Breadcrumb

Aachen: Kaiserlich studieren im Herzen Europas

Aachen ist international, studentisch und immer offen für Neues. Die Stadt ist die westlichste Großstadt Deutschlands und liegt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Eine renommierte technische Hochschule, die zentrale Lage mitten in Europa und die angenehme Größe machen Aachen zu einem Magneten für internationale Studierende.

von: Marlene Bauz

Aachener Dom © Andreas Herrmann
Aachener Dom . © Andreas Herrmann

Zahlen & Fakten

Einwohner:
236.420
Studierende:
58.175
Hochschulen:
2
Miete/Monat:
330 €
Tipp:
Schau die kultige Krimi-Serie "Tatort" in gemütlicher Atmosphäre im „zuhause“!
Website:
www.aachen.de

Willkommen in Aachen

Bereits den Römern hat es in Aachen gut gefallen. Sie wussten die heißen Quellen Aachens zu nutzen und errichteten dort Bäder. Das Quellwasser soll heilend wirken. Im Elisenbrunnen im Zentrum der Stadt fließt vor der traumhaften Kulisse des Doms immer noch echtes Aachener Thermalwasser.

Elisenbrunnen © Bauz/DAAD
Elisenbrunnen . © Bauz/DAAD

Im 8. Jahrhundert machte Kaiser Karl der Große Aachen zum Zentrum seines Reiches. Er ließ zum Beispiel den mächtigen Dom und das schöne Rathaus erbauen. Der Dom, eine große Kirche, steht mitten in der Innenstadt und beherbergt nun die Gebeine Karls des Großen. Als erstes deutsches Bauwerk wurde der Dom im Jahr 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Das Aachener Rathaus war Teil des ehemaligen Palastes Karls des Großen. Hier wird heute jedes Jahr der Internationale Karlspreis vergeben. Er ehrt Personen, die sich für die europäische Gemeinschaft einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgern zählt unter anderen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Aachener Dom © Bauz/DAAD
Aachener Dom . © Bauz/DAAD

Aachen ist eines der wichtigsten Zentren für technisch-naturwissenschaftlich interessierte Studierende aus aller Welt. Seit der Gründung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) im Jahr 1870 genießt die Universität international einen sehr guten Ruf. Mit dem RWTH Aachen Campus entsteht in Kooperation mit der Industrie zurzeit einer der größten Wissenschaftsparks Europas.

Aachen liegt direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Am „Dreiländereck“ treffen sich die Landesgrenzen. So kannst du bequem drei Länder an einem Tag besuchen!

Ein Höhepunkt ist der jährliche Weihnachtsmarkt rund um den Aachener Dom und das Rathaus. Dort kannst du die berühmten Aachener Printen, ein leckeres Gebäck, probieren und die weihnachtliche Atmosphäre genießen.

Mehr Fotos

Leben in Aachen

Das Leben in Aachen ist stark von den vielen Studierenden geprägt. Das Sportangebot ist sehr vielfältig und bietet für alle Interessen etwas. Das Hochschulsportzentrum organisiert außerdem jedes Semester viele sportliche Veranstaltungen, wie den beliebten Lousberglauf. Dabei geht es für die Läufer auf einer Strecke von 5.555 Metern über den Lousberg, Aachens größten Hügel.

Mein Tipp

Ein echtes Stück deutsche Kultur ist die Krimi-Sendung „Tatort“ jeden Sonntag. Im "zuhause" kannst du die Serie mit anderen Fans schauen. Hier kannst du gemütlich das Wochenende beenden und dich Sonntag für Sonntag einheimischer fühlen!

Sportlich wird es auch im „Tivoli“, dem Stadion der Fußballmannschaft „Alemannia Aachen“. Bei den Heimspielen kommen oft bis zu mehrere tausend Menschen dorthin, um die Mannschaft zu unterstützen. Die Atmosphäre im Stadion ist einmalig!

Bei gutem Wetter ist der Westpark bei Studierenden sehr beliebt. Hier gibt es mitten in der Stadt einen kleinen See, große Wiesen und die Möglichkeit zum Grillen – ideal für einen sonnigen Nachmittag. Auch auf dem Lousberg kannst du mit Aussicht auf die Stadt spazieren oder entspannen.

