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Essen: Kultur und Shopping mit grünem Herz

Im Zentrum des Ballungsraums Ruhrgebiet befindet sich die Großstadt Essen. Nach dem Ende der Schwerindustrie entwickelt sich die Stadt zu einem Kultur- und Shoppingzentrum. Die Stadt überrascht mit ihren vielen Parks und Seen, die für Entspannung und Erholung sorgen.

von: Bastian Rothe

Zeche Zollverein © Zairon/wikicommons
Zeche Zollverein . © Zairon/wikicommons

Zahlen & Fakten

Einwohner:
566.000
Studierende:
87.339
Hochschulen:
4
Miete/Monat:
347 €
Tipp:
Fast Food mit gutem Gewissen - bestell dir einen Burger bei "Why So Serious?"!
Website:
www.essen.de

Willkommen in Essen

Wenn du an einem Samstag nach Essen kommst, musst du dich nicht wundern, dass die Straßen der Innenstadt mit vielen Tausenden Menschen gefüllt sind: Viele nutzen die Stadt zum Einkaufen, besuchen Museen oder verbringen den Abend in einem der vielen Theater. Essen, die Stadt mitten im Ballungsraum Ruhrgebiet, ist heute ein Einkaufsparadies und ein Kulturzentrum.

Panorama © Reiner Klute/flickr
Panorama . © Reiner Klute/flickr

Das war nicht immer so: Essen war wie die gesamte Region, das Ruhrgebiet, durch die Schwerindustrie geprägt. Am Stadtrand zeugen heute noch alte Zechen vom Kohleabbau. Das alte Zechengelände im Norden der Stadt wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe „Zeche Zollverein“ erklärt und lockt jedes Jahr viele Touristen in die Stadt. 2010 war Essen (mit dem gesamten Ruhrgebiet) Europas Kulturhauptstadt und präsentierte eine interessante Mischung aus Geschichte, Kunst und Leben.

Villa Hügel © Alex.Ch/flickr
Villa Hügel . © Alex.Ch/flickr

Im gesamten Stadtgebiet ist außerdem der Einfluss des Stahlkonzerns „ThyssenKrupp“ zu spüren. Das Familienunternehmen aus dem 19. Jahrhundert hat die Geschichte der Stadt und Deutschlands maßgeblich geprägt. Die beeindruckende Geschichte der Familie Krupp und ihres Unternehmens kannst du in der Villa Hügel erfahren und dir einen Eindruck von der Macht und dem Reichtum der Familie verschaffen.

Um einen ersten Eindruck von der kulturellen Vielfalt der Stadt zu bekommen, kannst du mit der Straßenbahnlinie 107 fahren. Sie ist die „Kulturlinie“ der Stadt und fährt dich zu allen interessanten Sehenswürdigkeiten Essens, zum Beispiel Zeche Zollverein, Aalto-Theater oder Folkwang-Museum.

Leben in Essen

Die Universität in Essen ist einer der beiden Standorte der Universität Duisburg-Essen. Der Campus in Essen befindet sich nördlich der Innenstadt. In einigen Fällen kann es sein, dass du einige Vorlesungen oder Seminare in Essen und andere in Duisburg hast. Das Pendeln zwischen den Standorten nehmen die meisten Studierenden gelassen, denn die Universität hat einen eigenen Shuttle, der jede Stunde pendelt.

Zeche Zollverein © Michael.Doering/flickr
Zeche Zollverein . © Michael.Doering/flickr

Viele Studierende wohnen gern in den nördlichen Vierteln rund um die Universität. Auch das Südviertel und Rüttenscheid auf der anderen Seite der Innenstadt sind bei jungen Menschen beliebt. Ein Besuch lohnt sich in der Siedlung Margarethenhöhe: Sie gilt als erste Gartenstadt Deutschlands und zeugt heute von den Vorstellungen menschenfreundlichen Wohnens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ganz in der Nähe der Margarethenhöhe befindet sich der Gruga-Park, eine der größten Parkanlagen der Stadt. Hier suchen die Bewohner Erholung oder treiben Sport und treffen sich mit Freunden. Auch für Kunstinteressierte hat der Park etwas zu bieten: Auf dem gesamten Gelände sind Skulpturen und Installationen verteilt. Noch weiter im Süden befinden sich der Baldeney- und Kettwiger See, wo du Inline skaten, Radfahren, Surfen oder mit dem Kanu fahren kannst.

