Volunteer in der Kulturhauptstadt Europas: RUHR.2010

2010 ist erstmals eine ganze Region Kulturhauptstadt Europas. 365 Tage lange werden die 53 beteiligten Städte feiern. Allein voran Essen, das stellvertretend für alle, Anfang 2006 den begehrten Titel verliehen bekam. Um alle Veranstaltungen durchführen zu können, werden 1500 freiwillige Helfer gebraucht.Die Kulturhauptstadt Europas 2010, Bild: Steuer/DAAD
Vom 11. April 2006 wird man in Essen ganz sicher auch in 100 Jahren noch sprechen, denn an jenem Dienstag wurde aus der Großstadt im Ruhrgebiet die Kulturhauptstadt Europas 2010 – zumindest auf dem Papier. Stellvertretend für die gesamt Region rund um den Fluss Ruhr waren die Essener ins Rennen gegangen und bekamen vom Rat der Europäischen Union den begehrten Titel verliehen. Eine Premiere, die Susanne Skipiol von RUHR.2010 jedoch nicht überrascht hat: „Es ist ein Trend, sich gemeinsam zu bewerben. Wir werden von den anderen Ländern genau beobachtet und wollen denen das neue Bild des Ruhrgebiets präsentieren.“

Drei Jahre hatte die neue Millionenmetropole mit nunmehr 5,3 Millionen Einwohnern und 53 beteiligten Städten Zeit, ein gemeinsames Programm auf die Beine zu stellen, das zeigt, wie sich einer der bedeutendsten Industrieregionen des 19. Jahrhunderts und einstige Hochburg von Kohle und Stahl neu erfindet.

1 500 Freiwillige werden gebraucht

Wenn Linz und Vilnius – die Kulturhauptstädte 2009 – am 9. Januar offiziell das Zepter an Essen übergeben und das 365-Tage-Spektakel beginnt, ist ein großer Teil von Renate Lorsongs Arbeit schon getan. „Volunteers-Management“ steht auf ihrer Visitenkarte. Zwei Worte, hinter denen sich 1 500 Freiwillige verbergen, ohne deren Hilfe viele der über 2 500 Veranstaltungen nicht möglich wären, wie die 59-Jährige betont: „Ob hinter der Bühne, an den Welcome-Infopoints an den Bahnhöfen und Flughäfen oder als Betreuer von Menschen mit Behinderung, überall brauchen wir Volunteers.“

Über 1 000 haben sich bereits auf der Website von RUHR.2010 registriert – darunter auffällig viele junge Leute. „Wir hatten eigentlich mit einem Ansturm der Silberlocken gerechnet“, verrät Renate Lorsong grinsend und meint damit die Generation 55 plus. Stattdessen sind es vor allem die Studierenden, die sich für ein Engagement in der Kulturhauptstadt begeistern können.

Einmal angemeldet, wird jeder künftige Volunteer intensiv geschult. Neben allgemeinen Verhaltensweisen lernen die ehrenamtlichen Helfer zudem, wie sie die RUHR.2010 für Menschen mit Behinderung zu einem Erlebnis machen. „Natürlich rüsten wir die Volunteers auch für Fragen der Besucher. Man muss nicht das ganze Programm auswendig kennen, aber die wichtigsten Sachen sollten schon sitzen“, so Lorsong. Allen voran die ultimative Frage aller Fragen: „Kann ich ihnen helfen?“

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  • Auf Zollverein wird eröffnet, Bild: RUHR.2010
  • Diese Städte sind Kulturhauptstadt, Bild: RUHR.2010
  • Thomas Goerge vor dem trojanischen Pferd, Bild: Matthias Horn
  • Projekt
  • Bobby McFerrin, Bild: Sonja Werner
  • Still-leben Ruhrschnellweg, Grafik: RUHR.2010

Highlights Januar - Juni 2010

  • Auf Zollverein wird eröffnet, Bild: RUHR.2010
  • Diese Städte sind Kulturhauptstadt, Bild: RUHR.2010
  • Thomas Goerge vor dem trojanischen Pferd, Bild: Matthias Horn
  • Projekt

„Local Heroes“ und ein trojanisches Pferd

Und Hilfe werden die Gäste aus aller Welt jede Menge brauchen, um sich in der geballten Masse an Aufführungen und Konzerten, Sportveranstaltungen und Ausstellungen das Richtige heraus zu picken und zwischen Xanten und Hamm, Schwelm und Haltern nicht verloren zu gehen. Praktischerweise zählt RUHR.2010 genauso viele Städte (Essen ausgenommen), wie der Kalender Wochen hat, so dass jeder Ort für sieben Tage als „Local Hero“ glänzen und sich präsentieren kann.

Gefragt nach ihrem persönlichen Highlight 2010 winkt Susanne Skipiol sofort ab. Statt eine einzelne Veranstaltung zu nennen, redet sie noch ein bisschen schneller, um auf so viele Projekte wie möglich hinzuweisen. Ein trojanisches Pferd kommt darin genauso vor, wie gelbe Ballons über der Region während des Projekts "Schachtzeichen" und das Picknick auf der Autobahn 40. Es klingt fast wie ein Märchen, was die Besucher zu RUHR.2010 erwartet. Eine Mitmachgeschichte mit Happy End, die alle mitgestalten können.

Tipp: Auch Studierenden und Forschern hat die Kulturhauptstadt Europas einiges zu bieten. Informationen über wissenschaftliche Aktivitäten rund um RUHR.2010 in der Metropole Ruhr findest du auf www.wissenschaft2010.de

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