Online lernen an der Deutsch-Uni
Giovanna D'Amato von der italenischen Insel Sardinien studiert ein Semester an der Europäischen Fachhochschule in Brühl, in der Nähe von Köln. Im Interview mit Janna Degener erzählt die 22-Jährige, wieso sie Deutschland und die deutsche Sprache besonders mag.
Giovanna D'Amato, Bild: privatWarum lernst du Deutsch?
Giovanna D'Amato, Bild: privat
Ich komme aus Italien, aus der sardischen Stadt Olbia, wo ich Management und Tourismus studiere. Ich liebe Sprachen und habe auch Englisch, Französisch und ein bisschen Spanisch gelernt. Die meisten Touristen in Sardinien kommen aber aus Deutschland, deswegen ist Deutsch als Fremdsprache für uns sehr wichtig. Um Deutsch richtig zu lernen, verbringe ich seit Oktober ein Semester als Erasmusstudentin an der Europäischen Fachhochschule in Brühl.
Ist Deutsch nicht eine sehr schwere Sprache?
Viele meiner Kommilitonen in Italien wollten nicht Deutsch lernen, weil es ihnen zu schwierig ist und sie ein bisschen Angst hatten. In meiner ersten Zeit in Deutschland war es wirklich schwer für mich mit der Sprache. Ich konnte leider fast keinen Satz bilden und nicht viel verstehen, aber die Vorlesungen waren alle auf Deutsch. Die Grammatik finde ich immer noch schwer, ich mache noch besonders viele Fehler mit dem Akkusativ oder Dativ und mit dem Satzbau. Aber die Deutschen sprechen eigentlich alle auch Englisch, das ist eine Hilfe. Und mein Vorteil ist auch, dass ich die einzige Italienerin in Brühl bin. Anders als die französischen und spanischen Austauschstudenten, die viel unter sich sind, habe ich von Anfang an viel Deutsch gesprochen, weil ich die Sprache unbedingt lernen wollte. Wenn man Mut hat und motiviert ist, dann geht das. Jetzt würde ich die Erfahrungen aus meinen Monaten in Deutschland wirklich nicht missen wollen.
Du sprichst schon richtig gut Deutsch. Wo hast du das gelernt?
Ich habe im Gymnasium drei Jahre Deutsch gelernt, aber nur zwei Stunden pro Woche und deshalb waren meine Deutschkenntnisse nicht gut. In den ersten drei Monaten hier in Deutschland habe ich vier Stunden pro Woche einen Deutsch als Fremdsprache-Kurs für Austauschstudenten an der Fachhochschule gemacht, wo wir an der Grammatik gearbeitet und über verschiedene Themen diskutiert haben. Von Januar bis März habe ich dann an einem Kurs der Deutsch-Uni Online teilgenommen. Da habe ich viel gelernt. Ich habe vor und nach dem Kurs einen Einstufungstest gemacht und gemerkt, dass ich mich wirklich verbessert habe. Beide Kurse werden mir auch an meiner italienischen Uni anerkannt.
Würdest du den Online-Sprachkurs weiterempfehlen?
Ich hatte vorher nie an einem Online-Kurs teilgenommen und war mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Ich dachte, es wäre immer besser mit einem physischen Kontakt zum Lehrer zu lernen. Aber es war sehr gut. Wir haben immer einen Lernplan für jeden Monat bekommen, das war sehr gut organisiert. Wir hatten 24 Stunden am Tag Zugang und konnten unsere Übungen und Hausaufgaben von Zuhause aus machen. Das ist auch praktisch, wenn man arbeitet und nicht zu bestimmten Uhrzeiten zu einem Kurs gehen kann. Man hat zwar viel weniger Kontakt zu anderen Lernern als in einem Präsenzkurs, das kann man wirklich nicht vergleichen. Aber wir hatten Chat-Termine, bei denen wir gemeinsam über ein Thema diskutiert haben. Die fanden immer zu unterschiedlichen Zeiten statt, manchmal auch um neun Uhr abends, wie es uns gerade passte. Jede Woche gab uns die Tutorin ein Thema mit bestimmten Fragen, zu denen wir einen Beitrag schreiben mussten. Man konnte alle Beiträge der anderen Teilnehmer lesen und so neue Vokabeln lernen. Jetzt können wir bis Ende Juni auf dem Portal noch ohne Tutorin weiterlernen. Ich konnte mir das vorher nicht vorstellen, aber der Kurs war wirklich richtig gut. Ich würde jederzeit wieder einen Onlinekurs machen. Zum Beispiel, wenn ich in Italien merke, dass ich mein Deutsch wieder vergesse.
Dann könntest du ja auch wieder nach Deutschland kommen…?!
Ich war schon als Schülerin mehrmals in Deutschland, zum Beispiel bei der internationalen Tourismusmesse in Köln, aber das war nur für ein paar Tage. Damals war mir das schon zu kurz, aber auch die neun Monate als Studentin reichen mir jetzt eigentlich nicht. Deutschland gefällt mir sehr gut, vor allem die Verkehrsverbindungen. Ich wohne in Brühl in der Nähe der Bahnstation. Alle 20 Minuten kommt eine Bahn, da kann ich Bonn oder Köln ohne Probleme erreichen. Das finde ich sehr gut. Wenn ich im Studium wieder die Möglichkeit bekomme, nach Deutschland zu kommen, mache ich das auf jeden Fall.


















