Wuppertal: Mit der Schwebebahn über die Wupper

Mit seinen 350 000 Einwohnern ist Wuppertal eine Großstadt, die Lokalpolitiker und Stadtplaner 1929 aus verschiedenen kleineren Städten am Tal der Wupper zusammengefügt haben. Berühmtestes Wahrzeichen der Stadt ist die Schwebebahn.

von Janna Degener


Wuppertal auf einen Blick

 

Schwebebahn bei Nacht, Foto: Medienzentrum Wuppertal
Schwebebahn bei Nacht, Foto: Medienzentrum Wuppertal
Was erwartest du von einer Stadt, die „Wuppertal“ heißt und in einer Region mit dem Namen „Bergisches Land“ liegt? Wo es Täler und Berge gibt, da geht es natürlich auch immer rauf und runter. Und so ist Wuppertal für seine steilen Straßen und seine vielen, vielen Treppenstufen bekannt geworden: 469 Treppen mit insgesamt 12 000 Stufen soll es in der Stadt geben. Die bekannteste Treppe der Stadt heißt Tippen-Tappen-Tönchen. Der Name klingt genauso wie die Schritte der Industriearbeiter, die früher über diese Treppe in ihre Wohnviertel auf dem Ölberg liefen. Obwohl Wuppertal sich später als Industriestadt nicht mehr am benachbarten Ruhrgebiet messen konnte: Zu Zeiten der Frühindustrialisierung war die Stadt eins der wichtigsten Wirtschaftszentren in Europa. Wenn man von einem Hügel auf das 15 Kilometer lange Tal hinabschaut, sieht man auch heute noch eine alte Industriestadt. Auch das wichtigste Wahrzeichen der Stadt stammt aus dieser Zeit: Die Schwebebahn wurde 1898 gebaut. Als perfektes Transportmittel für die Stadt im Tal befördert sie auch heute noch jeden Tag rund 85 000 Menschen von A nach B. Weil sie an Schienen in der Luft hängt und sich ihre Räder auf den Dächern der Waggons befinden, fühlt man sich dabei tatsächlich ein bisschen so, als würde man schweben.


Hochschulen im Überblick

 

Bergische Universität Wuppertal

Im Hörsaal, Foto: Medienzentrum Wuppertal
Im Hörsaal, Foto: Medienzentrum Wuppertal
Die 1972 gegründete Bergische Universität Wuppertal bietet ihren rund 13 100 Studierenden an drei Standorten ein breites Angebot von über fünfzig Studienfächern. Wie der Name der Universität es verspricht, liegt ihr Hauptcampus auf einem Berg, von dem man einen schönen Blick in das Tal der Wupper hat. Wenn du sportlich genug bist, kannst du ihn zu Fuß in einer halben Stunde vom Hauptbahnhof erreichen. Der Campus Haspel liegt an einer Station der Schwebebahn. Busse verbinden beide mit der Innenstadt und dem dritten Campus, dem Campus Freudenberg. In einem kurzen Video kannst du dir online einen Eindruck von der Universität verschaffen.

Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal
Die Hochschule für Musik und Tanz Köln zählt mit ihren drei Standorten in Aachen, Köln und Wuppertal zu den größten Musikhochschulen Europas. Am Wuppertaler Standort liegt der Schwerpunkt auf der Musikpädagogik. Die Hochschule befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude im Stadtteil Wuppertal-Barmen, das über zwei Konzertsäle und einen historischen Kammermusiksaal verfügt.


Freizeit in Wuppertal

 

Botanischer Garten, Foto: Medienzentrum Wuppertal
Botanischer Garten, Foto: Medienzentrum Wuppertal
Du bist die Strecke der Schwebebahn jetzt schon dreimal hin- und zurückgefahren? Dann solltest du die Stadt auch noch vom Boden aus kennenlernen! Wenn du vom Hauptcampus der Uni bergab läufst, kommst du in den Stadtteil Elberfeld mit der Fußgängerzone, der heute die eigentliche Innenstadt von Wuppertal darstellt. Ein Stückchen weiter am Laurentiusplatz und in der Luisenstraße findest du mit vielen Cafés und Kneipen das „inoffizielle Studentenviertel“ von Wuppertal. Internationales Essen gibt es hier in Restaurants wie dem Alaturka, dem La Laterna oder der Meson Alegria. Wenn du dich satt gegessen hast, geht es gleich weiter in das andere Zentrum der Stadt im Stadtteil Barmen: Im Historischen Zentrum kannst du dich nicht nur über die Frühindustrialisierung in Wuppertal informieren, sondern auch über Karl Marx‘ Genossen Friedrich Engels, der in Wuppertal gelebt hat. Von hier aus ist es nicht weit in das Wuppertaler Brauhaus, das sich in dem über einhundert Jahre alten Gebäude eines ehemaligen Schwimmbads befindet. Abends geht es dann in das unkonventionelle Tanztheater Pina Bausch oder auch in einen der Wuppertaler Clubs wie den U-Club, den Live Club Barmen oder das "Butan". Natur- und Sportfreunde kommen beim Wandern und Radfahren im Wuppertaler Umland auf ihre Kosten, ein beliebtes Ziel ist beispielsweise die Ronsdorfer Talsperre. Aber auch der bekannte Wuppertaler Zoo bietet neben seinen fast 5 000 Tieren eine wunderschönen Landschaft: Fast könnte man hier vergessen, dass man sich in einer Großstadt befindet. Bis man dann wieder die Schwebebahn vorbeirattern hört…


