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Brücken bauen und nach vorne schauen

07/12/2015 - 12:54-0 Comments by | georgia flag

Brücken zu bauen, ist keine einfache Sache. Weder im direkten, noch im übertragenen Sinn. Bei der richtigen Brücke muss man sehr aufmerksam arbeiten, damit die Brücke lange hält und nicht zusammenbricht. Bei den Brücken zwischen den Kulturkreisen muss man noch aufmerksamer sein, weil zwischenmenschlichen Brücken sensibler sind, als Brücken aus den Steinen und Stahlstangen.
Ich versuche auch die Brücken zu bauen und im Grunde genommen, sind wir – ausländische Studierende alle Brückenbauer. Ob wir es wollen oder nicht bringen wir immer ein Stuck von unserer Heimat nach Deutschland mit und tragen es irgendwo in der Tiefe unserer Persönlichkeit. Es kommt regelmäßig zum Ausdruck und in Kontakt mit der Außenwelt. Dadurch verbinden wir mehrere Welten miteinander. Ich spreche immer dafür, dass wir – ausländische Studierende unsere Ängste überwinden und noch offener werden sollte. Dies braucht aber auch ein entsprechendes Entgegenkommen seitens unserer deutschen Kommilitonen, die meiner Meinung nach offener sind. In unserem Fall kommen einige Hindernisse, wie Sprachkenntnisse, fremdes Land, fremdes Umfeld dazu und deshalb ist es wichtig, irgendetwas dagegen zu tun. Ich versuche z.B. seit zwei Jahren Brücken zwischen meiner Heimat Georgien und Deutschland zu bauen. Eine richtige Brücke wäre bestimmt die längste Brücke der Welt, aber ich meine selbstverständliche kulturelle Brücken.
Ende November und Anfang Dezember waren bei mir richtig voll. Im Rahmen meines Projekts als junger Botschafter von Georgien in Deutschland habe ich drei Hochschulgruppen deutschlandweit ins Leben gerufen. Die erste – georgische Hochschulgruppe an der Uni Köln gibt es dank Hilfe von International Office der Universität seit zwei Jahren und ist Mitglied des Dachverbands aller Hochschulgruppen – ISAC. Georgische Hochschulgruppe „Dila“ an der Uni Bonn organisierte am 25. November einen georgischen Abend an der Universität, der mit der Unterstützung aus dem Stipendien- und Betreuungsprogramm (STIBET) von DAAD im Internationalen Klub der Bonner Universität stattfand. Studierende aus der ganzen Welt konnten georgische Tänze live erleben, sowie sich über Georgien informieren und georgische Spezialitäten probieren.

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Gestern war ich in Heidelberg, wo die georgische Hochschulgruppe – KluGEs sich und ebenfalls Georgien vor zahlreichen Gästen präsentierte. Alle Gäste waren an Georgien sehr interessiert und die georgischen Studierende der Uni Heidelberg haben alles bestens gemeistert. Am Ende des Abends haben die georgischen Weine und landestypische Gerichte die Gäste besonders beeindruckten.

Die Krönung dieser tollen Reihe war das heutige Konzert in Köln vom georgischen Männerchor „Iwerioni“, die georgische Volks- und Kirchenlieder vor dem großen Publikum im Lew Kopelew Forum mit großer Leidenschaft gesungen haben. So was einzigartiges – wie der georgische polyphonische Gesang auf so einem hohen Niveau kann man ja nicht jeden zweiten Tag live erleben. Vorsitzende von Aisi – Nino Burdiladze hat den Gästen die Herkunft der Lieder und deren Geschichte im Vorfeld vertraut gemacht.

Genau solche Aktivitäten meine ich, wenn ich über den Bau von Brücken spreche. Unsere Herkunft, unsere Kultur sind die Aspekte, die uns bei unserer Integration nicht verhindern, sondern im Gegensatz uns helfen sollten, um selbstbewusst aufzutreten und auf der gleichen Augenhöhe zu bleiben.

Man muss für seine Kultur Interesse wecken und der Rest geschieht von sich selbst. Lass uns nicht einknicken, nicht aufgeben, sondern Brücken bauen – Brücken zwischen uns und Deutschland, weil wir in diesem Land leben und dementsprechend Deutschland auch eine Art Heimat für uns ist. Deshalb sollte man selbst sein Schicksal in die Hand nehmen und was verändern, falls man nicht willkommen fühlt. Versucht es mal und ihr werdet sehen, dass sich alles sehr schnell verändern wird!

Tags: German Blog Post, Society & Culture, Student Life

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