das beste Eis der ganzen Stadt gibt.



Nützliche Links

 

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