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Ingolstadt: Gemütliche Großstadt mit bayrischem Lebensgefühl

In Ingolstadt treffen bayrische Tradition und die Liebe zur Heimat auf Innovation und Moderne. Die Stadt wächst ständig und hat mittlerweile über 100.000 Einwohner. Eine lange Hochschulgeschichte und viel Lebensqualität machen die Stadt zum idealen Ort zum Studieren und Leben.

von: Marlene Bauz

Neues Schloss © Bauz/DAAD
Neues Schloss . © Bauz/DAAD

Zahlen & Fakten

Einwohner:
126.000
Studierende:
700
Hochschulen:
2
Miete/Monat:
130€ - 302€
Tipp:
Schau einen Kinofilm im größten Hörsaal der TH Ingolstadt!
Website:
www.ingolstadt.de

Willkommen in Ingolstadt

Ingolstadt hat mehr als 100.000 Einwohner und trotzdem fühlst du dich in der Innenstadt fast wie in einem Dorf. Kleine Häuser und enge Gassen sorgen für einen gemütlichen Charme und eine entspannte Atmosphäre, die du in anderen Großstädten eher selten findest. Doch das bedeutet nicht, dass Ingolstadt nicht mit anderen Städten mithalten könnte. Die Region ist wirtschaftlich sehr stark und das liegt vor allem daran, dass der Auto-Hersteller Audi hier seinen größten Produktionsstandort hat. Hier arbeiten derzeit mehr als 40.000 Menschen, was spürbar zum Wohlstand der Region beiträgt.

Hohe Schule © Bauz/DAAD
Hohe Schule . © Bauz/DAAD

Auch in der bayrischen Hochschullandschaft ist Ingolstadt von großer Bedeutung. Hier wurde im Jahr 1472 die erste Hochschule Bayerns, die „Hohe Schule“, gegründet. Später wechselte sie ihren Standort und existiert heute als die bekannte Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Das Kreuztor, das Wahrzeichen der Stadt, findest du gleich hinter dem Münster Zur Schönen Unserer Lieben Frau, einer katholischen Kirche an der Kreuzstraße.

Kreuztor © Bauz/DAAD
Kreuztor . © Bauz/DAAD

Auf dem Rathausplatz stehen sowohl das Alte als auch das Neue Rathaus von Ingolstadt – ein Kontrast, der gut die Entwicklung der Stadt von einer Kleinstadt in der bayrischen Provinz zur modernen Großstadt beschreibt.

Die ehemalige Universität von Ingolstadt ist übrigens auch bekannt als Schauplatz im Roman „Frankenstein“ von Mary Shelley. In der Geschichte studiert und forscht der Protagonist hier. Auch für Fans von Verschwörungstheorien ist Ingolstadt interessant, denn hier wurde im Jahr 1776 der Illuminatenorden von dem Professor Adam Weishaupt gegründet.

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Leben in Ingolstadt

In Ingolstadt kannst du beinahe alles gut mit dem Fahrrad erreichen, darum siehst du hier auch sehr viele Menschen Fahrrad fahren. Bei gutem Wetter solltest du dich ans Ufer der Donau setzen, das ist der Fluss, der durch Ingolstadt fließt. Von hier aus hast du einen guten Blick auf das Neue Schloss. Im Neuen Schloss wohnten früher verschiedene Herzöge, heute findest du hier das Bayerische Armeemuseum. Hier gibt es Ausstellungen zur militärischen Historie Bayerns.

Ein paar Schritte weiter in die entgegengesetzte Richtung findest du den Klenzepark. Hier kannst du ebenfalls die Sonne genießen und eine Pause vom Lernen machen. Außerdem kannst du Teile der alten Festung sehen, die früher zur Verteidigung der Stadt gebaut wurden.

Mein Tipp

Einmal im Monat wird im größten Hörsaal der TH Ingolstadt ein Kinofilm gezeigt. Informiere dich bei der Studierendenvertretung nach dem nächsten Termin!

Wenn dich die Sonne hungrig gemacht hat, fahr wieder über den Fluss in die Altstadt und iss einen leckeren Burger im "Goldbraun" in der Poppenstraße oder im "The Golden" in der Kupferstraße. Der Burger ist zwar keine Ingolstädter Erfindung, aber dafür kannst du sicher sein, dass alle Zutaten aus der Region rund um Ingolstadt stammen.

Als echter Ingolstädter darfst du auf keinen Fall die Volksfeste im Frühjahr und im Herbst verpassen. Hier kannst du Menschen jeden Alters in traditioneller, bayrischer Tracht sehen und bayrisches Bier probieren, auf das die Menschen aus Bayern besonders stolz sind.

