Freiberg: Erlebe den Bergbau!

Die größte private Mineraliensammlung der Welt, das älteste Stadttheater der Welt, die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt – mit nur 41.000 Einwohnern hat das sächsische Freiberg einige Rekorde zu bieten. Die Stadt ist nicht aber nur über der Erde, sondern auch darunter spannend: der Silberbergbau des zwölften Jahrhunderts ist noch heute überall präsent.

von Maria Horschig


Freiberg auf einen Blick

 

Obermarkt und Rathaus, Foto: Andreas Praefcke/Wikimedia Commons
Obermarkt und Rathaus, Foto: Andreas Praefcke/Wikimedia Commons
Am besten erkundest du die Geschichte Freibergs zu Fuß bei einem Rundgang durch die Altstadt rund um Ober- und Untermarkt. In den verwinkelten Gassen kannst du dich herrlich verlaufen, dabei schöne Ecken entdecken und die altehrwürdige Atmosphäre auf dich wirken lassen. Du kannst dir auch einen virtuellen Stadtführer besorgen: In der Touristeninformation am Schlossplatz kannst du gegen eine Gebühr von 3,50 Euro einen Audioguide ausleihen. Der Stadtrundgang dauert ca. 1,5 Stunden, führt dich zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und informiert dich über die interessante Geschichte Freibergs.
In der Bergstadt Freiberg solltest du unbedingt „in den Schacht einfahren“, also einen ehemaligen Stollen besuchen. Das Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ bietet Führungen untertage an. Wissenswerte Informationen über das „berggeschrey“, also den Silberfund im Erzgebirge im zwölften Jahrhundert, erfährst du dabei bestimmt auch. Je nach Führung dauert es 1,5 bis 2,5 Stunden. Studenten bezahlen dafür zwischen 7,50 und zehn Euro. Am besten erreichst du das Besucherbergwerk mit dem Bus ab der Haltestelle „Busbahnhof“. Wenn du in der „Himmelfahrtsgasse“ aussteigst, läufst du zur Schachtanlage "Reiche Zeche" über den Fuchsmühlenweg ca. 15 Minuten. Aber Achtung: Egal wie warm es draußen ist: Pullover mitnehmen, denn untertage ist es kälter, als du vielleicht denkst.


Universitäten im Überblick

 

Bergakademie Freiberg

TU Freiberg, Foto: Horschig/DAAD
TU Freiberg, Foto: Horschig/DAAD
Die Technische Universität „Bergakademie Freiberg“ bietet mit ihren 5500 Studierenden ein Gefühl des „jeder kennt jeden“, was sich vor allem in der individuellen Betreuung durch die Professoren auszahlt. Mit „Geotechnik und Bergbau“ und dem neuen Master „Photovoltaik und Halbleitertechnik“ hat die traditionsreiche Einrichtung deutschlandweit einzigartige Studiengänge zu bieten.
Als „Ersti“ solltest du auf keinen Fall die Kneipenrallye mit dem „Freiberg Diplom“ verpassen! Hier lernst du Stadt und Kommilitonen sofort kennen und bist bestens gerüstet für das Studentenleben in Freiberg.


Freizeit in Freiberg

 

Kneipenrallye in Freiberg, Foto: Horschig/DAAD
Kneipenrallye in Freiberg, Foto: Horschig/DAAD
Deine Freizeit kannst du beim Baden im Johannisbad im Stadtkern, dem Soldatenteich am Stadtrand oder dem Erzengler Badesee im benachbarten Brand-Erbisdorf verbringen. Wenn dein Magen knurrt, findest du natürlich Döner- und Asia-Imbisse mit studentenfreundlichen Preisen. Wer zum Döner greift, ist mit dem Döner-Imbiss am Obermarkt gut bedient. Hier gibt es großartiges selbstgebackenes Fladenbrot.
So nah am Erzgebirge solltest du das kulinarisch auskosten. Im „Altstadtbowling“ bietet die Speisekarte erzgebirgische Spezialitäten und im irischen „Miner‘s Pub“ gibt es leckere Hausmannskost. Bei Lust auf etwas Süßes musst du unbedingt die „Freiberger Eierschecke“ probieren. Wie der Name schon sagt, kommt der Kuchen von hier und ist eine süße Versuchung mit Mandeln und Rosinen, die seit 2007 sogar mit einem Patent geschützt ist! Die genießt du am besten in der „Rösterei Momo“, wo du auch frisch gerösteten Kaffee bekommst. Sehr zu empfehlen ist außerdem die Eisdiele in der Rinnengasse, wo du wohl das leckerste selbst hergestellte Eis der Stadt zu wirklich fairen Preisen bekommst.
Willst du nach der Vorlesung Leute treffen, begib dich abends am besten wieder zum Campus der Universität, denn dort treffen sich die Studierenden zum Grillen. Hast du eher Lust auf lebendiges Kneipenleben, dann ist die Meißner Gasse am Untermarkt sicher etwas für dich. Der örtliche Studentenclub „Alte Mensa“ in der Petersstraße hat ebenfalls ein gefülltes Programm zu bieten und ist gleich neben dem Obermarkt, dem Herzen der Stadt. Sehr beliebt bei den Studierenden ist auch der „Erdalchemistenclub“, den aber alle nur EAC nennen. Im Tivoli ist auch viel los – einfach das Programm checken.


