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Rosenheim: Studieren mit Alpenpanorama

Jedes Jahr Ende August ist es soweit: In Rosenheim beginnt die „fünfte Jahreszeit“. Damit ist das „Rosenheimer Herbstfest“ gemeint: eines der größten Volksfeste Bayerns. Der Blick auf die Berge ist in der ganzen Stadt allgegenwärtig. Ein Faktor, der vor allem das wirtschaftliche Leben und die Freizeit der Rosenheimer prägt.

von: Bettina Ruhland

Blick auf die Berge © Bettina Ruhland
Blick auf die Berge . © Bettina Ruhland

Zahlen & Fakten

Einwohner:
59.329
Studierende:
5.919
Hochschulen:
1
Miete/Monat:
315 €
Tipp:
Ein Ausflug in die Berge. Hier kannst du auch als Anfänger Skifahren gehen.
Website:
www.rosenheim.de

Willkommen in Rosenheim

Jeden Dienstag um halb acht ist Rosenheim eine kleine mediale Berühmtheit. Immer dann ermitteln die beiden „Rosenheim Cops“ in der gleichnamigen Fernsehserie. Rosenheim und seine Umgebung sind aber weit mehr als die perfekte Kulisse für eine deutsche Vorabend-Serie. Die Stadt im Chiemgauer Voralpenland ist ein Ort mit vielen Facetten.

Rosenheim liegt dicht an den drei Städten München, Salzburg und Innsbruck. In die bayerische Landeshauptstadt München sind es zum Beispiel nur rund 65 Kilometer, weshalb viele Rosenheimer täglich morgens dorthin zur Arbeit fahren und abends wieder zurück. Laut der Europäischen Kommission gehört die Stadt zur „Super-Region-Alpin-Arc“. Diese Region umfasst das gesamte deutsche, österreichische und italienische Alpengebiet und zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen der Europäischen Union. Eine Stadt wie im Bilderbuch, die sowohl mit gelebter Tradition, als auch mit einer Atmosphäre überrascht, die dich oft ein wenig an Italien erinnert wird.

Der Max-Josefs-Platz.  © Bettina Ruhland
Der Max-Josefs-Platz. . © Bettina Ruhland

Dazu tragen auch die vielen Plätze wie der Max-Josefs-Platz in der Altstadt bei. Dort werden dir sicherlich gleich die Häuser mit ihren pastellfarbenen Fassaden und Arkaden auffallen. Sie tragen maßgeblich zum Charme der Stadt bei. Der Max-Josefs-Platz spiegelt im Kleinen das Lebensgefühl der ganzen Stadt wieder. Ob ein Bier in einem der urigen Gasthäuser oder ein Aperitif in einer modernen Bar – in Rosenheim ergänzen sich Tradition und Fortschritt perfekt. Hier findest du auch das „Mittertor“, das als einziges Stadttor noch erhalten geblieben ist und zugleich das älteste Gebäude Rosenheims ist.

Für eine kurze Auszeit zwischen den Seminaren oder zum Relaxen nach einer Shopping-Tour warten im „Mangfallpark“ schattige Sitzplätze. Seinen Namen verdankt der Park dem Fluss Mangfall, an dessen Ufer er sich über eine Länge von eineinhalb Kilometern erstreckt. Und auch hier gibt es die traumhafte Aussicht auf die Alpen natürlich inklusive.

Das Stadttor „Mittertor“ © Bettina Ruhland
Das Stadttor „Mittertor“ . © Bettina Ruhland

Leben in Rosenheim

Ein ehemaliger deutscher Politiker hat Bayern einmal als Ort zwischen „Laptop und Lederhosen“ bezeichnet. Damit wollte er beschreiben, dass in Bayern trotz vieler technologischer und wirtschaftlicher Entwicklungen die Bräuche und die Bodenständigkeit nicht vergessen werden. In Rosenheim begegnest du vor allem im August vielen Männern mit Lederhosen, denn dann findet 16 Tage lange lang das Rosenheimer Herbstfest statt. Das Volksfest auf der Loretowiese kannst du dir vorstellen wie die kleine Schwester des weltweit bekannten Oktoberfestes. Im Vergleich zur „Wiesn“ in München ist das Rosenheimer Herbstfest viel kleiner, ein Besuch macht aber mindestens genauso viel Spaß.

Mein Tipp

Falls du noch nie Ski gefahren bist, dann probiere es unbedingt aus. Bei der Kampenwandseilbahn in Aschau gibt es ein eher kleineres Skigebiet mit blauen Pisten, die ideal für Anfänger sind.

Herbstsonne am Ludwigsplatz © Bettina Ruhland
Herbstsonne am Ludwigsplatz . © Bettina Ruhland

Die beste Adresse für Kultur ist das Ausstellungszentrum „Lokschuppen“. In dem halbrunden Gebäude, das ursprünglich für die Unterbringung von Lokomotiven gebaut wurde, kannst du wechselnde Ausstellungen besuchen. Der Lokschuppen ist auch weit über die Grenzen von Rosenheim hinaus bekannt und zieht Besucher aus ganz Deutschland und Österreich an.

