La deutsche Vita
Ein Land voller großer Autos, dicker Brieftaschen und alter Herren in Maßanzügen trifft auf ein Volk voller dauergestresster Workaholics mit Angst vor roten Ampeln. Als der Albaner Ardit nach Deutschland kam, war er sich sicher, ein Leben zwischen strengem Gehorsam und großem Wohlstand würde ihn erwarten. Zum Glück kam es ganz anders.
von Fabian Köhler
Warten an der Ampel, Foto: Köhler/DAAD
Deutschland als Paradies
„Irgendwo in einem kleinen Nest in den albanischen Bergen“ bekam Ardit damals mittels VHS-Video-Kassetten seiner Eltern seine ersten Unterrichtsstunden über das – wie er es nennt – „Paradies in Stacheldraht.“ Deutschland, so war er sich damals sicher, sei das neuzeitliche Land von Milch und Honig. Ein Land, in dem der Bierbauch als Maßeinheit für Wohlstand gelte und 18-Jährige zum Geburtstag BMWs geschenkt bekommen. Unter seinen Schulkameraden war der deutsche Kommissar noch vor Kosmonaut auf Platz eins auf der Liste der beliebtesten Berufe. „Auf dem Schulhof wurde nicht der Junge mit der neuesten Spielekonsole bewundert. Der Chef war jener, der einen Bruder in Deutschland hatte und vielleicht sogar selbst ein paar Worte Deutsch sprechen konnte.“
Der Preis für Wohlstand und materieller Sorglosigkeit sei, erzählt Ardit schmunzelnd, bedingungsloser Gehorsam. In Deutschland gebe es keine Polizei auf der Straße, erinnert er sich an die Erzählung eines Schulkameraden, weil die Leute freiwillig alle Gesetze befolgten. Menschen in Deutschland hätten größere Angst, dass sich im Bus jemand neben sie setze als vor Kriminalität; größeren Respekt vor roten Ampeln als vor ihren Eltern. Der deutsche Alltag bestehe ausschließlich aus Arbeit. Humor und Entspannung seien geradezu verpönt.
Die Realität sah anders aus
Plattenbauten, Foto: Köhler/DAAD
Im Café, Foto: Köhler/DAAD
Derrick ist international
Über zehn Jahre lebt Ardit mittlerweile in Deutschland. Nicht nur seine Vorstellungen von den Deutschen, auch die Deutschen selbst hätten sich geändert, sagt er: „Ich finde sie sind offener geworden, setzen sich manchmal sogar im Bus neben dich. Dafür bleibe ich jetzt an roten Ampeln stehen,“ sagt er und lacht. Nur eine Sache hat sich nicht geändert: „Seit ich die DVD-Sammlung geschenkt bekommen habe, schaue ich wieder Derrick,“ verrät Ardit. Nur heute erinnert der alte Mann mit der Rolex ihn nicht an ein wohlhabendes Deutschland, sondern an seine Kindheit in den albanischen Bergen.
Im zweiten Teil schwärmt Guus aus Holland über "
Im dritten Teil erzählt Anne, warum die Deutsche Sprache, eine schwere Sprache für sie war.

















