Dresden: Zwischen Tradition und Moderne

Dresden hat in den letzten Jahren zu alter Pracht zurückgefunden: Viele der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude sind restauriert worden. Die barocken Schmuckstücke der Stadt sind in jedem Fall einen Besuch wert!



Dresden auf einen Blick

 

Frauenkirche am Neumarkt, Foto: Stadt Dresden/C.Münch
Frauenkirche am Neumarkt, Foto: Stadt Dresden/C.Münch
Die 800 Jahre alte Hauptstadt Sachsens floriert wirtschaftlich. Selbst von der ökonomischen Krise, die viele andere ostdeutsche Städte nach der Wiedervereinigung Deutschlands ergriffen hatte, blieb Dresden weitgehend verschont. Ein zentraler Grund dafür sind Dresdens renommierte Universitäten. Viele Firmen wie die Chiphersteller AMD und Infineon oder die Elektronikfirma ZMD haben sich hier angesiedelt – unter anderem, um eng mit der prestigeträchtigen Technischen Universität Dresden zusammenarbeiten zu können. Die Stadt beheimatet außerdem mehrere Automobil-Subunternehmer und die Gläserne Manufaktur, eine Werkshalle von VW in spektakulärem Design. Natürlich dreht sich in Dresden nicht alles nur um Wissenschaft und Forschung. Vielmehr tut die Stadt alles, um ihrem jahrhundertealten Ruf als Kulturmetropole gerecht zu werden. Deshalb werden dir überall in der Stadt auch Tanz, Visuelle Künste und Musik begegnen.
In der Adventszeit wird es richtig romantisch in der Stadt, wenn der 'Striezelmarkt' seine Pforten öffnet und tausende Lichter strahlen. Genieße Bratäpfel, gebratene Mandeln und natürlich die Spezialität der Stadt: Den original Dresdner Christstollen, der wie damals nach einem alten Rezept gebacken wird.



Hochschulen im Überblick

 

Technische Universität Dresden

Beyer Bau der TU Dresden, Foto: TUD/Eckold
Beyer Bau der TU Dresden, Foto: TUD/Eckold
Die 175 Jahre alte Universität zählt zu den renommiertesten Hochschulen Deutschlands. Die TU wurde 2006 von der Exzellenzinitiative des Deutschen Bildungsministeriums ausgezeichnet und erhält seitdem bis zu 1,9 Milliarden Euro an staatlicher Förderung. Die Universität, die vor allem für die Fächer Maschinenbau und Elektroingenieurwesen bekannt ist, verfügt aber auch über eine Informatikfakultät und profitiert in ihrer Forschung von der räumlichen Nähe zu großen Chipherstellern wie Infineon oder AMD. Die Reputation der Uni ist weltweit groß – von den etwa 36 000 Studierenden stammen rund zehn Prozent aus dem Ausland.

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Die Hochschule, die bereits im 18. Jahrhundert gegründet wurde, ist eine der ältesten ihrer Art in Deutschland. Zu den Professoren zählten Giovanni Casanova (der Maler, nicht der Herzensbrecher) und Caspar David Friedrich; unter den Studierenden der HfbK war unter anderem George Grosz, der berühmte Künstler vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Studiengang ,,Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung'' ist einer der landesweit ältesten und renommiertesten seiner Art. Damit die Studierenden ihre Fähigkeiten schon früh praktisch erproben können, stehen ihnen in der HfbK Bildhauerwerkstätten, ein Videostudio und ein Medienlabor zur Verfügung.

Hochschule für Technik und Wirtschaft
Unter den jüngeren Hochschulen Deutschlands hat die 1992 gegründete Hochschule für Technik und Wirtschaft in den letzten Jahren deutlich aufgeholt – Dresdens gutem Ruf als Forschungsmetropole sei Dank. Sachsens Mittelstand profitiert am stärksten vom Zugang zu den hervorragenden Absolventen der Hochschule aus den Bereichen IT, Elektroingenieurwesen und Ingenieurwesen. Das universitätseigene ,,Zentrum für angewandte Forschung und Technologie'' kooperiert mit lokalen und internationalen Firmen und Forschungsinstituten in Bereichen wie Transporttechnik, Nanoelektrik und Ingenieurwesen. Die Universität bietet auch Studiengänge wie Kartographie und Landschaftsbau an.

Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Die Hochschule für Musik in Dresden ist eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Heute absolvieren hier 600 Studierende aus aller Welt verschiedenste musikalische Studiengänge. Neben der Opernklasse und der Orchesterausbildung bietet die Hochschule auch Spezialisierungen in den Bereichen Neue Musik und Jazz/Rock/Pop an. Damit die Studierenden so früh wie möglich praktische Erfahrungen als Berufsmusiker sammeln können, kooperiert die Hochschule eng mit verschiedenen Theatern, Orchestern und Bildungseinrichtungen wie der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie.

