Saarbrücken: Ein Grenzfall
Direkt an der Deutsch-Französischen-Grenze gelegen, ist die süddeutsche Stadt Saarbrücken eine Schnittstelle der Kulturen und Lebensarten. Und die ca. 19.000 international verbundenen Studierenden sorgen dafür, dass sich in Saarbrücken der Charme einer Kleinstadt mit dem Flair einer Metropole mischt, wie in keiner anderen Hochschulstadt im Land.
Saarbrücken auf einen Blick
Stadtansicht Saarbrücken, Foto: Stadt Saarbrücken
Diese relativ kleine Stadt mit knapp 180.000 Einwohnern ein metropolenhaftes Flair entwickelt, das leicht mit dem Münchens und Berlins konkurrieren kann. Saarbrücken ist dabei nicht nur die Hauptstadt des Saarlands, sondern auch das Herz einer florierenden Geschäftsregion. So hat etwa die Deutschlandzentrale des französischen Autobauers Peugot hier ihren Sitz. Saarbrücken ist außerdem dafür bekannt, eine Brutstätte für neueste Forschung, besonders im Bereich der Computertechnologie, zu sein.
Lange bevor in Europa die Schlagbäume fielen lebten die Saarbrücker schon in regem kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit ihren französischen Nachbarn. Diese Offenheit und Kooperationsbereitschaft spiegelt sich sowohl in vielen Geschäftsbeziehungen, als auch in den akademischen Verbindungen der lokalen Hochschulen, etwa zu Institutionen in Straßburg oder Metz, wider. Die Saarbrücker sind zwar sehr Heimatverbunden, dabei aber auch sehr international. Und lass dich nicht täuschen, wenn es morgens in der Stadt nach frischem Baguette und süßen Croissants duftet – du bist zwar ganz in der Nähe von Frankreich, aber immer noch in Deutschland.
Hochschulen im Überblick
DFKI, Foto: Stadt Saarbrücken
Die engen Verbindungen zu Frankreich zeigen die vielen interdisziplinären deutsch-französischen Studiengänge, sowie einige integrierte, bilaterale Studiengängen mit ausländischen Partnerhochschulen, die in den Bereichen BWL, Physik, Chemie und Materialforschung durchgeführt werden.
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW)
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) legt Wert auf progressive Forschung, die sich an den internationalen Märkten orientiert. Knapp 4.000 Studierende aus mehr als 50 Ländern sind derzeit in 19 Studiengängen eingeschrieben. Aufgrund der Internationalität der Stadt, werden in fast allen Studiengängen integrierte Sprachkurse in wenigstens einer Fremdsprache angeboten.
Ein Aushängeschild der Hochschule ist die Environmental Informatics Group (EIG), die sich auf ökologische Software-Anwendungen spezialisiert hat und an Projekten auf der ganzen Welt beteiligt ist. Außerdem arbeitet die HTW eng mit dem Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) zusammen, das an erneuerbaren Energien forscht.
Freizeit in Saarbrücken
Völklinger Hütte, Foto: Wikicommons/Lokilech
Wenn du im Saarland bist, solltest du unbedingt mal dabei sein, wenn Saarländer einen Schwenkbraten zubereiten. Dabei handelt es sich um eine lokale Spezialität: marinierter Schweinenacken, der auf einem Rost, das an einem dreibeinigen Stativ hängt, über Kohle gegrillt wird. Das Ganze nennt man dann „Schwenken“, weil das Rost über dem Feuer hin und her schwingt. Das Schwenken ist Teil des lokalen Brauchtums, und sobald die ersten warmen Tage anbrechen, holen die Leute ihren Schwenker (Grill) hervor. Zu so einer „Schwenk-Session“ eingeladen zu sein, ist die ultimative Willkommensgeste.
Lange war die Region um Saarbrücken ein Zentrum der Schwerindustrie. Heute sind die rostigen Überreste der aufgegebenen Völklinger Hütte, ca. 20 km außerhalb Saarbrückens, eine Erinnerung an die europäische Industrielandschaft des 20. Jahrhunderts. Dieser beeindruckende Komplex ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes.
