Worms: Die Stadt der Nibelungen
Ein Besuch von Worms ist wie eine Reise in die Vergangenheit. In einer der ältesten Städte Deutschlands sind die vier berühmtesten Bewohner allgegenwärtig: Die Nibelungen.
Worms auf einen Blick
Der Kaiserdom St. Peter, Foto: Steuer/DAAD
Die Kleinstadt in Rheinland Pfalz an der Grenze zu Hessen ist zu Recht stolz auf ihre lange Geschichte, die sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen lässt. Bei deinem Rundgang durch die Innenstadt kommst du unweigerlich am mächtigen Kaiserdom St. Peter vorbei. Du kannst Martin Luther „Guten Tag“ sagen, dem die Wormser das größte Reformationsdenkmal der Welt gebaut haben und auf dem Obermarkt am Schicksalsrad drehen. Keine Angst, es entscheidet nicht über deine Zukunft, sondern stellt die wichtigsten Kapitel der Wormser Stadtgeschichte dar. Worms ist nicht nur eine sehr alte, sondern auch vergleichsweise warme Stadt, die zu den trockensten Orten Deutschlands zählt.
Wer nicht genug von den Nibelungen bekommen kann, der sollte die Nibelungenroute erkunden. Sie führt zu den wichtigsten Schauplätzen der Sage und beginnt – natürlich – in Worms.
Hochschulen im Überblick
Campus FH Worms, Foto: Steuer/DAAD
Freizeit in Worms
Eiscafé Vannini in Worms, Foto: Steuer/DAAD
Gut merken solltest du dir das Wort „Taberna“. So heißt der Studentenclub der FH direkt auf dem Campus. Dort finden regelmäßig Partys statt, es gibt jede Woche einen Salsakurs, Kicker-Turniere und ab und zu Filmabende. Der Asta ist zuständig für den Hochschulsport und kümmert sich gleichzeitig um die Computer- und Sprachkurse, die jedes Semester stattfinden.
Kaum ist das Wetter warm genug, ist im „Vannini“ mächtig was los. Das Eiscafé direkt am Dom ist ein beliebter Treffpunkt bei den Studierenden, denn hier gibt es das beste Eis der Stadt. Einen Kaffee zwischen den Vorlesungen bekommst du direkt gegenüber vom Campus im „Koffein“. In der Innenstadt triffst du am ehesten im „TimesCafe“ oder im „Café TE“ in der Nähe vom Bahnhof einen deiner Kommilitonen. Kleiner Tipp: Falls du eher auf gemütliche, etwas alternative Kneipen stehst, schau dir mal „Die Funzel“ an.
Jüdischer Friedhof, Foto: Steuer/DAAD
Jedes Jahr im Sommer herrscht in Worms für zwei Wochen Ausnahmezustand, wenn tausende Besucher zu den Nibelungenfestspielen strömen. In diesem Jahr dürften es besonders viele Zuschauer werden, denn das riesige Spektakel feiert ein rundes Jubiläum. Zum 10. Geburtstag hat sich Starregisseur Dieter Wedel etwas ganz besonderes ausgedacht. An der Westseite des Doms wird er die „Wahre Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer genannt Jud Süß“ inszenieren. Die Uraufführung des Stücks mit dem bekannten deutschen Schauspieler Rufus Beck in der Hauptrolle ist am 25. Juni.
Ein weiteres Highlight für alle Musikfans ist das Festival „Jazz & Joy“ im August. Auf der Festivalmeile zwischen Schlossgasse, Dom, Jugendherberge, Weckerlingplatz und Andreasstift hast du die Wahl zwischen über 30 Konzerten. Den Rest des Jahres versorgt dich der Jazzkeller „Kanal 70“ mit Konzerten und auch Lesungen.
Interview mit Sandy Djafar aus Australien, Gamze Yilmaz aus Canada, Natalia Stovolos aus der Ukraine und Hilal Azak aus Mainz
Vier Studierende aus Worms, Fotos: Steuer/DAAD
Natalia: Ich habe erst als Au Pair in Heidelberg gearbeitet und wollte danach in Deutschland bleiben. Ich hatte viel über Worms und das Studium an der FH gehört. Dass das Niveau sehr hoch ist und es keine Studiengebühren gibt.
Gamze: Ich bin durch Zufall in der DAAD Datenbank auf Worms gestoßen, als ich ein Masterprogramm in „International Management“ gesucht habe. Ich wollte in eine kleine Stadt und die europäische Kultur kennenlernen. Deshalb habe ich mich für Worms entschieden.
Wie ist euer Eindruck von der FH?
