Oldenburg: Die grüne Unistadt in Norddeutschland

Oldenburg ist eine gemütliche Unistadt in Norddeutschland mit mehr Fahrrädern als Einwohnern, einer verwinkelten Fußgängerzone, grünen Parks und Wochenmärkten an jedem Tag der Woche. Die Universität ist besonders für ihr Lehramtsstudium bekannt.

von May Naomi und Lina Blank



Oldenburg auf einen Blick

Alte Wache und Lambertikirche, Foto: Stadt Oldenburg/Presse
Alte Wache und Lambertikirche, Foto: Stadt Oldenburg/Presse
Oldenburg liegt im Norden von Deutschland, zwischen Hamburg, der Nordsee und der niederländischen Grenze. Die Stadt entstand am Ufer des kleinen Flusses Hunte, der sich heute noch durch die Stadt schlängelt. Bei gutem Wetter gehen die Oldenburger auf dem Hunte segeln, fahren Tretboot oder baden im Flussschwimmbad. Heute wohnen rund 160.000 Menschen in Oldenburg, wovon ungefähr jeder Achte an Uni oder Fachhochschule studiert. Jedes Jahr zieht es mehr Menschen in die familienfreundliche Stadt: Oldenburg ist die schnellstwachsende Stadt Deutschlands. 2009 war sie außerdem „Stadt der Wissenschaft“. In der Stadt sind zahlreiche Unternehmen angesiedelt, die stark mit der Universität verzahnt sind und im Bereich erneuerbare Energien und Informationstechnologie forschen und entwickeln. Seit jeher gibt es in Oldenburg viele kleine Geschäfte und Restaurants, Theater und Kneipen. Das liegt vermutlich an der gemütlichen Art der Bewohner.
Die Innenstadt Oldenburgs ist eine der größten Fußgängerzonen Deutschlands mit mehr als 1 000 kleinen Lädchen und verwinkelten Gassen. Durch diese schlendern am Wochenende nicht nur die Bewohner der Stadt sondern auch viele Besucher aus dem In- und Ausland. Frisches Obst und Gemüse kaufst du wie die Oldenburger am besten auf einem der vielen Wochenmärkte die fast an jedem Tag stattfinden. Die meisten Häuser haben einen eigenen Garten, Hochhäuser und Industrieviertel gibt es nicht. Dafür aber ein historisches Schloss und direkt daneben einen weitläufigen Park - der von den Stadtbewohnern innig geliebte Schlossgarten. Besonders sind aber vor allem die vielen Fahrradfahrer. In der Stadt gibt es fast so viele Fahrräder wie in der benachbarten Niederlande. Aber aufgepasst: Ein gutes Schloss ist genau so wichtig wie das dazugehörige Fahrrad.



Hochschulen im Überblick

 

Carl von Ossietzky Universität

Campus Wechloy, Foto: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/Presse
Campus Wechloy, Foto: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/Presse
Die Universität Oldenburg ist eine junge Hochschule, die erst 1973 gegründet wurde. Mit über 80 Studiengängen bietet dir die Uni eine große Auswahl an Studienmöglichkeiten. Vor allem ist sie eine der renommiertesten deutschen Universitäten für Lehramt. Von Anfang an wurden in Oldenburg Lehrer ausgebildet. Die kooperierenden wissenschaftlichen Institute (http://www.oldenburg-tourist.de/DE/Stadt-der-Wissenschaft/Wissenslandschaft.php) und über 20.000 Studierenden machen Oldenburg zum Wissenschaftsstandort. Besonders beliebt sind die Studiengänge Informatik, Akustik, der internationale Studiengang „Renewable Energies“, Geschlechterforschung und Neurobiologie. In Kooperation mit der Universität Groningen entsteht eine gemeinsame Medizinfakultät. Falls alles klappt, wird diese „European Medical School“ zum Wintersemester 2012/13 mit 40 Studierenden starten.