Auch Sportfans sind in Ingolstadt gut aufgehoben, da das Fußball-Team FC Ingolstadt 04 und die Eishockey-Mannschaft ERC Ingolstadt beide derzeit sehr erfolgreich sind und in der ersten Liga spielen. Bei beiden Vereinen bekommst du als Studierender ermäßigte, also günstigere, Tickets.

Interview mit Natalia und Álvaro aus Spanien

Natalia Usón ist 19 Jahre alt und studiert an der Technischen Hochschule Ingolstadt den Bachelor Luftfahrttechnik. Zusammen mit ihr studiert auch Álvaro Vázquez, der 20 Jahre alt ist und auch aus Spanien kommt. Gleichzeitig arbeiten sie neben dem Studium bei Airbus Defence & Space in der Nähe von Ingolstadt. Sie machen ein sogenanntes duales Studium.

Natalia und Álvaro aus Spanien © Bauz/DAAD
Natalia und Álvaro aus Spanien . © Bauz/DAAD

Wieso habt ihr euch für ein Studium in Ingolstadt entschieden?

Álvaro: Ich wollte in Deutschland studieren, weil das Studium in Spanien nicht immer so toll ist. Die Professoren sind nicht immer so nett wie hier, es ist eine andere Mentalität. Ich war auch immer auf einer deutschen Schule und deshalb wollte ich in Deutschland studieren. Als ich erfahren habe, dass es hier dieses duale Studium gibt, habe ich mich beworben und somit mich entschieden, in Ingolstadt zu studieren.

Habt ihr vor eurer Abreise Unterstützung aus Deutschland bekommen?

Álvaro: Ja, die Universität hat uns die Kontaktdaten einer Frau gegeben, die für internationale Studenten in dualen Studiengängen verantwortlich ist und die hat immer gesagt, dass wir uns bei ihr melden können, wenn wir Fragen, zum Beispiel zur Bewerbung, oder in der Uni Probleme haben. Wir haben auch Seiten bekommen, auf denen man Wohnungen suchen kann.

Gab es etwas, das für euch am Anfang in Deutschland besonders schwierig war? Und wie seid ihr damit umgegangen?

Natalia: Der bayerische Akzent war für mich am Anfang das Schlimmste. Ich bin auch jetzt noch nicht komplett daran gewöhnt.

Álvaro: Bei mir war es eher, dass ich meine Freunde und meine Familie nicht so oft sehen konnte. Sie haben immer Sachen ohne mich unternommen und ich war nicht da und das hat mich ein bisschen traurig gemacht, aber mit der Zeit habe ich gesehen, dass das nicht so wichtig ist, weil ich diese Sachen wieder machen kann, wenn ich hier fertig bin. Und ich denke, so geht es jedem Studenten: während er lernen muss, gibt es immer Sachen, die er nicht machen kann. Da ist es egal, ob man hier oder irgendwo anders ist.

Klenzepark © Bauz/DAAD
Klenzepark . © Bauz/DAAD

Wisst ihr schon, wie es nach dem Studium für euch weitergehen soll? Könnt ihr euch vorstellen, in Deutschland zu bleiben?

Natalia: Wir können nach dem Studium ein Jahr in der Firma in Manching (Anmerkung: Standort des Airbus-Werkes) arbeiten und für dieses Jahr werde ich auch wahrscheinlich bleiben. Und danach mal sehen.

Was gefällt euch in Ingolstadt am besten?

Natalia: Es gibt einen kleinen Garten in der Alten Anatomie, der sehr schön ist. Immer wenn mich Leute besuchen, bringe ich sie zu diesem Garten, weil er sehr versteckt ist. Ich mag auch den grünen Ring um Ingolstadt herum, da gehen wir manchmal laufen oder Fahrrad fahren.

Gibt es ein Erlebnis in Ingolstadt, das ihr besonders schön fandet?

Natalia: Zum Beispiel die Volksfeste finde ich total gut. Wir haben uns schon bayrische Trachten gekauft – da fühlst du dich sehr deutsch.

Warum haltet ihr Ingolstadt für einen guten Ort zum Studieren?

Álvaro: Die Uni hier ist sehr gut. Viele Professoren, die ich gehabt habe, waren auch sehr gut und haben viel für die Studenten gemacht. Die Stadt ist nicht riesengroß, aber es gibt viele Studenten und die Atmosphäre in Ingolstadt ist auch gut.