Nürnberg und Erlangen: Alte Städte, neue Horizonte

Was passiert, wenn zwei mittelalterliche Städte vom modernen Blitz einer der größten Maschinen- und Anlagenbauer des Landes getroffen werden? In Nordbayern zumindest vereinen die beiden Städte Geschichte und Technologie: Nürnberg und das benachbarte Erlangen sind beide tausend Jahre alt, aber ihre Hochschulen haben den Ruf in Forschung und Innovation an vorderster Front zu stehen.


Nürnberg und Erlagen auf einen Blick

 

Nürnberger Burg, Foto: DAAD/Ebert
Nürnberger Burg, Foto: DAAD/Ebert
Mit mehr als 500.000 Einwohnern ist Nürnberg nach München die zweitgrößte Stadt Bayerns. Nahezu alle historischen Gebäude der Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, doch Nürnbergs Bürger bauten die Altstadt in ihrer ursprünglichen Form wieder auf und bewahrten so den mittelalterlichen Flair der Stadt. Über die Jahrhunderte war Nürnberg die Heimat vieler bedeutender Astronomen, Musiker und Künstler wie Regiomontanus, Johann Pachelbel oder Veit Stoss. Die Modernität der Stadt zeigt sich etwa im Bereich des Öffentlichen Nahverkehrs: Die U-Bahnlinie 3 ist die erste in Deutschland, die völlig automatisiert und computergesteuert, d.h. ohne Fahrer, betrieben wird.
Die Stadt Erlangen liegt nur 16 km nördlich von Nürnberg und hat etwa 100.000 Einwohner. Es ist eine sehr umweltfreundliche Stadt. Die Fahrradwege ziehen sich durch die barocken Straßen und es scheint, als gäbe es an jeder Ecke einen Park oder Garten. Erlangen verfügt zudem über ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem, dass die Stadt mit Nürnberg und anderen Städten der Umgebung verbindet.


Hochschulen im Überblick

 

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Unicampus Erlangen, Foto: Stadt Erlangen
Unicampus Erlangen, Foto: Stadt Erlangen
Die FAU Erlangen-Nürnberg ist die zweitgrößte Universität Bayerns und verteilt 25.000 Studierende auf die zwei Standorte. Sie wurde 1742 gegründet und hat einen guten Ruf in der medizinischen und naturwissenschaftlichen Forschung. Daneben bietet die Universität ein breites Spektrum in den Geisteswissenschaften an und ist stolz, etwas für jeden anbieten zu können. Ausländische Studierende sind herzlich willkommen, und immer mehr Kurse werden in Englisch angeboten. Dass die Ingenieurwissenschaften hier so stark sind ist keine Überraschung, denn der Weltkonzern Siemens hat seinen Sitz in Erlangen und ist der größte Arbeitgeber. Das Unternehmen, das im Bereich der Elektrotechnik weltspitze ist, ist natürlich für viele Hochschulabsolventen besonders attraktiv.

Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Mehr als 11.000 Studierende besuchen diese Hochschule, die nach einem der berühmtesten FAU-Absolventen benannt ist. Der in Erlangen geborene Georg Ohm hat das nach ihm benannte Ohm’sche Gesetzt formuliert – und diese naturwissenschaftliche Tradition besteht in dieser Nürnberger Hochschule fort. Die FH biete eine Ausbildung sowohl  in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft und IT, als auch in Design, Architektur und Sozialwesen an.

Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
Die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wurde 1662 gegründet und ist die älteste Kunstschule im deutschsprachigen Raum. Neben den traditionellen Fächern wie Malerei und Bildhauerei bietet die Akademie auch Kurse an, die neue medientechnologische Ausbildungen umfassen. Die Kunstschule liegt in der Nähe des Nürnberger Zoos und hat etwa 300 Studierende.

Evangelische Hochschule Nürnberg
Diese relativ kleine Hochschule mit ca. 850 Studierenden wurde vor 40 Jahren gegründet und biete viele Studiengänge im Bereich der Sozialarbeit an. Studierende können ihren Abschluss in Sozialer Arbeit, Heilpädagogik oder Religionspädagogik machen.

Hochschule für Musik Nürnberg
Die Hochschule für Musik Nürnberg wurde erst 2008 gegründet und ist die jüngste staatliche Musikhochschule Deutschlands. Sie ist die dritte Musikhochschule in Bayern und hat rund 400 Studierende, die neben allen Orchesterinstrumenten und Gesang auch Jazz und Alte Musik studieren können.


Freizeit in Nürnberg und Erlangen

 

Albrecht-Dürer-Haus, Foto:WikiCommons/Monika Wiedemann
Albrecht-Dürer-Haus, Foto:WikiCommons/Monika Wiedemann
Auf jeden Fall solltest du das Albrecht-Dürer-Haus in der Nürnberger Altstadt besuchen. Der bekannteste Künstler der Stadt hat die letzten Jahre seines Lebens hier verbracht. Besucher können Dürers Atelier und Kunstwerke besichtigen. Wenn du ganz in die Welt Dürers eintauchen möchtest, solltest du eine spezielle Führung buchen, bei der eine Schauspielerin, die Dürers Frau spielt, durch das Haus führt.

Wenn du Hunger bekommst, solltest du unbedingt zwei Nürnberger Spezialitäten probieren: Drei-im-Weggla – drei Nürnberger Rostbratwürstchen im Brötchen und den berühmten Nürnberger Lebkuchen. Beides bekommst du an jeder Ecke.
Etwas außerhalb der Stadt liegt das ehemalige Reichsparteitagsgelände der Nazis. Im Dokumentationszentrum, dass in der ehemaligen Kongresshalle untergebracht ist, findest du eine umfangreiche Ausstellung, die diesen dunklen Teil der deutschen Geschichte gut aufbereitet.
Naturliebhaber sollten den Botanischen Garten in Erlangen besuchen. Dieser ist fast so alt wie die Universität selbst und Heimat vieler Pflanzen aus aller Welt. Mehrere Gewächshäuser und Freiflächen bilden eine zwei Hektar große Grünfläche mitten in der Stadt.

Christkindlesmarkt, Foto: Turismus-Zentrale Nürnberg/Kowatsch
Christkindlesmarkt, Foto: Turismus-Zentrale Nürnberg/Kowatsch
Im Sommer reisen viele Musikfans nach Nürnberg, denn hier findet jährlich ein Klassik-Musikfestival statt und auch das Festival Rock im Park zieht jährlich mehr als 40.000 Besucher aus aller Welt an.
Solltest du Nürnberg im Winter besuchen, dann kommst du am berühmten Christkindlesmarkt nicht vorbei. Er ist der bekannteste Weihnachtsmarkt der Welt und hat seine Ursprünge im 16. Jahrhundert. Händler verkaufen traditionelles Kunsthandwerk, Lebkuchen und Glühwein, und die mit rot-weißem Stoff dekorierten Holzbuden geben dem Markt den Beinamen „Städtlein aus Holz und Tuch“.
Nicht so bekannt wie das Münchner Oktoberfest aber einen Besuch wert ist die Erlanger Bergkirchweih. Das Fest ist zwar viel kleiner als das große Pendant in München, hat sich aber in seiner 250-jährigen Geschichte vom Jahrmarkt zum Kultfest entwickelt.


Nützliche Links

 

Die Internetseiten von Nürnberg und Erlangen
Tourismus-Zentrale Nürnberg
Studentenwerk Erlangen-Nürnberg

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