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Nebenjob: So kannst du neben dem Studium Geld verdienen

Es gibt viele Möglichkeiten, neben dem Studium Geld zu verdienen, zum Beispiel als Kellner, wissenschaftliche Hilfskraft oder Nachhilfelehrer. Mit Deutschkenntnissen erhöhst du deine Chancen auf einen Nebenjob. Beachte aber die rechtlichen Bestimmungen.

von: Redaktion

Studierende am Zapfhahn © Wenzel/DAAD
Studierende am Zapfhahn . © Wenzel/DAAD

Wenn du neben deinem Studium Geld verdienen willst, kannst du dich an deiner Hochschule um einen Job bemühen. Oder du suchst dir einen klassischen Studentenjob in deiner Stadt, zum Beispiel als Bedienung in einem Café, als Babysitter oder als Aushilfe auf Messen. Für deine Ausbildung lohnt es sich am meisten, wenn der Job mit deinem Studienfach zu tun hat: Lehramtsstudierende geben manchmal Nachhilfeunterricht, Studierende der Kunstgeschichte arbeiten zum Beispiel als Aushilfen in Museen. Gute Deutschkenntnisse sind dabei immer von Vorteil.

Die Studentenwerke der Hochschulen und die lokale Vertretung der Bundesagentur für Arbeit vermitteln Jobs für Studierende. Online-Jobbörsen findest du auf der Website deiner Hochschule und in den digitalen Angeboten deines Studentenwerks. Achte bei deiner Suche auch auf Anzeigen in den lokalen Zeitungen und Aushänge an „Schwarzen Brettern“, den großen Informationstafeln an verschiedenen Orten auf dem Campus.

Studierende am Kopierer © DAAD
Studierende am Kopierer . © DAAD

Der Hiwi-Job

Wer als wissenschaftliche Hilfskraft an einer Hochschule arbeitet, wird „Hiwi“ genannt. Hiwis sind zum Beispiel für die Aufsicht in der Bibliothek zuständig, sie leiten Tutorien oder recherchieren Literatur für Professoren. Der Vorteil: Oft hat die Arbeit etwas mit deinem Studium zu tun und du lernst etwas dabei. Wenn du dich für einen Hiwi-Job interessierst, frag‘ im Sekretariat deines Instituts nach offenen Stellen und achte auf die Aushänge an deiner Hochschule.

Die Regeln

Wie viel du als internationaler Studierender arbeiten darfst, ist rechtlich festgelegt. Je nach Herkunftsland gelten unterschiedliche Regeln:

Du kommst aus der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz?

► Dann darfst du ohne eine besondere Genehmigung so viel arbeiten, wie du möchtest. Wenn du allerdings mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten willst, musst du (genau wie deutsche Studierende) bestimmte Versicherungsbeiträge zahlen. Das solltest du vermeiden.

Studierender füllt Getränke auf © DAAD
Studierender füllt Getränke auf . © DAAD

Du kommst aus einem anderen Land?

► Dann darfst du bis zu 120 volle oder 240 halbe Tage im Jahr arbeiten. Du darfst dich nicht selbstständig machen. Wer mehr arbeiten will, braucht die Zustimmung der Agentur für Arbeit und der Ausländerbehörde. Sie hängt davon ab, wie hoch die Arbeitslosigkeit in einem Bundesland ist.

Ausnahmen für Hiwis: Die 120-Tage-Regelung gilt nicht für Studierende, die als Hiwis arbeiten. Bei solchen Jobs an der Hochschule gibt es keine Einschränkungen. Du musst aber auf jeden Fall die Ausländerbehörde informieren, wenn du mehr arbeiten willst. Du bist unsicher, um welche Art von Job es sich handelt? Dann informiere dich am besten bei dem für dich zuständigen Studentenwerk oder beim Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule.

Die arbeitsrechtlichen Bestimmungen für internationale Studierende sind sehr streng. Es ist wichtig, sie zu kennen: Wer dagegen verstößt, kann ausgewiesen werden.

Regeln für Sprachkurs- und Studienkollegs-Teilnehmer

Wenn du einen Sprachkurs besuchen oder in einem Studienkolleg studieren willst, darfst du generell nur mit Zustimmung der Agentur für Arbeit und der Ausländerbehörde arbeiten – und nur in der vorlesungsfreien Zeit.

Regeln für Praktika

Wenn du während deines Studiums in den Semesterferien ein Praktikum machen willst, zählt das als „normale“ Arbeit. Das gilt auch dann, wenn das Praktikum nicht bezahlt wird. Jeder Tag im Praktikum wird von deinem 120-Tage-Guthaben abgezogen.
Ausnahmen für Pflichtpraktika: Wenn dein Praktikum als so genanntes Pflichtpraktikum in der Studienordnung vorgeschrieben ist, darfst du mehr arbeiten.

Der Verdienst

Wie viel du in deinem Nebenjob verdienst, hängt sehr stark von deinen Kenntnissen, der Region und der Branche ab, in der du arbeiten möchtest. In teuren Großstädten wie München, Hamburg oder Köln bekommst du mehr Geld, musst aber auch mehr für Miete oder Essen zahlen. In Deutschland gibt es seit 2015 einen Mindestlohn. Wie hoch er aktuell ist, kannst du auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nachsehen. Hiwis, Produktionshelfer in der Industrie oder Aushilfskräfte auf Messen bekommen meistens etwas mehr als den Mindestlohn.

Für Studierende ist es aber praktisch unmöglich, das ganze Leben mit Nebenjobs zu finanzieren. Es gibt in Deutschland nur wenige passende Angebote auf dem Arbeitsmarkt – und wer zu viel arbeitet, verlängert sein Studium unnötig. Statt einen schlecht bezahlten Job anzunehmen, kannst du dich zum Beispiel auch um ein Stipendium bemühen.

Steuern und Versicherung

Du kannst einen Studentenjob ausüben und bis zu 450 Euro im Monat verdienen, ohne Steuern zu zahlen. Wenn du aber regelmäßig mehr als 450 Euro verdient, brauchst du eine Steuernummer. Dann wird monatlich ein bestimmter Betrag von deinem Lohn abgezogen, den du zurückbekommst, wenn du am Ende des Jahres eine Steuererklärung abgibst.

Wer in Deutschland fest angestellt ist, zahlt normalerweise Sozialabgaben. Dazu gehören die Beiträge für die Krankenversicherung, die Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Wer nicht länger als zwei Monate am Stück oder auf das Jahr verteilt weniger als 50 Tage arbeitet, muss diese Abgaben nicht zahlen.