Lüneburg: Studieren in der Heide

Mitten auf dem platten Land liegt die kleine Stadt Lüneburg. Berge wirst du in der ganzen Region keine finden. Dafür aber eine Universität, die dir hervorragende Bedingungen für ein spannedes Studium bietet und eine herrliche Landschaft, die in dieser Form einmalig ist.

von Christoph Berger



Lüneburg auf einen Blick

 

Platz am Sande, Foto: Lüneburg Marketing GmbH
Platz am Sande, Foto: Lüneburg Marketing GmbH
Am Rande der Lüneburger Heide zwischen Hannover und Hamburg liegt Lüneburg. Knapp 73.000 Einwohner leben in Hansestadt, die einst durch ihre Salzvorkommen wirtschaftliche Bedeutung erlangte. Über 1.000 Jahre wurde hier Salz gesiedet. Heute erinnert u.a. noch die stadteigene Salztherme an längst vergangene Zeiten.
Mittlerweile entwickelt sich Lüneburg mehr und mehr zu einem Dienstleistungszentrum. Das hat auch mit dem Ausbau und der immer größeren Bedeutung der Universität zu tun. Ansonsten spielt das Handwerk und der Mittelstand noch eine wesentliche wirtschaftliche Rolle.
Die Altstadt von Lüneburg besteht aus wunderschönen Backsteinhäusern. Viele von ihnen stammen noch aus dem Mittelalter. Am Ochsenmarkt steht ein ganz besonderes Gebäude: Das Heinrich-Heine-Haus. Obwohl es nach dem berühmten deutschen Dichter benannt ist, lebte er nie persönlich dort, sondern seine Eltern. Im Erdgeschoss ist seit einiger Zeit das Standesamt untergebracht, wo verliebte Paare sich das Ja-Wort geben. Im ersten Stock befindet sich derweil das Literaturbüro von Lüneburg. Beeindruckend sind auch die drei Stadtkirchen St. Johannis am Sande, St. Michaelis und St. Nikolai. Sie prägen das Stadtbild und dienen von vielen Punkten aus als Orientierung.



Hochschulen im Überblick

 

Leuphana Universität Lüneburg

Logo der Leuphana Uni, Foto: Leuphana
Logo der Leuphana Uni, Foto: Leuphana
Auf einem ehemaligen Kasernengelände befindet sich der Campus der Leuphana Universität. Von dem einstigen militärischen Drill ist glücklicherweise nicht mehr viel zu spüren. Nur die Anordnung der Gebäude lässt noch Rückschlüsse auf die Nutzung und Strenge in der Vergangenheit zu. Doch selbst dieses Bild wurde aufgelockert. Neue lichtdurchflutete Bauten und eine moderne Ausstattung laden regelrecht zum Studium ein. Ohne Einschränkungen befindet sich die Universität am Puls der Zeit und bietet alle Annehmlichkeiten und Unterstützungen, die du für ein erfolgreiches Studium suchst.
An der Universität sind etwa 7.000 Studierende eingeschrieben. 170 Professoren, 400 wissenschaftliche Mitarbeiter und 320 Lehrbeauftragte sind für die Ausbildung verantwortlich. Organisiert ist die Universität in den vier Fakultäten Bildung, Kultur, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, fünf Forschungszentren, einem Methodenzentrum sowie drei fakultätsübergreifende Zentren. Internetseite der Leuphana Universität Lüneburg:



Freizeit in Lüneburg

 