Jade Hochschule
Die Jade Hochschule wurde erst 2009 gegründet und hat drei Standorte in Oldenburg, Wilhelmshaven und Elsfleth. Sie bietet rund 35 Studiengänge in sechs Fachbereichen. In Oldenburg wird vor allem Architektur, Bauwesen und Hörtechnik unterrichtet



Freizeit in Oldenburg

 

Rathaus, Foto: Stadt Oldenburg/Presse
Rathaus, Foto: Stadt Oldenburg/Presse
Die Treffpunkte des Sommers sind in Oldenburg die Seen, von denen es im Umland ungefähr zehn Stück gibt. Besonders beliebt sind der Bornhorster See und der Woldsee. Außerdem finden jedes Wochenende Flohmärkte statt. An Samstagen bauen die Flohmarkthändler ihre Stände vor der Weser-Ems-Halle auf. Regelmäßig wird auch auf dem Schlossplatz die Nacht zum Tag gemacht, wenn dort der Nachtflohmarkt stattfindet.
Besonders spannend ist das Oldenburger Bahnhofsviertel. Hier findest du Künstlerateliers direkt neben kleinen Theaterbühnen, ein Tonstudio, ein Independent Kino und den lokalen Fernseh- und Radiosender O1. Im „Blauschimmel- Atelier“ entstehen Kunst und Kulturprojekte von und mit Behinderten und in der  „Kulturetage“ finden Konzerte und Theaterstücke statt. Musik- und Tanzschulen liegen hier im Quartier direkt neben alternativen Bars. Für Veranstaltungshinweise solltest du dir immer die neuste Ausgabe der „MOX“ besorgen, dem Oldenburger Stadtmagazin. Wenn du nach ausgiebigem Kulturprogramm die Nacht noch nicht enden lassen willst, lohnt sich ein Abstecher ins Polyester, wo regelmäßig Erasmuspartys, Kurzfilmabende und Poetry Slams stattfinden oder in die Umbaubar. In dieser Bar ist der Name Programm: Regelmäßig zieht sie von einem leer stehenden Haus ins Nächste.
Rund um Oldenburg gibt es ebenfalls viel für dich zu entdecken. Als Student der Uni Oldenburg kannst du mit deinem Semesterticket umsonst an die Nordsee, nach Hamburg oder bis zur niederländischen Grenze fahren kann. Groningen, die niederländische Partnerstadt Oldenburgs ist nur anderthalb Stunden entfernt und mindestens dreimal am Tag per Linienbus zu erreichen. Für wenig Geld kannst du so einen Tagesausflug ins nahe Ausland machen und das Grachtenflair genießen.



Interview mit Antonio Canovas aus den USA

 

Antonio Canovas ist 21 Jahre alt, kommt aus Freeland in Michigan und studiert seit 2009 „Gender Studies“ an der Carl von Ossietzki Universität.

Antonio Canovas, Foto: Blank/DAAD
Antonio Canovas, Foto: Blank/DAAD
Wie bist du darauf gekommen, in Oldenburg zu studieren?
Einerseits gab es hier den Studiengang ,Gender Studies, für den ich mich schon immer interessiert habe und andererseits war es für mich wichtig, die andere Seite Deutschlands kennen zu lernen. In den Medien sieht man immer nur Lederhosen und Neuschwanstein. Eine Austauschschülerin hatte mir jedoch von ihrer gemütlichen Heimatstadt erzählt. Ich bin sie besuchen gekommen und wusste dass die Norddeutsche Mentalität das Richtige für mich ist.

Was würdest du internationalen Studierenden raten, die nach Oldenburg kommen?
Lasst euch beim Kauf einer Regenjacke gut beraten, denn in Oldenburg kann man mit dem Fahrrad sehr flexibel sein, solange man sich auf das Wetter einstellt. Und seid offen dafür, Einheimische um eine Stadtführung zu bitten, denn das Beste an Oldenburg sind die ganzen verborgenen ganz besonderen Plätze.

Und was machst du so am Wochenende?
Ich treffe mich am liebsten am See oder im Schlossgarten mit ein paar Freunden zum Bier trinken oder zum Slacklining. Dann gehe ich gerne in die UmbauBar. Die Fakultäten veranstalten regelmäßig Partys im Universitätsgebäude und in den Bars der Wallstraße, dort kann man auch sehr viel Spaß haben. Und die Atmosphäre ist lockerer, dort kann man seine Kommilitonen leichter kennenlernen.

Und zu guter Letzt, kannst du Oldenburg in drei Worte fassen?
Familiär-studentisch-norddeutsch



Nützliche Links

 

Städteporträts von Aachen bis Zwickau

Bauernhaus, Foto: Hagenguth/DAADWas ist das Besondere an Wismar? Wo liegt eigentlich Nordhausen? Und was kannst du in Siegen erleben? Wir verraten es dir in unseren Städteporträts.

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