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Freiberg: Eine Kleinstadt mit viel Herz

Freiberg ist die ideale Kleinstadt für alle Kultur- und Naturliebhaber. Die historische Innenstadt der ehemaligen Bergbauregion lädt zum Verweilen ein. Am Wochenende kannst du viele Ausflüge machen und die umliegende Region, das Erzgebirge, erkunden.

von: Janine Funke

Markt © Noack/DAAD
Markt . © Noack/DAAD

Zahlen & Fakten

Einwohner:
40.000
Studierende:
4.504
Hochschulen:
1
Miete/Monat:
160 € - 370 €
Tipp:
Probiere die Freiberger "Eierschecke"!
Website:
www.freiberg.de

Willkommen in Freiberg

In der Mitte des Bundeslandes Sachsen, zwischen den Städten Dresden und Chemnitz, liegt die Bergbau-Stadt Freiberg.

Über 800 Jahre bestimmte das Handwerk den Alltag der Einwohner. Die Geschichte der Stadt spiegelt sich in den Studiengängen der Technischen Universität, aber auch an zahlreichen Ecken in der Innenstadt wieder. An vielen Häusern findest du zum Beispiel der Gruß der Bergmänner „Glück auf!“.

Glück Auf – Der Gruß der Bergleute © Noack/DAAD
Glück Auf – Der Gruß der Bergleute . © Noack/DAAD

Auch bei Stadtfesten lernst du die lokale Tradition hautnah kennen. Regelmäßig, wie zum Bergstadtfest und zum Weihnachtsmarkt, findet eine „Hüttenparade“ statt. An Feiertagen zogen die Bergarbeiter früher immer in sauberer Kleidung durch die Straßen. Das war eine besondere Tradition, da sie sonst den ganzen Tag im dunklen Stollen arbeiteten. Heute gibt es zwar keine Bergleute mehr, aber die Tradition blieb erhalten. Darum zieht heute immer noch eine „Berg- und Hüttenknappschaft“ durch die Straßen.

Freiberg besitzt die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt, die Technische Universität Bergakademie Freiberg. Ein Schwerpunkt der Lehre und Forschung liegt beispielsweise auf der Mineralogie, dem Auffinden und Verarbeiten von Rohstoffen und natürlich auch den Bergbauwissenschaften selbst. Die Ausbildung ist sehr praktisch angelegt. Die  Universität hat ein Forschungs- und Lehrbergwerk, in dem du die Kenntnisse aus den Vorlesungen und Seminaren direkt anwenden kannst.

Donatsturm und Stadtmauer © Noack/DAAD
Donatsturm und Stadtmauer . © Noack/DAAD

Der Stadtkern Freibergs ist noch sehr gut erhalten. Auf dem Fußweg gelangst du durch das Donatstor, vorbei am Donatsturm und der historischen Stadtmauer, in die malerische Innenstadt. Hier kannst du den ursprünglichen Grundriss aus dem 12. Jahrhundert bestaunen. Auf dem „Untermarkt“ angekommen, hast du einen wunderbaren Panoramablick auf die Kirche St. Petri und den Dom. Ein paar Schritte weiter blickst du durch kleine Gassen auf das Stadtschloss und viele weitere malerische Gebäude.

Leben in Freiberg

In Freiberg lebst du in einer ruhigen Stadt mit einer starken lokalen Gemeinschaft. Gerade durch die Universität hat sich in der Stadt ein großes Freizeitangebot entwickelt. Besonders wichtig ist es den Freibergern, Gäste gut zu integrieren. Du wirst keine Schwierigkeiten haben mit Menschen aus der Region in Kontakt zu kommen. Die Universität organisiert beispielsweise Tandems mit Familien aus der Region. Du kannst zum Beispiel bei einer Freiberger Familie Weihnachten feiern und so eines der wichtigsten Familienfeste der Deutschen hautnah kennenlernen.

Mein Tipp

Probiere die Freiberger Eierschecke! Die lokale Spezialität schmeckt lecker zu einem Kaffee oder Tee am Sonntag Nachmittag in einem der vielen Cafés in der Stadt.

Das Freiberger Theater ist sehr besonders. Es wurde 1790 gegründet und ist das einzige, in seiner ursprünglichen Form erhaltene Theater, in dem kontinuierlich gespielt wurde. Damit ist es das älteste Stadttheater der Welt. Es werden regelmäßig Theaterstücke, Musicals und philharmonische Stücke aufgeführt. Als Studierender kannst du das Theater vergünstigt besuchen.