Interview mit Max Verdugo aus Chile

 

Max Verdugo ist 22 Jahre alt und studiert an der Bergakademie Freiberg Geologie und Mineralogie.

Max Verdugo, Bild: privat
Max Verdugo, Bild: privat
Max, du studierst Geologie in Freiberg, warum?
Es gibt verschiedene Gründe, warum  ich in Freiberg studiere. Schon als Kind habe ich immer Gesteine gesammelt, die ich schön fand, wenn ich mit meiner Mutter irgendwo unterwegs war. Plötzlich kam ich auf die Idee, warum nicht aus einem Hobby meine Zukunft machen? Außerdem fand ich toll, dass Geologen nicht immer hinter einem Computer in einem Büro sitzen, sondern dass sie auch "ins Gelände" müssen. Danach habe ich mich für ein Stipendium vom DAAD beworben. Die Uni in Freiberg hat nicht so viele Studenten und das fand ich damals gut, da man bessere Beziehungen mit den Professoren  haben kann. Ich wollte so eine "anonyme" Uni vermeiden. Ich wollte auch nach der Schule in Deutschland arbeiten oder studieren, weil ich dachte, dass die Unis gut wären und weil ich auch die Sprache benutzen wollte, die ich so viele Jahre gelernt habe.

Wie gefällt dir Freiberg?
Freiberg gefällt mir sehr. Es ist eine schöne Stadt mit einer langen Geschichte. Die Stadt ist ein bisschen klein vielleicht, aber zum Studieren ist sie sehr gut geeignet, vor allem was Geologie angeht (die Uni besitzt sogar einen Bergbau). Ich finde es auch schön, dass man überall zu Fuß hinlaufen oder einfach mit dem Fahrrad fahren kann.

Ist es dir schwer gefallen, dich in Freiberg einzuleben?
Eigentlich nicht. Zum Glück, als ich in Freiberg angekommen bin, habe ich von der Uni eine Mentorin bekommen, die mir sehr viel geholfen hat mich in Freiberg einzuleben. Nach der zweiten Woche hatten wir eine geologische Exkursion im Tharandter Wald, in der Nähe von Dresden, nur für uns Geologen. Nach der Exkursion hat jemand einfach vorgeschlagen, in eine Kneipe zu gehen und was zu trinken, so dass wir uns besser kennen lernen. Seitdem gab es kein Problem mehr.

Wie verbringst du deine Freizeit?
Lesen, Gitarre spielen, mit den Freunden was trinken gehen und Karten spielen, Fußball spielen, wandern und ab und zu tauchen.

Was sind deine Lieblingsorte in Freiberg und warum?
Mein Lieblingsort in Freiberg ist der Park. Der Park gefällt mir, weil er relativ ruhig und schön ist. Man kann da Grillen oder ein Buch in Ruhe lesen und es gibt einige Teichen, wo Enten schwimmen und im Winter, wenn das Wasser gefriert, kann man die Enten auf dem Eis laufen sehen und das finde ich lustig.

Wann wirst du dein Studium beenden und was planst du für die Zeit danach? Bleibst du in Deutschland oder gehst du zurück nach Chile?
Mein Studium werde ich theoretisch 2013 beenden, wenn alles gut klappt. Danach möchte ich 2-3 Jahre lang arbeiten, wahrscheinlich in Chile, oder gleich eine Doktorarbeit schreiben. Bis jetzt habe ich alles auf Deutsch und Englisch gelernt und ich würde gerne arbeiten, so dass ich mich mit der Geologie von Chile beschäftigen kann, so dass ich "Geologie auf Spanisch" lerne.


Nützliche Links

 

Touristeninformation
Internetseite der Stadt Freiberg
Studentenwerk Freiberg

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.

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