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Karlsruhe: Sonnig, international und voller Energie

Karlsruhe ist eine der wärmsten Städte Deutschlands und ein wichtiger Ort für die deutsche Rechtsprechung. Die Stadt kann auch mit exzellenter Forschung, einem großen Freizeit-Angebot und viel Kreativität punkten. Dank der internationalen Atmosphäre kannst du viele verschiedene Kulturen kennenlernen.

von: Marlene Bauz

Karlsruher Schloss © anro0002/wikicommons
Karlsruher Schloss . © anro0002/wikicommons

Zahlen & Fakten

Einwohner:
289.173
Studierende:
39.028
Hochschulen:
7
Miete/Monat:
318 €
Tipp:
Iss einen typischen Flammkuchen! Im „Stövchen“ hast du die Qual der Wahl!
Website:
www.karlsruhe.de

Willkommen in Karlsruhe

In Karlsruhe trifft Geschichte auf Moderne: das barocke Schloss „Carols Ruh“ wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Es prägt bis heute den Aufbau der Stadt. Alle Straßen rund um das Schloss führen darauf zu, so dass du es aus allen Richtungen sehen kannst. Der Grundriss des Stadtkerns sieht von oben wie ein Fächer aus. Karlsruhe trägt darum auch den Beinamen "Fächerstadt".

KIT  © Bauz/DAAD
KIT . © Bauz/DAAD

Gleichzeitig ist Karlsruhe bekannt als „Internethauptstadt Deutschlands“. Hier wurde die erste e-Mail Deutschlands verschickt und hier befindet sich auch das renommierte Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Es spielt nicht nur eine wichtige Rolle bei der technologischen Entwicklung in Deutschland, sondern ist auch ein großer Arbeitgeber für die Region.

Karlsruhe gilt außerdem als Stadt des Rechts und der Demokratie. Hier befinden sich der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht, wichtige Orte für die deutsche Rechtsprechung. Das wird sichtbar auf dem Platz der Grundrechte, der sich zwischen dem Schloss und dem Marktplatz auf der Karl-Friedrich-Straße befindet. Dort stehen Schilder mit Aussagen zum Thema Recht und Unrecht.

Auf dem Marktplatz findest du in der Mitte eine Pyramide. Sie markiert das Grab des Gründers der Stadt, Markgraf Karl-Wilhelm. Auf dem Platz steht auch das Rathaus von Karlsruhe, das während des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1944 zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Den Platz kreuzt die Kaiserstraße, Karlsruhes wichtigste Einkaufsstraße mit sehr vielen Geschäften.

Platz der Grundrechte und Schloss © Bauz/DAAD
Platz der Grundrechte und Schloss . © Bauz/DAAD

Leben in Karlsruhe

Bei gutem Wetter – und dafür stehen die Chancen ja gut bei circa 140 Sonnentagen im Jahr – hast du viele Möglichkeiten, die Sonne zu genießen: empfehlenswert sind zum Beispiel der Botanische Garten am Schloss oder der Stadtgarten. Dort gibt es große Grünflächen, schöne Pflanzen und jede Menge Platz für ein gemütliches Picknick. Im Stadtgarten kannst du außerdem den Zoo besuchen.

Mein Tipp

Du solltest unbedingt einen Flammkuchen, eine besondere Spezialität der Region, probieren! Das ist ein Gericht, das aus einem sehr dünnen Teig mit Belag besteht. Eine große Auswahl an Flammkuchen findest du im „Stövchen“. Im Hinterhof gibt es auch einen Biergarten, wo du bei gutem Wetter deinen Flammkuchen genießen kannst.

Wenn du eher etwas für die Ohren als für die Augen willst, bist du in Karlsruhe auch genau richtig. „Das Fest“ ist ein Musikfestival, das jedes Jahr stattfindet. Dort treten bekannte nationale und internationale Künstler auf, außerdem gibt es viele weitere Programmpunkte. Die Tickets kosten weniger als 10 Euro. Livemusik kannst du ebenso einmal im Jahr beim „Zeltival“ und dem „Unifest“ des KIT erleben.

Für Studierende sind das Studentenzentrum Z10 und der Arbeitskreis Kultur und Kommunikation (AKK) gute Adressen. Auf dem Campus, beziehungsweise nahe am Campus des KIT gelegen, bekommst du dort immer frischen Kaffee und andere Getränke. In den beiden Zentren finden regelmäßig Veranstaltungen, wie Quizabende oder Partys statt. Sowohl das Z10 als auch das AKK bieten verschiedene Workshops und Kurse an.

