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Krefeld: Eine Großstadt kann auch gemütlich sein

Krefeld ist eine Großstadt mit dem Charme einer Kleinstadt: Alles liegt dicht beieinander und mit wenig Aufwand bist du mitten in der erholsamen Natur des Rheinlandes. Wenn du Konzerte, Jazz und Eishockey magst, wirst du dich in Krefeld schnell zu Hause fühlen.

von: Bastian Rothe

Kaiser-Wilhelm-Museum © flickr/Stadt Krefeld
Kaiser-Wilhelm-Museum . © flickr/Stadt Krefeld

Zahlen & Fakten

Einwohner:
222.000
Studierende:
14.650
Hochschulen:
1
Miete/Monat:
333 €
Tipp:
Lerne Einheimische im "Zócalo" kennen"!
Website:
www.krefeld.de/

Willkommen in Krefeld

In Krefeld geht es etwas ruhiger zu. In direkter Nachbarschaft zu den großen Städten Düsseldorf und Duisburg ist hier alles etwas kleiner und gemütlicher. Im 18. und 19. Jahrhundert schaffte sich Krefeld einen Ruf als „Samt- und Seidestadt“. Das „Haus der Seidenkultur“ und das „Deutsche Textilmuseum“ erinnern noch heute an die bedeutende Textilindustrie in der Stadt.

Heute spielt die Textilindustrie vor allem in der Forschung noch eine Rolle: In Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein arbeiten Unternehmen an der Verbesserung von vor allem Industrietextilien. Daneben sind die chemische und Metallindustrie sowie der Metall- und Fahrzeugbau für die Wirtschaft von großer Bedeutung. Im sogenannten ChemPark direkt am Rhein haben sich viele Unternehmen angesiedelt, zum Beispiel die Bayer AG oder Evonik Industries. In Krefeld werden außerdem Schnellzüge wieder der ICE oder Straßen- und U-Bahnen gefertigt.

Prinz-Ferdinand-Straße © Rothe/DAAD
Prinz-Ferdinand-Straße . © Rothe/DAAD

Auch wenn weitläufige Industriegebiete einen großen Teil des Stadtgebietes bedecken, hat Krefeld sich eine charmante Seite behalten: Entlang der Blumen- und Prinz-Ferdinand-Straße kannst du renovierte und bunt gestrichene Häuser aus der Blütezeit der Stadt entdecken. Etwas außerhalb der Innenstadt befinden sich zwei Häuser des berühmten Architekten Ludwig Mies van der Rohe: Haus Lange und Haus Ester (Wilhelmshofallee) dienen heute als Museum.

Wundere dich nicht: Das Wort „Krefelder“ kann im Deutschen mehrere Bedeutungen haben. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen bezeichnet es zum Beispiel ein Biermischgetränk aus Altbier oder Pils und Cola. In anderen Regionen werden Bodenschwellen auf den Straßen, die Autofahrer zum Abbremsen zwingen sollen, als „Krefelder Kissen“ bezeichnet – kurz: „Krefelder“. Und natürlich werden die Einwohner der Stadt „Krefelder“ genannt.

Leben in Krefeld

Krefelder Kissen © Rothe/DAAD
Krefelder Kissen . © Rothe/DAAD

Viele Menschen, die in Düsseldorf oder Duisburg arbeiten, leben und wohnen in Krefeld, weil die Mieten günstiger als in den anderen Städten sind. Davon profitieren auch Studierende. Die Stadt ist mit einem guten Netz von Straßenbahnen und Buslinien durchzogen. Doch auch per Fahrrad kommst du sicher durch die Stadt: Es gibt viele Radwege und kaum Hügel in Krefeld.

Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist die „Kulturfabrik“ in Krefeld. Dort finden das ganze Jahr über Konzerte und andere Veranstaltungen wie Kabarett oder Theater statt. Die Kulturfabrik – viele nennen sie kurz „KuFa“ – befindet sich in der Nähe des Bahnhofs in einem Gebäude des alten Schlachthofs. Zentraler, aber etwas versteckt, liegt der „Jazzkeller“ in der Lohstraße. Das Lokal wurde bereits 1958 eröffnet und zählt heute zu den ältesten Jazz-Clubs in Deutschland.

