Zu Besuch beim Deutschen Wetterdienst

Deutscher Wetterdienst, Bild: Steuer/DAADTage wie diesen finden normale Menschen einfach nur schön: Strahlend blauer Himmel, keine Wolke in Sicht und eine herbstliche Sonne, die das bunte Laub leuchten lässt. Peter Hartmann nicht. Als Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind ihm „Gewitter im Sommer“ lieber. Wenn dicke Wolkenbänder über die Deutschlandkarte auf seinen Bildschirmen ziehen und Computerprogramm „NinJo“ richtig viel zu tun hat mit der Analyse aller Messdaten, wird es für Hartmann spannend.

Wissen, was kommt

Seit drei Jahren ist er ein „Wetterfrosch“, wie die Deutschen Menschen, die das Wetter vorhersagen liebevoll nennen. Seine Arbeit beim DWD basiert jedoch nicht auf Zufall und gut Glück, sondern auf der richtigen Interpretation von einer Unmenge an Daten, die von Satelliten, Bodenstationen und Radars gesammelt werden. Einer der insgesamt 16 Radartürme steht direkt neben dem DWD-Gebäude und sendet konstant Signale in die Atmosphäre „auf der Suche nach Wassertropfen“, wie Hartmann erklärt. Je mehr er davon findet, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Regen“ – wovon es je nach Region in Deutschland reichlich gibt. „Besonders im Schwarzwald, an den Alpenrändern, im Harz und Sauerland, halt überall dort, wo Berge sind, ist es übers Jahr gesehen sehr nass.“

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  • Das Wetter-Radar des DWD in Essen, Bild: Steuer/DAAD
  • Peter Hartmann vom DWD, Bild: Steuer/DAAD
  • So wird das Wetter in den nächsten zehn Tagen, Bild: Steuer/DAAD
  • Ein

Wetter in Deutschland

  • Das Wetter-Radar des DWD in Essen, Bild: Steuer/DAAD
  • Peter Hartmann vom DWD, Bild: Steuer/DAAD
  • So wird das Wetter in den nächsten zehn Tagen, Bild: Steuer/DAAD
  • Ein

Rund um die Uhr ist das Büro der Wetterfrösche besetzt. Besonders im Sommer, wenn sich eine Open-Air-Veranstaltung an die nächste reiht, klingeln dauernd die Telefone. „Bei Schauerwetter rufen manche Leute alle zwei Stunden an, um den neusten Wetterbericht zu erfragen“, so Hartmann. Auch Feuerwehr und Winterdienst werden vom DWD laufend mit Informationen versorgt.

Zu 95 Prozent erweisen sich die Vorhersagen als richtig, wobei auch für Wetterfrösche der Blick in die Zukunft begrenzt ist. „Alles bis 240 Stunden ist relevant, danach wird es zu ungenau“, betont der Experte. Auch für die ewige Frage nach weißen Weihnachten gibt es keine eindeutige Antwort: „Das ist eine kritische Sache, denn selbst wenn es im Dezember kalt genug ist, heißt das ja noch lange nicht, dass es auch schneit.“

Atlantische Tiefausläufer und Westwinde

Schnee ist unberechenbar, Bild: Steuer/DAADWas sich in den kommenden zehn Tagen am Himmel abspielen wird, sieht der Meteorologe auf zahlreichen Grafiken, mit denen die Stellwände des Großraumbüros tapeziert sind. Gespickt mit „Hs“ und „Ts“ geben sie Auskunft über nahende Hoch- und Tiefdruckgebiete.

Gar nicht gern gesehen, aber leider sehr häufig sind in Deutschland „Atlantische Tiefausläufer“, die nasses und kaltes Wetter mitbringen, wie Thomas Kesseler-Lauterkorn erklärt. Während sein Kollege sich der Zukunft des Wetters widmet, schaut Kesseler-Lauterkorn zurück und zieht daraus Rückschlüsse auf den Klimawandel.

„Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone, was eigentlich gut ist, denn deshalb ist es bei uns auch im Winter relativ mild.“ Da jedoch der Wind meistens von Westen weht, ist das Wetter oft sehr launisch. „Der deutsche Sommer ist selten dauerhaft warm und trocken, sondern ein Wechselspiel aus schönen Tagen und Gewittern.“ 30 bis 40 Sommertage über 25 Grad Celsius melden die Statistiken für das ganze Land, wobei Sonnenanbeter häufig im Osten Deutschlands mehr Glück haben, als im unbeständigen Westen.

Im Herbst und Winter wendet sich dann jedoch das Blatt. Wer nun möglichst wenig frieren möchte, sollte dem Osten den Rücken kehren und gen Ruhrgebiet und Rheinland oder in die Freiburger Gegend ziehen. Während diese Regionen etwa 40 Frosttage mit zeitweiligen Temperaturen unter 0 Grad Celsius verbuchen, sind es rund um Leipzig, Dresden und Berlin fast doppelt so viele, in München sogar ca. 100 Tage. „Richtigen Dauerfrost gibt es aber in ganzen Land eher selten“, beruhigt der Meteorologe all jene, die aus den heißen Regionen dieser Welt kommen und Angst haben, in Deutschland zu erfrieren.

Linktipps:

Website des Deutschen Wetterdienstes: www.dwd.de
Hobby-Meteorologen wetteifern um die richtige Wettervorhersage: www.wetterturnier.de
Wie wird das Wetter in deiner Stadt?: www.klimadiagramme.de

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