Wiesbaden: Wo Heilwasser und Wein fließen

Wiesbaden - der Name ist Programm in der Hauptstadt des Bundeslandes Hessen. Als eines der ältesten Kurbäder Europas spielt gesundes Wasser eine genauso große Rolle in der Stadt wie edler Wein.


Wiesbaden auf einen Blick

 

Kurhaus, Foto: Steuer/DAAD
Kurhaus, Foto: Steuer/DAAD
Wiesbaden ist schön, keine Frage. Die prächtigen Altbauten aus der Gründerzeit, das herrschaftliche Kurhaus mit seinen üppigen Parkanlagen, das Hessische Staatstheater und natürlich die Altstadt mit ihren gepflasterten Gassen begeistern ihre Besucher. Wasser und Wein spielen die Hauptrollen in der hessischen Landeshauptstadt mit ihren 287 000 Einwohnern. Gleich 15 Thermal- und Mineralquellen entspringen hier. Ihr heilendes Wasser kannst du zum Beispiel am Kochbrunnen selbst probieren.
Aber Vorsicht: Erwarte nicht, dass es so gut wie ein Gläschen Riesling schmeckt. An den Hängen des “Nerobergs”, dem Hausberg Wiesbadens, gedeihen die edlen Trauben dank dem milden Klima der Stadt prächtig. Von Wiesbaden ist es nicht weit bis in den Rheingau, einem der der bedeutendsten Anbaugebiete für Wein in Deutschland.

Das heilende Wasser des Kochbrunnens

Fast genauso hoch wie der Neroberg mit seinen 130 Metern ist der Turm der Marienkirche am Schlossplatz. Die 98 Meter reichen für den Titel „Höchstes Gebäude der Stadt“. Die Ringkirche am Kaiser-Friedrich-Ring gilt unterdessen aufgrund ihrer besonderen Bauweise nach dem „Wiesbadener Programm“ seit 2002 als deutsches Nationaldenkmal.
Nur 15 km und der Rhein trennen die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden von Mainz, der Hauptstadt von Rheinland-Pfalz. Auch die Metropole Frankfurt am Main oder Nachbarland Luxemburg sind nicht weit entfernt.


Hochschulen im Überblick

 

Hochschule RheinMain

Knapp 10 000 Studierende sind an der Hochschule RheinMain eingeschrieben. Sie verteilen sich auf insgesamt fünf Standorte: Drei davon in Wiesbaden selbst für die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen sowie Sozialwesen, Design/Informatik/Medien, sowie die Wiesbaden Business School, einem Campus für Ingenieurwissenschaften in Rüsselsheim und einem in Geisenheim, wo alle „grünen“ Studiengänge wie Internationale Weinwirtschaft oder Gartenbau gelehrt werden.
Die ehemalige Fachhochschule Wiesbaden, die 2009 einen neuen Namen bekam, bietet eine Mischung aus gemütlicher und familiärer Atmosphäre und ist sehr international ausgerichtet. Die moderne Ausstattung der Seminarräume und der Mensa schätzen auch die etwa 1 200 ausländischen Studierenden.  
Bei Fragen und Problemen ist der „i-Punkt“ des Studien-Informations-Zentrums (SiC) die richtige Adresse. Vier Tutoren helfen dir ebenfalls beim Einleben in Deutschland. Für alle, die persönliche Kontakte knüpfen möchten, gibt es speziell das „Buddy-Programm“. Kostenlose Deutschkurse bietet das Sprachzentrum an und beim Hochschulsport kannst du dich nach einem anstrengenden Tag abschalten.


Freizeit in Wiesbaden

 

Im Kurpark abhängen, Foto: Steuer/DAAD
Im Kurpark abhängen, Foto: Steuer/DAAD
Sobald es warm wird, spielt sich das Leben auf der Straße ab. Besonders der Kurpark ist ein sehr beliebter Treffpunkt. Bei einem Picknick mit Freunden kannst du herrlich entspannen und das mitten in der Stadt. Auch bis zum Rhein ist es nicht weit. Obwohl er nicht so wie in Köln oder Düsseldorf direkt durch die Stadt fließt, bist du mit Buslinie 14 vom Hauptbahnhof in 15 Minuten am Wasser und kannst nebenbei Schloss Biebrich einen Besuch abstatten.  
Apropos Wasser: Auf dem Wiesbadener Neroberg wartet das „Opelbad“ auf deinen Besuch. Für Studenten kostet der Eintritt vier Euro. Den tollen Ausblick über die ganze Stadt bekommst du gratis dazu. Falls du keine Lust hast, zu Fuß den 130 Meter hohen „Berg“ zu erklimmen, bringt dich die „Nerobergbahn“ in dreieinhalb Minuten hinauf. Die Fahrt mit den gelben, original erhaltenen Wagen der Drahtseilbahn aus dem Jahr 1888 ist für dich dank Semesterticket kostenlos. Nach dem schwimmen solltest du noch einen Blick auf die russisch-orthodoxe Kirche werfen, die ebenfalls auf dem Berg steht oder kannst dich im Kletterwald wortwörtlich zum Affen machen.