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) verbindet Kunst mit technischen Innovationen und aktuellen Themen. Es umfasst mehrere Museen und Institute. Du kannst dir hier aber nicht nur Ausstellungen ansehen, sondern auch Vorträge und Workshops besuchen.

Tagsüber findest du eine leckere Erfrischung im „Saftladen“ auf der Waldstraße. Hier gibt es Frucht- und Milchshakes, die frisch gemixt werden. Abends ist zum Beispiel die Kneipe „Brasil“ bei Studierenden beliebt. Im „Radio Oriente Musikclub“ gibt es regelmäßig Livemusik und Partys. Im Sommer ist es sehr schön, in einem der vielen Restaurants am Ludwigsplatz zu sitzen.

Interview mit Steinick aus Indonesien

Steinick Parulian Sibarani studiert am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Er ist 20 Jahre alt und kommt aus Indonesien.

Bild von Steinick aus Indonesien © Bauz/DAAD
Steinick aus Indonesien . © Bauz/DAAD

Wieso hast du dich für ein Studium in Karlsruhe entschieden?

Ich habe mich aufgrund des guten Rufs der Universität für das KIT entschieden. Zudem habe ich das Studienkolleg am KIT besucht und da viele neue Leute kennengelernt. Aus diesen Bekanntschaften entwickelten sich sehr gute Freundschaften, die mich bis heute noch begleiten.

Wie hast du dich auf deinen Aufenthalt in Deutschland vorbereitet?

Vor meinem Studium habe ich zwei Jahre lang intensiv Deutsch gelernt. Darüber hinaus habe ich mich im Internet und auf Veranstaltungen des Goethe-Instituts und des DAAD in meiner Heimat ständig über das Leben und die Kultur Deutschlands informiert.

Schlossgarten © Bauz/DAAD
Schlossgarten . © Bauz/DAAD

Was war am Anfang das Schwierigste am Leben in Deutschland? Wie bist du damit umgegangen?

Am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten mit der Kommunikation, da man viele Vokabeln in Zusammenhängen benutzt, die mir zu dem Zeitpunkt noch fremd waren. Beispielsweise der Ausdruck „Es ist mir Wurst“ (Anmerkung der Redaktion: das bedeutet so viel wie „Es ist mir egal“). Auch die Umgangssprache hat mir Probleme bereitet. Zum Glück wird ein Programm vom Internationalen Begegnungszentrum angeboten, bei dem man kostenlos gesprochenes Deutsch üben kann. Da hat man nicht nur die Gelegenheit, sein Deutsch zu verbessern, sondern auch freundliche Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen.

Wie hast du deine Unterkunft gefunden? Hast du Tipps zur Wohnungssuche?

Die Wohnungssuche in Karlsruhe fand ich schon sehr schwierig. Daher muss man ein paar Monate vor Studienbeginn mit der Suche beginnen. Falls man im Wohnheim ein Zimmer haben möchte, sollte man sich zwei Monate vorher bei vielen Wohnheimen bewerben.

Hast du einen Nebenjob? Falls ja, was für ein Job ist das und wie hast du ihn gefunden?

Die Arbeit als HiWi (Anmerkung der Redaktion: Hilfswissenschaftler) habe ich auf der Seite für den HiWi-Markt am KIT gefunden. Da werden häufig neue Stellen ausgeschrieben. Falls man dort eine geeignete Stelle findet, muss man sich darauf so schnell wie möglich mit den vollständigen Unterlagen bewerben, da die Konkurrenz meistens groß ist.

Südstadt © Bauz/DAAD
Südstadt . © Bauz/DAAD

Was gefällt dir an Karlsruhe am besten?

Besonders gut gefällt mir die Internationalität in Karlsruhe. Hier hat man immer die Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen.

Wie komme ich als ausländischer Studierender am besten mit anderen Studierenden in Kontakt?

Ich bin in der Hochschulgruppe MUNIKA an der Uni aktiv, die meine Interessen gut vertritt. In der Gruppe lernt man die Arbeits- und Wirkungsweise der Vereinten Nationen kennen. Dadurch hat man nicht nur Spaß am Engagement, sondern bekommt auch die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Diese Kontakte können sehr wichtig für die spätere Laufbahn sein. Dort habe ich ein paar Kommilitonen aus meinem Jahrgang kennengelernt, mit denen ich jetzt zusammen lerne und die mir bei Schwierigkeiten im Studium helfen.