Jakobikirche © Noack/DAAD
Jakobikirche . © Noack/DAAD

Jedes Jahr am letzten Juniwochenende findet das Bergstadtfest statt. Mehr als 160.000 Menschen versammeln sich auf dem Marktplatz für Konzerte, schlendern durch die Gassen an vielen Marktständen vorbei und trinken das regionale Bier.

Bei einem Ausflug in das Umland solltest du in jedem Fall die begehbaren Stollen besuchen. In der Umgebung gibt es viele kleine Städte und Waldgebiete, die auch gut mit dem Fahrrad erreichbar sind, wie zum Beispiel den Tharandter Wald. Am Abend findest du viele Studierende in der "Shine Bar". Oft finden auch internationale Abende WG-Partys oder Abendveranstaltungen an der Universität statt.

Wenn dir Freiberg doch einmal zu klein, bist du mit dem Zug schnell in Chemnitz und Dresden. Aber auch Großstädte wie Prag und Berlin sind mit dem Bus schnell und günstig zu erreichen.

Interview mit Karan Shah aus Indien

Karan ist 25 Jahre alt, kommt aus Indien und studiert an der Technischen Universität Freiberg International Management of Resources and Environment.

Karan Shah © Noack/DAAD
Karan Shah . © Noack/DAAD

Warum hast du dich für ein Studium in Deutschland entschieden?

Nach meinem Studium in Indien habe ich erst einmal drei Jahre gearbeitet. Dann hatte ich das Ziel, für den MBA ins Ausland zu gehen und habe mich sehr schnell für Deutschland entschieden. Ich mag die Kultur und ich wollte eine neue Sprache lernen. Da das MBA Programm in Freiberg speziell für Ingenieure ausgelegt ist, war mir schnell klar, dass die Universität und der Studiengang gut zu mir passen.

Wie hast du dich auf dein Studium in Freiberg vorbereitet?

Die Vorbereitung verlief einfach, da mir das Studentenwerk in Freiberg gut geholfen hat. Ich habe mich kurz nach meiner Zusage gemeldet und nach einer Wohnung gefragt. Mir wurde direkt ein günstiges Zimmer vermittelt. Die Universität bietet außerdem Sprachkurse an. Sprachkurse hatte ich in Indien noch nicht belegt, aber ich übe jetzt mit einer deutschen Familie. Die Familie wohnt in der Nähe von Freiberg, das ist sozusagen meine deutsche Familie. Sie sprechen mit mir Deutsch, machen mit mir Ausflüge und so weiter.

Wie gefallen dir Freiberg als Studentenstadt und die Universität?

Freiberg ist eine kleine, aber gemütliche Stadt. Zum Studieren ist das ideal. Es gibt alles, was man braucht. Die Universität ist sehr gut und ich kann mich auf das Studium konzentrieren. Ich fahre überall mit dem Fahrrad hin, das ist super. Die Stadt ist sehr günstig und alles liegt nah beieinander. Wir sind hier eine große Community von internationalen Studenten, allein etwa 50 Inder studieren in Freiberg.

Park © Noack/DAAD
Park . © Noack/DAAD

Wir organisieren regelmäßig einen indischen Abend und laden die ganze Stadt ein, das letzte Mal waren über 300 Menschen da. Außerdem kann man über das Buddy Programm der Universität sehr schnell andere Leute kennenlernen!

Konntest du schnell Kontakt zu anderen Studierenden aufnehmen?

Am Anfang waren wir als internationale Studierende immer zusammen, aber schnell haben wir auch viele gemeinsame Sachen mit den deutschen Studierenden gemacht. Wir sind nun eine zusammengewachsene Gruppe, die viel zusammen macht. Unsere Nachmittage verbringen wir oft in Cafés. Die Universität hat auch ein Sportzentrum, viele neue Leute kann man auch in den Sportkursen kennenlernen.

Was gefällt dir in Deutschland am meisten?

Besonders interessant finde ich die Feierkultur in Deutschland. Selbst in einem kleinen Ort wie Freiberg gibt es viele Partys. Ich habe Freunde, die hier in einer Band spielen und immer wieder auch auf den Freiberger Festen unterwegs sind. Wenn die Band beginnt, tanzen alle und sind ausgelassen. Die Menschen sind sehr freundlich. Als ich in Berlin am Flughafen ankam, hatte ich kein Internet und wusste nicht, wo ich hinfahren soll. Das ganze war kein Problem, da mir junge und alte Menschen, egal ob sie Englisch sprechen können oder nicht, sehr freundlich geholfen haben. Das war eine wunderbare Erfahrung.

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