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Fühlt ihr euch wohl in Deutschland?

13/11/2015 - 08:00-0 Comments by | georgia flag

Ich schon! Als ich zum ersten Mal nach Deutschland kam, war alles neu und fremd. Ich habe damals gedacht, dass ich mich nie an das Land gewöhnen könnte, in dem nicht so oft die Sonne scheint, die Menschen so eine schwere Sprache – Deutsch sprechen und wo ich ganz meine Kumpels, ohne Familie sein sollte. Meine Welt endete damals mit Georgien und alles darüber hinaus war nur einen kurzen Besuch wert. Natürlich habe ich mich geirrt…
Jetzt nach einigen Jahren in Deutschland ist mein Deutsch viel, viel besser als damals. Ich kenne inzwischen dieses Land mehr oder weniger gut. Ich fühle mich nicht wirklich fremd wenn ich auf der Straße gehe und Deutsch höre. Außerdem habe ich inzwischen festgestellt, dass Deutschland ein multikulturelles Land ist. Ich liebe beides. Vor allem die deutsche Sprache, weil sie meiner Meinung nach eine schöne und klare Sprache ist. Und weil ich mich sehr viel Mühe gegeben habe, um sie zu lernen. An Deutschland liebe ich u.a. die multikulturelle Gesellschaft, ohne die ich Deutschland kaum vorstellen könnte. Heißt das aber, da ich mich in diesem Land willkommen fühle? Werde ich nach meiner Promotion hier bleiben wollen? Was sollte man tun, um den ausländischen Studierenden den Einstieg zu vereinfachen?

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Daum ging es im Rahmen der Willkommensveranstaltung vom DAAD für die DAAD-Stipendiaten aus der ganzen Welt genau vor einer Woche in Berlin. Als Teil der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion zum Thema “Willkommen in Deutschland? Integration ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen” statt, an der neben Staatsministerin Böhmer auch die Abgeordneten Cemile Giousouf und Özcan Mutlu, die Konrektorin der Uni Bremen, Prof. Yasemin Karakaşoğlu, sowie ich als DAAD-Alumni aus Georgien teilgenommen habe.
Im Laufe der Diskussion wurde festgestellt, dass es im Bereich „Willkommenskultur“ in den letzten Jahren sehr viele positive Entwicklungen gegeben haben. Besonders hervorzuheben ist das STIBET-Programm, mit dem der DAAD und das Auswärtige Amt die Universitäten dabei unterstützen, bessere Rahmenbedingungen für ausländische Studierende zu schaffen. Davon profitieren auch wir – ausländische Studierende der Universität zu Köln, die dank des einzigartigen Konzepts der internationalen Hochschulgruppen und ausgeprägter Willkommenskultur für die ausländischen Studienbewerber und Studierende eine der beliebtesten Universitäten Deutschlands ist. Im Anschluss der Veranstaltung habe ich mit einigen Stipendiaten gesprochen. Z.B. mit Salam und Omran aus Syrien, sowie mit den georgischen Stipendiaten. DAAD fördert seit langem junge Menschen aus Georgien und trägt erheblich dazu bei (nicht nur in Georgien), dass Deutschland als Studienort zu den beilebtesten Zielländern gehört.

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Staatsministerin Böhmer betonte, dass Forschung und Wissenschaft von Internationalisierung und Netzwerkbildung lebe und sie sich wünsche, dass zahlreiche Stipendiaten im Anschluss an ihr Studium als Fachkräfte in Deutschland blieben: “Sagen Sie Ja zu Deutschland wie wir Ja zu Ihnen sagen!” Ein weiterer Aspekt, das sich herauskristallisiert hat, war der schneller Hochschulzugang für qualifizierte Flüchtlinge. Es wurde auch über den Handlungsbedarf und Lücken gesprochen. Ich habe meine Meinung weiter zum Ausdruck gebracht, dass die Tandemprogramme weiter ausgebaut und in diese die ausländischen Studierende aktiver einbezogen werden sollten. Außerdem sollte es den ausländischen Studierenden ermöglicht werden, sich besser über die einzelnen Institutionen und Einrichtungen innerhalb der Universität zu informieren. Für sehr wichtig halte ich die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen außerhalb der Universität hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Universitäten. Da die letztere oft keine Kapazitäten haben, sich alleine mit allen Herausforderungen klarzukommen. Ich habe den anwesenden ausländischen DAAD-Stipendiaten empfohlen, sich zu öffnen und offener gegenüber ihren deutschen Mitstudierenden zu sein. Andererseits funktioniert es nur, wenn es ein beidseitiges Entgegenkommen gibt. Interkulturelle Sensibilisierung ist für beide Seiten sehr wichtig.

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Was ich euch empfehlen könnte, falls ihr vorhabt in Deutschland zu studieren und schon hier studiert und euch unwohl oder einsam fühlt, wäre folgendes: Vergesst alle Vorurteile, alle negative Erfahrungen und versucht es noch einmal. Bleibt dabei offen, engagiert euch in einer studentischen Organisation, geht auf die Stammtische, sprecht Leute in der Bibliothek, in der Mensa an. Denkt daran, dass es kein Problem gibt, das man nicht lösen kann, falls man es rechtzeitig erkennt und was dafür tut, um es zu lösen;)

Tags: First Steps in Germany, German Blog Post, German Language, Society & Culture, Student Life, Useful Links & Tips

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