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  • Wiesbaden ist bekannt für seine schönen Altbauten, Foto: Steuer/DAAD
  • Der Kurpark ist ein beliebter Treffpunkt, Foto: Steuer/DAAD
  • Khanh, Martin und Andreas studieren in Wiesbaden, Foto: Steuer/DAAD
  • Das Kurhaus ist das Wahrzeichen der Stadt, Foto: Steuer/DAAD
  • Holocaust Mahnmal am Michelsberg, Bild: Steuer/DAAD
  • Die Türme der Marienkirche, Foto: Steuer/DAAD
  • Straßencafé, Foto: Steuer/DAAD
  • Fahrrad fahren mal anders, Foto: Steuer/DAAD

Wiesbaden in Bildern

  • Wiesbaden ist bekannt für seine schönen Altbauten, Foto: Steuer/DAAD
  • Der Kurpark ist ein beliebter Treffpunkt, Foto: Steuer/DAAD
  • Khanh, Martin und Andreas studieren in Wiesbaden, Foto: Steuer/DAAD
  • Das Kurhaus ist das Wahrzeichen der Stadt, Foto: Steuer/DAAD

Nach so viel Action lohnt sich ein Bummel durch die hübsche Altstadt. Während sich die üblichen Bekleidungsketten in der Fußgängerzone in der Langgasse und Kirchgasse angesiedelt haben, findest du rund um den Schlossplatz lauter kleine Läden z.B. einen Gewürzladen, einen Seifenladen oder einen Schoko-Laden. Witzige Accessoires und selbst gemalte Bilder gibt es im Laden „KonsumSchwestern“ am Michelsberg.

Sonnenuntergang am Rhein, Foto: Steuer/DAAD
Sonnenuntergang am Rhein, Foto: Steuer/DAAD
Für einen Kaffee zwischendurch hast du die Wahl zwischen zahlreichen Cafés. Besonders beliebt bei den Studierenden sind das „Cafe Extrablatt“, das „Café Alex“ in der Langgasse, das "Café Klatsch" in der Marcobrunnerstraße, sowie das „perfect day“ in der Kirchgasse, wo du Kaffee aus dem indischen Kerala und gesunde Snacks probieren kannst. Doch lieber afghanische Küche? Dann ist das Restaurant „die Waffel“ am Michelsberg das Richtige für dich.
Wunder dich nicht, wenn viele deiner Mitstudenten nach der letzten Vorlesung Wiesbaden verlassen und nach Mainz fahren. Da die beiden Städte nur 15 Kilometer und der Rhein trennen, wohnen und leben viele Studenten lieber dort, denn Mainz ist größer. Was nicht heißt, dass in Wiesbaden am Abend nichts los ist. Im Gegenteil: Dienstags ist Karaoke im „Irish Pub“, mittwochs an gleicher Stelle „Open Stage Night“ und im „Schlachthof“ finden ebenfalls regelmäßig Konzerte und Partys wie die „Semester-Opening-Party“ statt. Ein Highlight ist das „Folklore Nullelf“ Ende August im Kulturpark beim Schlachthof, wo zahlreiche deutsche Bands auftreten.
Generell reiht sich in den Sommermonaten ein Event an das Nächste: Ob Internationale Maifestspiele am Staatstheater , das Wilhelmstraßenfest „Theatrium“ immer am zweiten Wochenende im Juni, die Rheingauer Weinwoche im August oder das Stadtfest im September – Gründe zu feiern gibt es mehr als genug.


Interview mit Ebrahim Ostad aus dem Iran

 

Ebrahim ist 28 Jahre alt, verheiratet und lebt seit vier Jahren in Deutschland und studiert seit 2009 an der Hochschule RheinMain Informatik.

Ebrahim Ostad, Foto: DAAD/Steuer
Ebrahim Ostad, Foto: DAAD/Steuer
Wieso hast du dich für ein Studium in Wiesbaden entschieden?
Ein Freund von mir hat hier studiert und mir viel erzählt. Es gibt nicht so viele Leute, der gelehrte Stoff ist aktuell und der Kontakt zu den Dozenten sehr gut. Da ich in Mainz wohne, pendele ich jeden Tag nach Wiesbaden. Die Stadt gefällt mir. Es gibt viele schöne Plätze.

Fühlst du dich wohl?
Ja, sehr. An der Hochschule gibt es eine Menge Ausländer und ich habe auch deutsche Freunde. Natürlich ist die deutsche Kultur anders, aber ich mag anders. Ich habe früher in der österreichischen Botschaft im Iran gearbeitet und schon Erfahrungen sammeln können.

Du sprichst sehr gut Deutsch. War es schwer für dich die Sprache zu lernen?
Nein. Ich wollte unbedingt Deutsch lernen, denn ich mag diese Sprache. Ich habe erst das Studienkolleg besucht. Ich wollte raus aus dem Iran und habe im letzen Jahre meine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland bekommen.

Findest du es wichtig, Deutsch zu können?
Ja, auf jeden Fall! Es ist schön, eine neue Sprache zu lernen. Man braucht die Sprache als Akademiker ganz besonders, denn viele gute Literatur ist auf Deutsch.

Was gefällt dir an Deutschland?
Die Leute halten sich an Gesetze und es herrscht Meinungsfreiheit. Mir macht das Leben hier Spaß. Ich finde es schade, wenn manche Ausländer einfach nur hierher kommen, ohne sich für die Kultur zu interessieren.

Welche Pläne hast du?
Nach meinem Bachelor will ich unbedingt noch einen Master machen. Ich kann sehr gut programmieren und jobbe nebenbei am Uniklinikum Mainz. Außerdem helfe ich seit Anfang 2011 als Tutor anderen ausländischen Studierenden. Viele haben finanzielle Probleme und damit kenne ich mich aus. Mal schauen, was noch alles passiert, aber eins ist für mich sicher: Ich möchte in Deutschland bleiben.


Nützliche Links

 

Studentenwerk Frankfurt: Für Anfragen zu Wohnheimplätzen, Mensaplänen etc., ist auch für Wiesbaden zuständig.
Veranstaltungstipps für Wiesbaden findest du im Stadtmagazin oder Frizz-Magazin.

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.