Palucca Hochschule für Tanz Dresden
Die Palucca Hochschule für Tanz blickt auf eine 85-jährige traditionsreiche und bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als private Schule der bekannten Tänzerin Palucca gegründet, ist sie heute eine von fünf modernen Kunsthochschulen in Sachsen. Die Hochschule bietet eine interdisziplinäre Ausbildung in den Bereichen Tanz, Choreographie und Tanzpädagogik. In Kooperation mit dem Semperoper Ballett hat die Hochschule das Elevenprogramm entwickelt, das jungen Tänzern die Möglichkeit bietet in einem professionellen Ballett zu arbeiten, und so ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.



Freizeit in Dresden

 

Semperoper, Foto: DAAD/Hagenguth
Semperoper, Foto: DAAD/Hagenguth
In Dresden angekommen, gilt es zunächst natürlich, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Zu den Highlights zählt neben der Semperoper das Schloss Pillnitz, die Sommerresidenz von Kurfürst August dem Starken. Hier kannst du mit eigenen Augen sehen, was entsteht, wenn sich barocke Architektur mit der im 18. Jahrhundert weit verbreiteten europäischen Begeisterung für China paart. Einen Abstecher wert ist selbstverständlich auch das Grüne Gewölbe, in dem August der Starke eine Kollektion von 4000 Schmuckstücken aufbewahrte. In der Sammlung befinden sich etwa ein diamantbesetztes Schwert und ein 41-karätiger grüner Diamant.
Wer ein bisschen Erholung vom trubeligen Stadtleben sucht, sollte einen Ausflug in die Sächsische Schweiz unternehmen. Zwar kann diese Gebirgslandschaft bestimmt nicht die Alpen ersetzen. Trotzdem bietet die Sächsische Schweiz mit ihren zerklüfteten Sandsteinformationen eine aufsehenerregende Natur und eine der besten Klettermöglichkeiten Deutschlands.
Dresden Neustadt, Foto: Steuer/DAADWenn du dich in Dresdens Nachtleben stürzen willst, solltest du die barocke Pracht hinter dir lassen und dich auf die andere Seite der Elbe, in die kreative Neustadt, begeben. In diesem Stadtviertel, in dem traditionell vor allem Handwerker und Künstler lebten, finden sich heute Boutiquen, Restaurants und die besten Bars der Stadt. Ein guter Ausgangspunkt für einen abendlichen Bummel ist die Scheune, eine Mischung aus Galerie, Bar, Bühne und Club, in der unter anderem regelmäßig Lesungen oder Plattenveröffentlichungen stattfinden. Andere lohnende Orte des Nachtlebens sind das Raskolnikoff, eine Galerie mit Restaurant, und das Café Pawlow, ein Neustädter Original. Im Sommer solltest du das Bunte Republik Neustadt-Festival nicht verpassen, in dem die Bewohner dieses Stadtteils ihre individuelle Lebensart zelebrieren.



Interview mit Annet aus Dresden

 

Annet Richter, eine gebürtige Dresdnerin, studiert seit Oktober 2003 Kultur und Management an der TU Dresden.

Annet Richter, Foto: privat
Annet Richter, Foto: privat
Warum hast du dich für Dresden als Studienort entschieden?
Eine große Stadt bietet eine ganze Reihe an Vorteilen, die eine kleine oder mittelgroße Stadt nicht aufweisen kann. Die Tatsache, dass die Bürgersteige in einer größeren Stadt um sechs Uhr abends noch nicht leergefegt sind, ist da nur das Geringste. In Dresden beispielsweise gibt es ein sehr buntes, vielseitiges Nachtleben. Es gibt hier so viele verschiedene Clubs und Bars, dass nicht einmal ich, die ich von hier komme, behaupten kann, die Mehrzahl davon zu kennen.

Was sollte man sich in Dresden auf keinen Fall entgehen lassen?
Ein absolutes Muss ist eine Club-, Bar- oder Kinotour. Und weil man die ganze Vielfalt im Verlauf einer solchen Tour sowieso nicht erleben kann, sollte man das Ganze mehrere Male machen. Veranstaltungen, die man sich im Laufe des Jahres auf keinen Fall entgehen lassen sollte, sind die Dresdener Studententage mit dem Bandwettbewerb Uni Air, die Campus Party und die Filmnächte am Elbufer. Eine Shoppingtour durch Dresdens Neustadt mit ihren vielen kleinen, individuellen Lädchen ist auch toll.

Was unternimmst du in Dresden am liebsten?
Ich drehe gern ein paar Runden um das einzigartige Gebäude des Rundkinos, lasse mir bei stürmischem Wetter auf der Augustusbrücke den Wind ins Gesicht blasen, gehe rauf zum Kreuzkirchturm oder auf das Dach des Whoerl Einkaufszentrums, um das quirlige Treiben unter mir zu beobachten; sitze gern mit Freunden bei einer Flasche Wein am Elbufer oder fahre durch die Sächsische Schweiz, um in der schönen Natur die Seele baumeln zu lassen.



Nützliche Links

 

Homepage der Stadt Dresden
Studentenwerk Dresden
Veranstaltungskalender Dresden
Ausgehen in Dresden
Restaurants, Bars, Clubs in Dresden
Sächsische Staatskapelle und Dresdner Philharmonie

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.