Lüneburg Stintmarkt, Foto: Lüneburg Marketing GmbH
Lüneburg Stintmarkt, Foto: Lüneburg Marketing GmbH
Einmal die Woche gibt es die Campusparty am Freitag. Weil viele Studierende übers Wochenende die Stadt verlassen, ist auch der Mittwoch ein sehr beliebter Tag zum Ausgehen und feiern. Auf der Schröderstraße reiht sich Café an Kneipe an Café an Bar. Sehen und gesehen werden ist dort das Motto. Die zweite Ausgehstraße ist „Am Stintmarkt“, das alte Hafenviertel direkt gegenüber vom „Alten Kran“. Überhaupt bietet die gesamte Altstadt viele Möglichkeiten zum ausgehen. Und nicht nur das: Die Innenstadt ist eine einzige Fußgängerzone mit hunderten von Geschäften und Läden. Ausgiebigen Shoppingtouren steht nichts im Weg. 
Für Kulturliebhaber bieten sich Besuche im Theater Lüneburg oder in einem der vielen Museen an. Jazz-Abende finden im Kulturforum statt. Und Kinofans kommen in einem der drei Kinos auf ihre Kosten. Der  "Salon Hansen" organisiert Poetry Slams, Lesungen und Konzerte. Und auch das Literaturbüro Lüneburg  bietet immer wieder interessante Veranstaltungen für Literaturliebhaber. 
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bist du den ganzen Tag mobil - abends auch, aber anders. Die letzten Busse fahren nämlich bereits gegen 20 Uhr. Da Lüneburg jedoch nicht so groß ist, kommst du überall auch sehr gut mit dem Fahrrad hin. Außerdem fahren ab den Abendstunden Sammeltaxis durch die Stadt, falls du mal keine Lust hast zu radeln.
Studierende in Lüneburg organisieren sich ihre Freizeit sowieso lieber selbst und treffen sich mit ihren Freunden zuhause. Einladungen zum Essen, kleinen Feiern oder einfach nur zum Unterhalten sind sehr beliebt. Willst du es mal richtig krachen lassen und reicht dir das Angebot Lüneburgs dazu nicht aus, dann ist auch das kein Problem: In etwa 30 Minuten bist du mit dem Zug in die Millionenstadt Hamburg.
Heidelandschaft mit Fachwerkhaus, Foto: Presse
Heidelandschaft mit Fachwerkhaus, Foto: Presse
Suchst du die Natur und Sportmöglichkeiten als Ausgleich zum anstrengenden Studienalltag, dann wirst du direkt vor den Toren der Stadt fündig. Die Heideflächen des Naturparks Lüneburger Heide bieten dir vielfältige Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren. Oft führen die Wege auch durch Wälder und Moore. Und wenn dein Kopf durch die Lernerei an der Uni noch Platz hat, dann kannst du dabei auch noch allerhand Interessantes erfahren. Denn es werden zum Beispiel Führungen durch die einzigartige Landschaft angeboten. Kleiner Tipp: Besonders im August und September ist die Landschaft wunderschön, denn dann blüht das Heidekraut in sattem pink.
Sehr gut ist die Wohnsituation in Lüneburg. Große 1-Zimmerwohnungen (über 20 Quadratmeter) mit eigenem Bad und Küche sind gleich ums Eck von der Universität schon ab 270 Euro zu finden.
Natürlich kannst du auch in eines der Studentenwohnheime ziehen. Die Preise dort liegen je nach Größe und Wohnform zwischen 177 und 700 Euro für eine 4-Zimmer-Familienwohnung.   



Interview mit Selin Sener aus der Türkei

 

Selin Sener, 26 Jahre alt, studiert an der Leuphana Universität im 4. Semester Major Betriebswirtschaftslehre und im Minor E-Business.

Selin Sener, Foto: Berger/DAAD
Selin Sener, Foto: Berger/DAAD
Du stammst aus Türkei. Wie bist du nach Lüneburg gekommen?
Als ich in der Türkei Germanistik studierte, ist mir eins klar geworden: Literaturwissenschaften sind nicht mein Ding! Mein Ziel war immer Betriebswirtschaftslehre gewesen, aber der Aufbau des Studiums in meinem Heimatland hatte mich zu Germanistik gezwungen. Im Winter 2009 hatte ich meinen derzeitigen Freund, der auch an der Leuphana studiert, in Hamburg besucht. Ein kurzer Ausflug nach Lüneburg hatte gereicht, um die Entscheidung für das Studium an der Leuphana zu treffen.

Wie gefällt dir die Uni?
Ich studiere an der Leuphana aufgrund der vielseitigen Möglichkeiten eines interdisziplinären Studiums.  Die Kommilitonen sind sehr nett und offen. Den Kontakt zwischen den Studenten und Dozenten finde ich auch ganz optimal. Außerdem kann man zwischen den Vorlesungen am Hauptcampus auch vieles erledigen.  Zum Beispiel gibt es ganz in der Nähe vom Campus Läden zum Einkaufen, einen Buchhandel, Copy-Shop, einen Friseur  und eine Bankfiliale. 

Wie gefällt dir Lüneburg?
Ich fühle mich hier sehr wohl.  Der Frühling und der Sommer sind hier sehr schön. Außerdem hat mich die Lage der schönen Stadt, die Nähe zu Hamburg und der besondere Charme einer Campus-Universität  sehr überzeugt.

Wie sieht dein Studentenleben aus?
Wenn ich nicht an der Uni bin oder lerne, bin ich eigentlich immer am Arbeiten. Die restliche Zeit verbringe ich mit Freunden und wir genießen unsere freie Zeit. Das Schöne an der Stadt und der Uni ist, dass immer vieles organisiert wird und man immer etwas Passendes für sich findet.

Wie geht es für dich weiter?
Die Frage, ob ich einen Master machen werde oder nicht, ist noch offen. Die Entscheidung werde ich wahrscheinlich im 5. Semester treffen.  Dass ich aber nach meinem Studium in Deutschland bleiben werde, ist ganz klar!

Hast Du einen Lieblingsplatz in Lüneburg?
Ja, das ist ganz klar der Stint, der Fahrradweg an der Ilmenau entlang und der Kurpark. Alle drei Plätze sind einfach zum Entspannen gedacht!

Welche Erfahrungen hast du in der Stadt machen können?
Die Stadt ist sehr klein. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind, außer an den Sonntagen, zeitlich super geplant. An den Sonntagen fangen die Fahrten erst so gegen 13:00 Uhr an.  Aber zu Fuß kann man alles in kurzer Zeit erreichen.



Nützliche Links

 

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