Aufgrund der Lage der Stadt haben die Rosenheimer viele unterschiedliche Möglichkeiten ihre Freizeit zu gestalten. Heiße Sommertage verbringst du am besten an einem der zahlreichen Badeseen im Süden wie zum Beispiel am Chiemsee oder dem Simssee. Einer der schönsten und beliebtesten ist der Happingerausee (freier Eintritt). Weiter südlich in den Alpen kannst du bei schönem Wetter wandern, mountainbiken oder sogar gleitschirmfliegen. Es dauert nur rund eine halbe Stunde und du bist mitten in den Bergen. Dorthin kannst du im Winter mit deinen Freunden Ausflüge machen, um Ski oder Snowboard zu fahren.

Interview mit Junie Epiphanie aus Kamerun

Junie Epiphanie Tchaleu Nkeng ist 26 Jahre alt und kommt aus Kamerun. Sie studiert Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Rosenheim.

Junie aus Kamerun © Privat
Junie aus Kamerun . © Privat

Warum hast du dich für ein Studium in Rosenheim entschieden?

Es waren vor allem Onlineberichte, die mich von der guten Qualität des Studiums und der angenehmen Atmosphäre an der Hochschule Rosenheim überzeugt haben. Außerdem stellt Rosenheim für mich eine sehr gute Kombination aus einer relativ großen Stadt und der Tradition Bayerns dar. Diese Kombination hat mir besonders gut gefallen und ich habe beschlossen, dass ich gerne in Rosenheim studieren würde.

Wie hast du dich auf das Studium im Ausland vorbereitet? Ist dir der Abschied von zu Hause schwergefallen?

Zur Vorbereitung des Studiums in Deutschland habe ich am Goethe-Institut in meiner Heimat Kamerun einen Deutschsprachkurs besucht. Bei diesem ging es nicht nur darum, die Sprache zu erlernen, sondern wir haben auch einige Aspekte der deutschen Kultur kennengelernt und uns mit diesen vertraut gemacht. Der Abschied ist mir schon sehr schwergefallen. Ich habe mich aber auch sehr auf die Erfahrung gefreut, die mir bevorstand.

War es für dich schwer, dich in Deutschland zurechtzufinden? Was war am schwierigsten für dich?

Da ich schon einen Deutschsprachkurs bis zum Niveau B1 absolviert hatte, war die Sprache nicht mein größtes Problem. Dennoch habe ich etwas Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen, hauptsächlich nur noch Deutsch zu sprechen. Die Wohnungssuche wiederum war etwas komplizierter. Mit Hilfe der Bekanntschaften, die ich vor Ort gemacht hatte, habe ich aber rechtzeitig von Einrichtungen erfahren, die Studentenwohnungen anbieten. So habe ich dann schlussendlich eine Wohnung gefunden. Am schwierigsten war für mich der Winter, den ich am Anfang gar nicht mochte. Nach einiger Zeit habe ich mich aber auch daran gewöhnt.

Hast du einen Nebenjob, um dir dein Studium zu finanzieren?

Ja, ich nehme immer wieder Neben- oder Ferienjobs an, um die finanziellen Kosten für mein Studium besser stemmen zu können.

Ist das Leben in Deutschland teuer für dich? Und gibt es große Unterschiede zum Leben in deiner Heimat?

Das Leben in Deutschland ist meiner Meinung nach schon teuer. Und es gibt bedeutende Unterschiede zum Leben in meiner Heimat. Zum einen unterscheiden sich die Lebensstandards und zum anderen wohne ich zum ersten Mal nicht mehr Zuhause. Da ist auf einmal sehr viel an Selbstmanagement gefragt. Mit einer guten Organisation meiner Pflichten und dem verantwortungsvollen Umgang mit allen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, komme ich aber auch da ziemlich gut zurecht.

Was gefällt dir in Rosenheim am besten? Gibt es einen Ort, den du besonders gerne magst? Hast du einen Tipp, was man unbedingt machen sollte?

Die Nähe zu den Alpen gefällt mir an Rosenheim wirklich sehr. Auch den Max-Josefs-Platz mag ich besonders gerne. Hier hat man die Möglichkeit, nicht nur schöne Spaziergänge zu machen, sondern auch die bayerische Küche zu genießen. Wenn man in Rosenheim studiert und lebt, sollte man unbedingt mal in die Berge gehen.

Bitte ergänzen: „Studieren in Deutschland ist für mich ...“

... eine wertvolle Verbindung des Nützlichen mit dem Angenehmen.

Beschreibe Deutschland in drei Worten

Schön, herzlich und praktisch

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