Hilal: Viele unsere Professoren kommen aus der Wirtschaft und bauen in ihren Seminaren viele Praxisbeispiele ein. Die Kurse sind klein und so kennt jeder jeden. Auch die Betreuung finde ich sehr gut.
Gamze: Stimmt, für ausländische Studierende bietet der Asta „StudentAid“ an, also Hilfe bei Problemen und beim Einleben in der Stadt. Ich habe zum Beispiel eine Stadtführung mitgemacht und bei der „Welcome Party“ mitgefeiert.
Natalia: Die technische Ausstattung ist sehr gut. Es gibt sogar Lehrveranstaltungen, die nur online stattfinden. Das war für mich ein Wunder. Wenn ich Mails an meine Professoren schreibe, werden die sofort beantwortet. Die Distanz zwischen Studenten und Professoren ist viel geringer, als ich das aus der Ukraine kenne und freundschaftlich.
Wie gefällt euch die Stadt?
Sandy: Ich liebe Worms. Es ist ruhig und gut zum studieren, aber das Nachtleben… naja (lacht). Aber die FH Partys sind gut. Auch die Nibelungengeschichte gefällt mir und der Dom. Die Menschen sind sehr freundlich und offen und alles was man braucht liegt im Zentrum. Nur an das Wetter musste ich mich erst gewöhnen (lacht).
Natalia: In Worms fühlt man sich geborgen wie ein kleines Kind. Es wird einem alles gezeigt von den Kommilitonen und beim Begrüßungsabend war sogar der Bürgermeister dabei. Das Rheinufer ist wunderschön und mit dem Fahrrad ist alles erreichbar.
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Was macht ihr in eurer Freizeit?
Sandy: Ich nehme an einem Projekt der FH teil und unterrichte an einem Gymnasium Englisch. Das finde ich sehr spannend und interessant.
Hilal: Im Sommer bin ich öfter in der Strandbar am Rhein. Auch in unserem Studentenklub „Taberna“ bin ich oft. In Worms gibt es viele schöne Cafés. Das „Koffein“ ist gleich um die Ecke und sehr beliebt bei Studenten.
Natalia: Ich arbeite nebenbei im Akademischen Auslandsamt. Außerdem fahre ich gerne Inline Skates, Schlittschuh und Fahrrad. Ich habe mir hier in Deutschland mein erstes eigenes Fahrrad gekauft. Das war für mich etwas ganz besonderes.
Welche Tipps würdet ihr anderen ausländischen Studierenden geben?
Natalia: Man sollte sich informieren und keine Angst haben, etwas Neues auszuprobieren. Und: Immer fragen, wenn man etwas nicht versteht.
Was ist euch an Deutschland aufgefallen?
Sandy: Die deutsche Kultur ist total anders. Doch das Klischee, dass die Leute hier so kalt sind, stimmt nicht. Auch an das Wetter musste ich mich gewöhnen. Aber immerhin zählt Worms zu den wärmsten Städten Deutschlands.
Natalia: In Deutschland ist das Leben viel lockerer als in der Ukraine. Die FKK-Kultur oder gemischte Saunas gibt es in meiner Heimat nicht. In Deutschland zahlen Frauen im Café auch mal selbst, bei uns zahlt immer der Mann. (grinst).
Die Nibelungensage
Siegfrieds Tot, Foto: Julius Schnorr von Carolsfeld via Wikimedia Commons
Siegfried bedient sich im Kampf einer Tarnkappe. Diese Tarnkappe kommt später noch einmal zum Einsatz: Brünhild verweigert Gunther ihr Bett und Siegfried muss sie niederringen, damit Gunther zu seinem ehelichen Recht gelangt. Dabei entwendet Siegfried der spröden Königin Ring und Gürtel.
Auf einem Fest in Worms geraten die beiden Königinnen in Streit. Als Brünhild behauptet, Siegfried stehe im Rang unter ihrem Gunther, kontert Kriemhild, Gunther habe Siegfried beim Beischlaf mit seiner Gattin den Vortritt gelassen. Als Beweis präsentiert sie Ring und Gürtel. Brünhild ist schwer gedemütigt.
Ihr Vasall Hagen von Tronje will sie rächen. Er entlockt Kriemhild das Geheimnis von Siegfrieds verwundbaren Stelle und tötet ihn. Als Kriemhild um ihre Macht zu stärken, Helden um sich schart, stielt Hagen ihr den Schatz und versenkt ihn im Rhein. Kriemhild sinnt auf Rache und heiratet den Hunnenkönig Etzel. Sie lockt ihre Brüder und Hagen ins Hunnenland und entfacht einen Kampf, der mit einem fürchterlichen Blutbad endet.
Quelle: 3sat
Nützliche Links
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