Eine Führung durch Zeche Zollverein oder eine Ausstellung im Folkwang-Museum sind sehr lohnenswert. Das 2010 neu errichtete Museum hat sich mit interessanten Ausstellungen zur klassischen und modernen Kunst einen Namen gemacht. Wenn du dich für Filme und Kinos interessierst, solltest du in der "Lichtburg" in der Innenstadt vorbeischauen. Dort befindet sich der größte Kino-Saal Deutschlands, der durch seine klassische, klare Architektur hervorsticht.

Mein Tipp

„Why so serious“ ist einer der besten Burger-Läden in Essen. Der Inhaber des Restaurants hat sich ein Jahr lang jede Woche ein neues Burger-Rezept ausgedacht und macht abwechslungsreiche, leckere und vegane Hamburger.

Weil in Essen Menschen aus vielen Ländern und Kulturen leben, ist das kulinarische Angebot der Stadt sehr bunt. Rund um den Rüttenscheider Stern findest du viele kleine und interessante Lokale, die für jeden Geschmack etwas bieten. Ein kulinarisches Fest bietet Essen seinen Bewohnern und Gästen im Sommer: Beim Festival „Essen… verwöhnt“ präsentieren sich viele Restaurants der Stadt auf der Kettwiger Straße und du kannst verschiedene Gerichte probieren. Wenn du weitere Inspiration suchst, solltest du einen Blick auf die Seite „Ruhr-Menü“ werfen. Dort kannst du auf einer interaktiven Karte nach kultigen und guten Restaurants suchen. Das Besondere daran ist, dass viele Tipps von Einheimischen und Touristen sind.

Interview mit Yingqian aus China

Yingqian Zhang kommt aus China, ist 25 Jahre alt und hat den Master Technische Logistik studiert.

Bild von Yingqian aus China © Brothe
Yingqian aus China . © Brothe

Warum hast du dich für ein Studium in Essen entschieden?

Bereits in der Grundschule habe ich vom Ruhrgebiet gehört: Im Unterricht lernte ich von der Geschichte des Ruhrgebiets, vom Kohleabbau und von der Stahlindustrie. Dadurch erhielt ich meinen ersten Eindruck von Deutschland. Im Internet habe ich mir dann die Universitäten hier angesehen. Ich habe mich für Essen entschieden, weil die Universität zentral im Stadtzentrum liegt.

Wie hast du dich auf deinen Aufenthalt in Deutschland vorbereitet?

An der Uni in Shanghai habe ich bereits Deutsch gelernt. Dort habe ich auch an Workshops teilgenommen, die vom DAAD angeboten wurden. Da lernte ich etwas über die Kultur und die Traditionen, zum Beispiel wie man Glühwein macht.

Grugapark © DAAD
Grugapark . © DAAD

Was sollten zukünftige Studierende, die nach Deutschland kommen, schon vor der Abreise erledigt haben?

Die Sprache ist besonders wichtig. Als ich nach Deutschland kam, verstand ich trotz Sprachkursen in China wenig, weil alle so schnell reden. Und ich musste innerhalb eines Jahres hier einen Sprachtest bestehen, um mein Visum verlängern zu können. Auch wenn man schon etwas von der Kultur weiß, ist es von Vorteil.

Was war am Anfang das schwerste am Leben in Deutschland für dich?

Ich musste mich daran gewöhnen, dass die Menschen hier nicht zurückhaltend sind. Sie sagen dir sehr direkt: „Nein, so geht das nicht“. In China drücken wir so etwas vorsichtiger aus.

Margarethenhöhe  © Denis Barthel/wikicommons
Margarethenhöhe . © Denis Barthel/wikicommons

Wie hast du eine Unterkunft gefunden?

Ich habe nach einer WG gesucht und habe sie im Internet gefunden. Da gibt es viele Seiten mit einer großen Auswahl.

Warum ist Essen ein guter Ort zum Studieren?

Ich mag die Universität, weil sie so zentral liegt. Man kann nach der Uni in die Stadt zum Einkaufen oder einen Kaffee trinken gehen. Mir gefallen hier auch die vielen Angebote für ausländische Studierende, die der AStA [Anmerkung der Redaktion: Allgemeiner Studierendenausschuss] oder das International Office anbieten. Da gibt es oft Workshops oder Exkursionen, an denen man für sehr wenig Geld teilnehmen kann.

Wie lernt man am einfachsten andere Studierende kennen?

Bei den Workshops kann man schnell mit Leuten in Kontakt kommen. Ich bin auch zur Fachschaft gegangen, weil man dort mithilfe von Professoren Exkursionen zum Beispiel zu Firmen und Unternehmen machen kann.