Jeden Morgen gegen 4 Uhr, werden Partygänger und Frühaufsteher vom Duft süßer Croissants und leckren Baguettes in die Bäckerei Chez Jerôme gelockt. Die Bäckerei liegt in der Mainzer Straße, in der Innenstadt, und wird von einem echten französischen Boulanger betrieben. Selbst in den frühen Morgenstunden sind lange Schlangen vor dem Laden keine Seltenheit. Aber du solltest dich beeilen, denn um 10 Uhr schließt Chez Jerôme wieder.
Interview mit Vanessa Boekemeier aus Bad Oeyenhausen
Vanessa Boekemeier aus Bad Oeyenhausen (NRW) kam nach Saarbrücken, um einen Abschluss in Deutsch-Französische Studien zu machen.
Vanessa Boekemeier, Foto: DAAD
Ich bin total begeistert, dass ich hier sein darf. Ich wollte schon immer im Süden studieren, vor allem wegen der Nähe zu Frankreich, das von hier nur 15 km entfernt ist. Ich kann sogar mit der Straßenbahn hinüberfahren, und für Studenten ist es auch noch kostenlos. Wenn man sich für Französische Studien interessiert, ist diese Region ideal. Mein Fachbereich ist eng mit der Universität Metz verbunden, und bald wird es eine trinationale Kooperation mit Luxemburg geben.
Wie ist es für Studierende hier?
Es gibt relativ viele Studenten hier, was Saabrücken zu einer jungen Stadt macht. Im Gegensatz zu meiner Heimatstadt, die als Kurort eher älteres Publikum anzieht. Das Nauwieser Viertel ist eine beliebte und bekannte Studentenwohngegend, mit vielen Straßencafés, Kneipen und Bars. Den französischen Einfluss spürt man in der ganzen Stadt. Die meisten Einwohner sprechen Französisch und viele Franzosen kommen zu Besuch oder zum Einkaufen nach Saarbrücken.
Würdest du die Uni ausländischen Studierenden empfehlen?
Klar. Der Universitätscampus ist zwar etwas abseits gelegen, aber man kommt ganz einfach mit dem Bus dorthin. Der Campus liegt im Wald und ist sehr grün. Man kann also gut auf den Rasenflächen liegen und entspannen, oder in den Pausen einen kleinen Spaziergang machen. Außerdem sind die Leute hier sehr freundlich, und es gibt viele ausländische Studierende, so dass sie nicht alleine sind. Es gibt eine französische und eine spanische Theatergruppe. Und jeden Sommer finden internationale Sommerfeste auf dem Campus statt, ein idealer Ort um Menschen von der ganzen Welt kenn zu lernen.
Hat Saabrücken deine Erwartungen erfüllt?
Ja, ich bin sehr glücklich hier. Die Stadt ist vielleicht nicht so groß wie Berlin, Hamburg oder München, aber ich lebe lieber an einem überschaubaren Ort, an dem es auch nicht so anonym ist wie in den großen Städten. Außerdem kommt man überall schnell und einfach hin. Ich kann sogar nachts zu Fuß nach Hause gehen, denn die Straßen sind gut beleuchtet und es ist sicher.
Was ist dein Lieblingsort?
Ich liebe es, auf einer Bank an der Saar zu sitzen. Dort gibt es auch einen großen Biergarten, und wenn das Wetter schön ist, kann man draußen direkt am Fluss sitzen. Es wurde sogar ein künstlicher Strand angelegt, auf dem man auch Beachvolleyball spielen kann. Oder man sitzt einfach da, hört der Live-Musik zu, trink einen Cocktail und genießt die Atmosphäre.
Nützliche Links
Die Internetseite der Stadt Saarbrücken
Studentenwerk Saarland


















