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Bibliothek – der magische Ort an der Universität

28/08/2015 - 08:08-0 Comments by | georgia flag

Wenn man mich fragen würde, wo ich die meiste Zeit in den letzten zwei Jahren verbringe, würde ich sagen – in der Bibliothek. Ich weiß noch, wie sehr ich mich während meiner ersten Reise gewundert habe, als ich die Bibliothek der Universität Duisburg-Essen sah. Sehr viele Bücher, alles ordentlich, alles katalogisiert und dies sogar elektronisch. Der letzte Punkt war damals an meiner Heimatuni in Georgien noch nicht eingeführt und ich fand es äußerst praktisch. Damals war ich ziemlich faul und habe die ganzen Student/innen bewundert, die fleißig den ganzen Tag in der Bibliothek verbracht haben. Da ich nur für einen Monat in Deutschland und dies auch zum ersten Mal war, habe ich mich vor allem eher für andere Sachen wie das Land und deutsches Bier interessiert. Dennoch blieb die Bewunderung als fester Bestandteil meiner Erinnerungen der ersten Deutschlandreise und als die Phase der Euphorie vorbei war, war dies ein wichtiger Bestimmungsfaktor warum ich für Deutschland als Studienort entschieden habe.

11952011_10206695715725400_4312284379546088474_nWegen meiner Doktorarbeit sitze ich derzeit faktisch jeden Tag in der Bibliothek der Kölner Universität, die in den 70-er Jahren gebaut wurde. Für mich sieht sie ein wenig wie ein Raumschiff im Aufbauprozess aus, vor allem von innen. Ich kenne da jedes Gesicht, weil ich die alle jeden Tag sehe und viele haben sogar ihre Lieblingsplätze. Ich auch. Bibliothek ist der Ort, wo ich im Laufe des Tages lese, schreibe, denke oder sitze und gar nichts mache. Oft kommt jemand vorbei, den oder die ich kenne und es wird gequatscht. Manchmal trinkt man mit den Freunden oder Bekannten heiße Schokolade im Cafeteria. Dann geht’s wieder zum Bibliothekstisch. Bibliotheken haben meiner Meinung nach eine magische Ausstrahlung, die sind sichere Zufluchtsorte für tausende von Studierenden, die hart arbeiten um was aus ihrer Gegenwart für die Zukunft zu machen.
Findet man ein Buch nicht, kann man es für einen kleinen Aufpreis aus einer anderen Bibliothek bestellen und so seinen Wissenshunger stillen. Ich habe in der Kölner Bibliothek sogar eine Schrift vom georgischen Beamten der Ersten Georgischen Republik entdeckt, der sie auf Deutsch vor fast hundert Jahren verfasst hat. Die Zeit in der Bibliothek muss man effektiv nutzen, auch wenn draußen die Sonne scheint und andere Studis auf der Wiese liegen. Vor allem wir – ausländische Studierende müssen in der Bibliothek ein Stuck härter arbeiten, weil Deutsch nicht unsere Muttersprache ist und wir mehr Zeit für die Aneignung des Stoffes brauchen. Dafür ist die Bibliothek ein perfekter Ort, wo man sich gut konzentrieren kann. Diese Zeilen schreibe ich gerade auch in der Bibliothek. Ich fühle mich wohl hier und Ihr? Glaubt mir, irgendwann werden wir die hier verbrachte Zeit sehr vermissen.

Tags: German Blog Post, Student Life

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