Besondere Nebenjobs - Ungewöhnlich Geld verdienen

Du möchtest Geld verdienen und suchst etwas ganz Besonderes? Die Weihnachtszeit bietet eine Vielzahl spannender Nebentätigkeiten: Im letzten Teil unserer Serie haben wir uns für dich auf die Suche nach tollen Jobs rund um Weihnachten gemacht.

von Hanna Irabi

„Ihr Engelein kommet..“

Angela Jehring und ihre Kolleginnen, Bild: Jehring/Engel Agentur
Angela Jehring und ihre Kolleginnen, Bild: Jehring/Engel Agentur
Wenn Angela Jehring von ihrem weihnachtlichen Nebenjob erzählt, ist ihr die Begeisterung deutlich anzumerken. Die Psychologie-Studentin jobbt in Kindertagesstätten, Firmen und Familien als Engel. „Viele Kinder haben Angst vor dem Weihnachtsmann“, erklärt Angela das Interesse vieler Familien. In Vorgesprächen erfährt die junge Frau, was im vergangenen Jahr im Leben des Kindes passiert ist: Hat es gelernt, Fahrrad zu fahren, neue Freunde gefunden oder einen besonderen Urlaub gemacht? Die wichtigsten Ereignisse notiert Angela in einem goldenen Buch, aus dem sie am 24. Dezember - Heiligabend - vorliest. Außerdem singt sie an diesem Abend gemeinsam mit den Familien weihnachtliche Lieder oder lässt sich von den Kindern eigens vorbereitete Gedichte vortragen. „Mitbringen sollte man eine herzliche Ausstrahlung, ein positives Wesen und Kinderliebe“, erklärt sie. Haarfarbe und Statur seien dagegen nicht so wichtig, aber: „Wer als Engel jobben möchte, sollte im Idealfall auch ohne Kostüm engelhaft wirken“, fasst Angela zusammen, die neben ihrem Studium die Agentur „Engel in Berlin“ leitet. Auftritte bei Jahrestagen, am Valentinstag oder zum Geburtstag stehen für sie das ganze Jahr über an - die Hauptsaison der Engel ist jedoch die Weihnachtszeit. Als Engel kannst du Weihnachten in vier bis fünf Stunden um die 300 Euro verdienen, dazu kommt eine Vorbereitungszeit von rund fünf Stunden um Vorgespräche zu führen oder Lieder einzuüben. „Davon kann man kein Studium finanzieren, aber es ist ein toller Zuverdienst“, so Angela.
Linktipp: www.engel-in-berlin.de 

Weihnachtsbaumverkäufer

Ein festlich geschmückter Tannenbaum ist für die meisten Familien an Heiligabend unverzichtbar. Kilian Rolfs hat jeden Tag Hunderte der stachligen Gewächse als „Kollegen“. Er jobbt seit zwei Jahren als Weihnachtsbaumverkäufer auf einem Hof mit eigener Plantage und weiß, was für diesn Job wichtig ist: „Ein Weihnachtsbaumverkäufer sollte auf jeden Fall nicht zu schnell frieren“, erklärt der 24-Jährige, der an Arbeitstagen häufig bis zu zehn Stunden an der frischen Luft ist. Wichtig sei aber auch Einfühlungsvermögen: „Man muss auf die Leute zugehen können, mit ihnen reden, einschätzen, in welcher Stimmung sie sind und ob sie unter Zeitdruck stehen“, erklärt Kilian. Obwohl Kilians Vater Förster ist, braucht ein guter Verkäufer nicht unbedingt weitreichende Fachkenntnisse über Tannen: „Wir verkaufen zwei Sorten, die sich sowohl preislich als auch qualitativ unterscheiden, aber da kommt man schnell rein“, sagt er.  Zu Kilians Aufgaben gehört nicht nur, die Verkaufsfläche zu fegen und die Tannen ansprechend in den Metallständern zu präsentieren, sondern vor allem auch die Beratung der Kunden. Ist die Entscheidung für einen Baum gefallen, verpackt der Jura-Student zum Schutz der Äste die Tanne in ein Netz und hilft dabei, sie ins Auto des Kunden zu tragen. Leichter gesagt als getan, denn die Bäume sind zwischen einem und knapp vier Metern hoch. Von Vorteil ist auch ein Motorsägeschein, da viele Kunden sich für einen Baum entscheiden, der erst noch abgeholzt werden muss.

