Die "Neue Burse": Umweltfreundlich und hochmodern
Um aus der alten Burse eine neue zu machen, griffen das Hochschul-Sozial-Werk in Wuppertal zu ungewöhnlichen Mitteln. Sie "schnitten" einen Teil aus dem Gebäude heraus und rüsteten es zum energiesparenden, modernen Wohnheim um.
Die "Neue Burse", Bild: Steuer/DAAD
Kaum vorstellbar, dass sein 20 Quadratmeter großes Zimmer mit bodentiefen Fenstern, Eichenparkett und einer hübschen Küchenzeile vor wenigen Jahren noch ein kleiner, dunkler und ungemütlicher Raum war. Einzig eine schmale Rille in der Wand, die sich auf Höhe seines Schreibtischs senkrecht durch den Raum zieht, beweist, dass hier früher wirklich alles anders war.
Gemeinschaftsdusche für 32 Leute
Denn bis ins Jahr 2000 war an der Rille Schluss. Eine Waschbetonfassade umhüllte das Gebäude hoch über dem Wupper Tal, die kleinen Fensterchen ließen kaum Licht ins Innere. Kahle Treppenhäuser mit ebenso dunkle Gängen und Gemeinschaftsduschen und –küchen für 32 Leute vervollständigten das Bild des hässlichen Entleins. Das Wohnheim „Alte Burse“ direkt auf dem Campus der Uni Wuppertal brauchte dringend eine Schönheitskur.
Mehr Platz und energiesparend
Farbenfroher Flur, Bild: Steuer/DAAD
Während die neue Holzfassade und die begrünten Dächer, der neu gewonnene Innenhof mit Teich und Sitzbänken auf den ersten Blick zu erkennen sind, fühlen Besucher den größten Trumpf der insgesamt vier Gebäuden viel eher. Ob in den Gängen oder in den Zimmern, überall ist es angenehm warm – dank ausgeklügelter Heiztechnik. „Die 10 und die 12 sind Niedrigenergiehäuser, Nr. 14 und 16 sogar Passivenergiehäuser, die über einen Lüftungsschacht in der Küche angewärmt werden“, erklärt Matthias Hensche. Dass es trotzdem in jedem Badezimmer und Apartment sichtbare Heizkörper gibt, liegt an den Studierenden. „Wir wollen die Leute nicht überfordern, denn vielen fehlt einfach etwas, wenn sie in ihrem Zimmer keine Heizung finden“, erklärt der Verwalter lächelnd. Regulieren lässt sich darüber aber nur die Temperatur im Zimmer, „geheizt“ wird mit 19 °C warmer Luft.
Bakr sorgt für das "richtige Feeling"
Bakr Fadl, Bild: Steuer/DAAD
Matthias Hensche ist froh über diesen Einsatz, denn mit 626 Zimmer ist die „Neue Burse“ kein Wohnheim, wo jeder jeden kennt. Eine gewisse Anonymität lässt sich nicht vermeiden. „Insgesamt ist das Leben hier oben aber sehr friedlich“, betont er. Was vielleicht auch am bereits erwähnten Farbkonzept liegt. Verantwortlich dafür zeichnet sich ein Professor der Uni Essen-Duisburg mit dem passenden Namen Friedrich Schmuck. Er strich die Flurwände abwechselnd in zitronengelb, orange und pink, himmelblau, froschgrün und flieder und über 60 weiteren Farben mit dem Ziel, Vandalismus vorzubeugen. Ob das tatsächlich wirkt, darauf möchte sich Matthias Hensche nicht festlegen, aber: „Die Farben erregen auf jeden Fall Aufmerksamkeit und führen nicht selten dazu, das Studierende von sich behaupten: Ich bin die rote Tür.“
Linktipp: http://www.hsw.uni-wuppertal.de/hsw


