In Aachen ist für alle Studierenden die Pontstraße eine gute Anlaufstelle. Hier gibt es sehr viele Restaurants, Kneipen und Nachtclubs, die für Studierende bezahlbar und bei ihnen sehr beliebt sind. Empfehlenswert ist zum Beispiel das "Café Egmont", wo es im Sommer jeden Samstag Livemusik gibt. Fernab der „Ponte“, wie die einheimischen Studierenden die Pontstraße nennen, gibt es zum Beispiel den gemütlichen "Domkeller" oder den Irish Pub "Guinness House".

Interview mit Anas aus Palästina

Anas Abdelrazeq ist 27 Jahre alt und promoviert in Aachen. Er hat bereits seinen Master an der RWTH Aachen gemacht, im International Master Programme Software Systems Engineering. Dafür hat er ein DAAD-Stipendium bekommen.

Bild von Anas aus Palästina © Anas Abdelrazeq
Anas aus Palästina . © Anas Abdelrazeq

Wieso hast du dich für Aachen entschieden?

Für Aachen speziell habe ich mich wegen der Universität entschieden. Zuerst habe ich mir das Ranking der Unis in Deutschland für meinen Studiengang angesehen und Aachen war gleichauf mit der TU München. Ich hatte ein paar Freunde in Aachen und sie haben mich ermutigt, herzukommen.

Hattest du irgendwelche Vorstellungen über das Leben in Deutschland? Und haben sie sich bestätigt oder nicht?

Die Vorurteile, die ich im Kopf hatte, waren, dass die Deutschen sehr genau und unfreundlich sind. Das erste Vorurteil hat sich bestätigt. Pünktlich zu sein, zum Beispiel, denn das ist nicht so wichtig in unserer Kultur. Die zweite Sache war, dass ich die Leute als sehr freundlich erlebt habe. Ich habe zuerst bei einer deutschen Familie gewohnt und die haben mir alles gezeigt. Mittlerweile bin ich umgezogen, aber wir haben immer noch ein sehr gutes Verhältnis.

Aachener Printen © Bauz/DAAD
Aachener Printen . © Bauz/DAAD

Was war am Anfang schwierig für dich?

Das Lehrsystem an der Uni ist hier zum Beispiel anders als das, das ich von Palästina kannte. Hier müssen die Studierenden mehr eigenverantwortlich lernen. In Palästina sagt dir fast jeden Tag jemand, was du tun musst. Hier gibt es nur eine Prüfung am Ende des Semesters. Im System, das ich von Zuhause kannte, gibt es verschiedene Prüfungen auf das ganze Semester verteilt. Die erste Klausurphase war daher ein bisschen schwer für mich, weil ich noch nicht genau wusste, wie ich lernen musste.

Hattest du einen Nebenjob, als du deinen Master gemacht hast? Falls ja, wie hast du ihn gefunden?

Ja, ab dem zweiten Monat. Du kannst Ausschreibungen zum Beispiel am Schwarzen Brett finden. In dem Moment habe ich nicht ans Geldverdienen gedacht, sondern dass ich gerne mehr Erfahrungen in meinem Studium sammeln würde. Es ist auch eine gute Möglichkeit, die Forschungsteams besser kennenzulernen, weil du selber an den Projekten mitarbeiten kannst.

Westpark © Bauz/DAAD
Westpark . © Bauz/DAAD

Was gefällt dir am besten an Aachen?

Was ich wirklich an Aachen mag ist, dass es eine gute Größe hat. Es ist nicht so groß, aber auch nicht zu klein und wenn du deine Freunde treffen willst, dann geht das in fünf Minuten. Aachen ist eine Studentenstadt. Aber die Stadt ist auch groß genug, so dass du alles findest, was du brauchst.

Außerdem bin ich in einer Studierendenorganisation. Als ich nach Aachen gekommen bin, habe ich dort Hilfe gefunden. In meiner Freizeit helfe ich jetzt oft anderen Studierenden, die neu in Aachen sind. Wir organisieren viele Events, zu denen auch viele Deutsche kommen.

Hast du irgendwelche Tipps für den Umgang mit Deutschen? Wie komme ich am besten in Kontakt mit ihnen?

Die Deutschen brauchen einige Zeit, um sich jemandem zu öffnen, aber wenn sie das tun, dann sind sie wirklich gute Freunde. In der deutschen Mentalität gibt es sehr viele Definitionen: „Er ist mein Kollege, mein Freund, mein Nachbar…“. Um von einer Kategorie in eine andere zu kommen, braucht es etwas Zeit. Du musst dich daran gewöhnen, aber dann kannst du auch wirklich Freunde finden.