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Promovieren in Deutschland

01/06/2015 - 07:54-1 Comment by | georgia flag

In Deutschland zu promovieren ist oft ein Traum für viele Studierende aus der ganzen Welt. Vor allem weil Deutschland einen sehr guten Ruf, als Land der Forschung und Innovation genießt. Ich war auch einer von vielen, der davon geträumt hat nach dem Abschluss des Masterstudiums unbedingt zu promovieren und ich bin gerade dabei meine Doktorarbeit zu schreiben. Man sollte sich aber vor der Entscheidung gut überlegen, ob man drei Jahre lang an einem Thema wissenschaftlich arbeiten möchte, oder ob es doch besser ist, direkt in den Arbeitsmarkt einzusteigen.540750_10200468142359958_583835969_n

Da ich aus der geisteswissen- schaftlichen Perspektive schreibe, sollte man dies immer im Hinterkopf behalten. In meinem Fall besteht die Doktorarbeit hauptsächlich daraus in den Bibliotheken, Archiven zu recherchieren, Interviews zu führen, neue Aspekte herauszufinden und eigene Thesen aufzustellen. Das macht Spaß, aber am Anfang war es sehr ungewohnt ohne jegliches System, nur durch Selbstdisziplin durchzukämpfen und sich der wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. Deshalb habe ich zum Teil zum Ausgleich die Tätigkeit als junger Botschafter Georgiens in Deutschland aufgenommen, damit ich nicht nur in der Bibliothek sitze, sondern auch mit dem „realen“ Leben in Kontakt und aktiv bleibe.11120582_819878164764770_4336234301665511827_n

Allerdings sollte man sich vor der Aufnahme eines Promotionsstudiums einige Aspekte geklärt und Vorbereitungen getroffen haben. Vor allem braucht man eine Idee, ein Projekt, das kaum oder wenig erforscht wurde und was vor allem für einen oder anderen sehr spannend ist. Es wird oft für die Doktorarbeit die Masterarbeit ausgeweitet und tiefer erforscht. Es kann aber ein komplett neues Thema sein, wie in meinem Fall. Die Masterarbeit habe ich über die Erste Georgische Republik (1918-1921) und deren Okkupation von Bolschewiki geschrieben. Doktorarbeit schreibe ich über die deutsche Außenpolitik gegenüber Georgien und allgemein gegenüber der Südkaukasus-Region. Nachdem man das Thema gefunden hat, ist es empfehlenswert eine vier oder fünfseitige Expose niederzuschreiben, das deine Idee beschreibt, begründet und Perspektiven darstellt. Dabei sollte man die existierenden Quellen, Literaturstand berücksichtigen, um dem Ausmaß der Arbeit in wissenschaftlicher Hinsicht bewusst zu sein. Gleichzeitig sollte man Doktorvater/Doktormutter also einen Betreuer suchen, der sich mit den ähnlichen Themen wie deine Idee beschäftigt und dies zum Teil auch in der Lehre praktiziert. Das ist ein sehr schwerer Prozess, weil die Professoren sehr beschäftigt sind, viele Studierende betreuen und dementsprechend sollte man für die Suche einen bestimmten Zeitraum einplanen. Da man oft während der Promotion am Lehrstuhl arbeiten kann ist es eine Option, sonst sollte man sich um ein Stipendium bewerben. Dies wird einiges erleichtern und hilfreich beim Schreiben der Doktorarbeit sein. Mir persönlich macht es viel Spaß wissenschaftlich zu arbeiten und seit diesem Semester unterrichte ich auch an der Universität im Rahmen eines Forschungsprojekts namens „Kriege im postsowjetischen Raum“, das ich unter der Leitung meines Doktorvaters und gemeinsam mit dem Doktoranden aus Aserbaidschan durchführe.

Tags: German Blog Post, Student Life

Comments

1 Comment

    Eine spannende Frage wenn ich mein Promotionsstudium bei allensbach-hochschule.de aufnehme, wird sein was und in welchem Umfang man darueber bloggen darf. Sicherlich werde ich es nicht ganz aufgeben

    Comment by Britta Wegner created 25/06/2018 - 11:29

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