Mein Tipp

In der Nähe der Einkaufsmeile Königsstraße befindet sich das Café und Restaurant „Zócalo“. Hier treffen sich viele Krefelder. Du kommst schnell mit Einheimischen in Kontakt.

Wenn du in Krefeld bist, solltest du ein Spiel der Eishockeymannschaft Krefeld Pinguine besuchen. Das Team spielt in der ersten Bundesliga und vor allem die Spiele gegen die Düsseldorfer Mannschaft sind brisant. Die Fans nennen die Begegnungen der Rivalen liebevoll „Straßenbahn-Derby“, weil Krefeld und Düsseldorf durch eine Stadtbahn verbunden sind.

Ein anderer „sportlicher“ Höhepunkt ist das Seifenkistenrennen am Hülser Berg in Krefeld. Tausende Besucher feuern jedes Jahr im August die waghalsigen Fahrer in ihren kleinen Rennwagen an.

Wenn du selbst gern Sport – vor allem Wassersport – magst, solltest du zum Elfrather See fahren. Dort kannst du Windsurfen, Rudern, Tauchen oder Segeln. Viele Krefelder nutzen den See, um bei einem Spaziergang oder einer Radtour zu entspannen.

Interview mit Vasilis aus Griechenland

Vasilis ist 31 Jahre alt und kommt aus Griechenland. Er studiert im vierten Semester den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen.

Vasilis aus Griechenland © Rothe/DAAD
Vasilis aus Griechenland . © Rothe/DAAD

Wie hast du dich auf dein Studium in Deutschland vorbereitet?

Ich wohnte erst bei meiner Schwester in Essen, nicht weit von Krefeld entfernt, und besuchte an der Universität Duisburg/Essen einen Sprachkurs. Ich wollte unbedingt in Nordrhein-Westfalen bleiben und schaute mich nach Hochschulen und Studiengängen um.

Was empfiehlst du Studierenden, die nach Deutschland kommen möchten?

Sie sollten auf jeden Fall einen Sprachkurs vorher belegen. Ich bin mit dem Level B1 nach Deutschland gekommen – das reichte aus, um mich ein wenig in einer Stadt zurecht zu finden. Doch man muss mehr Deutsch sprechen können, wenn man hier leben und studieren will.

Wie finanzierst du dein Studium in Deutschland?

Ich erhalte ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und arbeite als Tutor an der Hochschule. Außerdem habe ich noch einen kleinen Nebenjob.

Warum hast du dich für Krefeld entschieden?

Ich habe mir verschiedene Rankings angesehen und mich dann bei verschiedenen Hochschulen beworben. Ich wurde auch in Bielefeld und Gütersloh genommen, doch mir sagte Krefeld am meisten zu. Außerdem ist es nicht so weit von Essen entfernt und ich kann meine Schwester besuchen.

Biergarten im Stadtpark © flickr/Stadt Krefeld
Biergarten im Stadtpark . © flickr/Stadt Krefeld

Wie gefällt dir Krefeld?

Ich mag die Stadt, weil sie die richtige Größe für mich hat. Es stimmt, dass einige Leute sie nicht so toll finden. Doch es verändert sich einiges. Im Zentrum versucht man vieles zu renovieren, der Stadtwald und der Elfrather See sind schön und meist findet man eine nette, schöne Nachbarschaft.

Welche Tipps hast du, um Freunde in Deutschland kennen zu lernen?

Ich habe am Anfang an einem Sprach-Tandem teilgenommen. Das war schön, weil man die Sprache spielerisch kennen lernte und noch dazu mit anderen Leuten locker in Kontakt kam. Auf Facebook findet man dazu Gruppen und auch Treffpunkte, zum Beispiel in Düsseldorf oder Köln.

Was willst du nach deinem Studium machen?

Ich möchte gerne in Deutschland bleiben und in einem Job Erfahrungen sammeln. In ein paar Jahren will ich dann nach Griechenland zurück zu meiner Familie ziehen.

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