Interview mit Patrick aus Kamerun

 

Patrick hat an der Universität Wuppertal seinen Bachelor in Wirtschaftsmathematik gemacht. Zurzeit absolviert er den Master-Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen.

Patrick, Foto: privat
Patrick, Foto: privat
Patrick, du kommst aus Kamerun. Warum studierst du in Wuppertal?
In meinem Heimatland gab es keine guten Studienperspektiven für meine Interessen; die Wirtschaftsmathematik war dort nicht so entwickelt wie hier in Europa. Mein Bruder lebte in Belgien und hatte Freunde, die in Deutschland studiert hatten und das Studium hier empfohlen haben. Ich war zuerst für einen Deutschkurs in Cottbus und habe Wuppertal das erste Mal gesehen, als ich hier einen Freund besucht habe. Die Schwebebahn hat mir sofort gefallen und ich fand es gut, dass hier in Wuppertal viel mehr Menschen auf den Straßen sind als in Cottbus. Und für Wirtschaftsmathematik ist die Uni eine gute Wahl. Deshalb fiel mir die Entscheidung für die Uni Wuppertal nicht schwer, als ich hier eine Zulassung bekam.

Wie gefällt es dir?
Am Anfang war das Studium nicht leicht. Es ist ein ganz anderes System als in Kamerun und ich musste mich erst daran gewöhnen. Ich hatte auch viele Vorlesungen und musste mir wegen der Sprache viel Mühe geben, alles zu verstehen. Aber schon nach drei Semestern hatte ich mich langsam eingefunden. Am Anfang war ich auch nicht so zufrieden mit der Uni. In den BWL-Vorlesungen waren die Hörsäle so voll, dass einige Studierende auf der Treppe gesessen haben. Aber hier verändert sich jetzt viel. Auf dem Hauptcampus wird gerade alles renoviert, so dass man sich noch leichter orientieren kann und die Uni baut neue Hörsäle. Das ist eine gute Sache. Außerdem gefällt mir, dass es eine allgemeine Universität ist, die aber wie eine technische Universität viele technische Fächer anbietet. Es gibt sehr viele Wahlfächer, die man selbst kombinieren kann.

Wie verbringst du deine Freizeit in Wuppertal?
Wenn ich nicht an der Uni bin oder lerne, arbeite ich zurzeit eigentlich immer für den Verein der Kamerunischen Studierenden in Wuppertal. Zurzeit bereiten wir die Kamerunischen Kulturtage vor. Außerdem treffen wir uns regelmäßig zu Versammlungen, Diskussionen und Schulungen oder organisieren einfach mal eine Grillparty. Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit Freunden in der Stadt.

Hast du einen Lieblingsort in der Stadt?
In Wuppertal gibt es viele schöne Orte. Im Sommer kann man sich die Landschaft im botanischen Garten ansehen oder den Zoologischen Garten besuchen. Im Luisenviertel gibt es viele Cafés, wo man sich treffen kann. Außerdem gibt es hier viele Discos, zum Beispiel den Club Pavillon oder den Alpenmax.

Du musst jetzt nur noch ein paar Klausuren schreiben, dann hast du deinen Master in der Tasche. Wie geht es dann für dich weiter?
Nach meinem Studienabschluss möchte ich mich um eine Arbeitsstelle bewerben. Wenn ich hier keine Arbeit finde, gehe ich zurück nach Kamerun. Ich könnte mir vorstellen, da ein eigenes Unternehmen zu eröffnen – zum Beispiel im Bereich Signalverarbeitung, Softwareentwicklung oder Telekommunikation.


Nützliche Links

 

Hochschul-Sozialwerk Wuppertal
Online-Reiseführer für Wuppertal
Wuppertaler Impressionen mit virtuellen Standrundgängen
Aktuelle Informationen über das Kultur- und Freizeitprogramm findest du auf den Portalen Wuppertal Live oder Zweinullzwei.

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.