In der Zeit zwischen dem 10. und 23. Dezember arbeitet Kilian täglich rund zwölf Stunden im Hofverkauf. Zu den acht Euro Stundenlohn kommen häufig Trinkgelder. Dass die Zeit ihm nicht lang wird, liegt vor allem an der besonderen Atmosphäre: „Die Kunden sind positiv gestimmt und entspannt, für manche ist es fast eine Familientradition, gemeinsam einen Weihnachtsbaum auszusuchen und ich helfe ihnen dabei.“
Linktipp: www.hof-siebe.de

Verkäuferin auf dem Weihnachtsmarkt: Wolle, so weit das Auge blickt

Verkäuferin auf dem Weihnachtsmarkt, Bild: Irabi/DAAD
Verkäuferin auf dem Weihnachtsmarkt, Bild: Irabi/DAAD
Wollene Handschuhe, Mützen und Stulpen in allen Farben liegen liebevoll drapiert zwischen Dekosternen aus Filz und wollenen Ringen. Ebenfalls dick eingepackt gegen die winterliche Kälte steht in der Mitte des gemütlichen Holzstandes Julia Schreiber, Studentin der Erziehungswissenschaften. Die 25-Jährige jobbt bereits seit fünf Jahren als Verkäuferin auf dem Weihnachtsmarkt - erst an einem Stand für Holzspielzeug, seit drei Jahren für eine Wollmanufaktur.

Als zwei Kundinnen neugierig näher treten und einen Blick auf die bunt gemusterten Stulpen werfen, hilft Julia ihnen: „Die Filzstulpen sind mit Daumenloch, die anderen ohne.“ Es sei wichtig, die verschiedenen Produkte gut zu kennen, erklärt sie. Nur so könne sie die Kunden beraten: „Ich muss wissen, welches Produkt aus Alpaka-Wolle ist und welches aus Bio-Wolle, aber auch, ob es selber gefertigt oder zugekauft wurde“, erklärt sie. Da der Stand neben fertigen Produkten auch Wollknäuele anbietet, berät Julia auch beim Stricken. Neben der nötigen Fachkenntnis sei es aber auch wichtig, freundlich und aufgeschlossen zu den Kunden zu sein.

An ihrem Job, den sie in den vier Wochen vor Weihnachten rund 50-60 Stunden die Woche ausübt und der ihr einen Stundenlohn von acht Euro einbringt, schätzt Julia ganz unterschiedliche Dinge: „Ich bin gerne draußen und verkaufe hier Dinge, die ich selber schön finde. Außerdem ergeben sich immer wieder nette Gespräche.“

Tipp: Häufig suchen die Betreiber der Stände in der Vorweihnachtszeit in Tageszeitungen oder beim Arbeitsamt nach Personal.

Singendes Christkind

Christkind Bettina, Bild: Stadtmarketing Heidelberg
Christkind Bettina, Bild: Stadtmarketing Heidelberg
Als alle Weihnachtsmarktstände ihre Lichter für einige Minuten löschten und der Kinderchor verstummte, war der große Moment von Bettina Ntimpirangeza gekommen: Die 21-Jährige eröffnete als Christkind den Heidelberger Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr. Genau wie sie wird auch ihre Nachfolgerin Ingrid Schwarz-Lurf in einer goldenen Robe auf dem Rathausbalkon stehen und ein Adventslied anstimmen. Dann trägt sie ein kurzes weihnachtliches Gedicht vor: „Das Christkindl lädt zum Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.“

Zustande kam der einmalige Auftritt durch Bettinas Schwester, die bei einer Marketingagentur arbeitet und Bettina als Christkind vorschlug. Aufgeregt sei sie nicht gewesen, sagt Bettina, auch wenn für rund zehn Minuten alle Aufmerksamkeit auf ihr ruhte: „Ich habe mich drauf gefreut, es war eine Art positive Nervosität“, erklärt sie lächelnd. Als Studentin der Popakademie Mannheim mit dem Schwerpunkt Singer/Songwriter ist Bettina es gewöhnt, auf der Bühne zu stehen. Öffentlich ein Gedicht zu lesen, war dagegen neu für die junge Frau aus Burundi in Ostafrika. Das sei ein ganz anderes Gefühl gewesen, als gemeinsam mit einer Band aufzutreten. Welche Fähigkeiten als Christkind gefragt sind? „Bühnenscheu sollte man nicht sein und natürlich ist es gut, Charisma mitzubringen“, fasst Bettina ihre Erfahrungen zusammen.

Die Bezahlung für ihren Auftritt bezeichnet Bettina als angemessen: „Aber es ging mir viel mehr um die Botschaft: Ich wollte den Leuten Freude bringen.“

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Aushilfe im Weihnachtsgeschäft: Viele Parfümerien und Supermärkte suchen in der Weihnachtszeit helfende Hände, die sie beim Geschenke einpacken oder im Verkauf unterstützen.
Tipp: Schau auf den Homepages der Parfümerien oder ruf direkt an und frag nach.

Jobben als Weihnachtsmann: Zahlreiche Agenturen stellen im Winter Weihnachtsmänner ein, die  in Kindergärten, auf Betriebsfeiern oder bei Weihnachtsfeiern mit Liedern und Geschenken für die richtige Stimmung sorgen. Weihnachtsmann werden!

Mehr Nebenjobs:

Teil 5: Jobs im Advent
Teil 4:
Jobs in der Stadt
Teil 3:
Jobs an der Uni
Teil 2: Jobs im Verkehr
Teil 1:
Jobs in der Natur

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