Besondere Nebenjobs - Ungewöhnlich Geld verdienen

Du möchtest neben dem Studium ein bisschen Geld verdienen und suchst noch einen passenden Job? In unserer Serie stellen wir dir ungewöhnliche Möglichkeiten vor, wie du Geld verdienen kannst. Diese Woche: Teil 1 - Jobs in der Natur.

von Britta Simon

Mit der Kutsche über die Insel

Kutschfahrt auf Juist, Bild: Theda/DAAD
Kutschfahrt auf Juist, Bild: Theda/DAAD
Eigentlich studiert die 26-jährige Theda Deutsch und Kunst, um Lehrerin zu werden. In den Semesterferien zieht es die waschechte Ostfriesin jedoch auf die kleine Insel Juist in der Nordsee. Seit vier Jahren arbeitet sie dort als Kutscherin. „Mein Arbeitstag kann schon mal neun bis zehn Stunden lang sein. Auf der Insel gibt es ja keine motorisierten Fahrzeuge, da geht alles mit dem Pferd und das dauert eben“, erklärt Theda. 2006 bewarb sie sich auf eine Anzeige in der örtlichen Zeitung und war nach einem Vorstellungsgespräch und einer Probekutschfahrt mit an Bord. Fünf Monate im Jahr steht sie nun sechs Tage die Woche am Hafen und bietet den Touristen ihre Kutschfahrt an. „Ich bin dann ein bisschen wie ein Marktschreier“, erzählt Theda.

Natürlich lief zu Beginn nicht alles glatt „Als ich mit der Kutsche einparken sollte, habe ich einmal ein Schild umgefahren“, berichtet Theda, „ansonsten ist aber alles gut gegangen.“ Das liegt auch daran, dass alle Kutscher über einen sogenannten „Gespannführerschein“ verfügen müssen, bevor sie überhaupt losfahren dürfen. Pro Monat verdient Theda pauschal 750 Euro, die Unterkunft auf der Insel ist für sie frei. Mit ihrem Lohn kann sie gut ihr Studium finanzieren, doch der Job bedeutet ihr inzwischen noch weitaus mehr: „Ich versuche, so oft wie möglich hier zu sein, denn Juist ist meine zweite Heimat geworden“ schwärmt sie. Dies hilft ihr ebenfalls, mit den täglichen Anforderungen des Jobs zurechtzukommen, denn aktuelles regionales Wissen und Kommunikationsfreudigkeit gehören zu den wichtigsten Punkten. „Eine Fahrt dauert eine gute Stunde“, ergänzt Theda, „da muss man schließlich was zu erzählen haben!“
Linktipp: http://www.juist.de

Allein unter Vögeln

Vogelschwarm, Bild: Britta Simon/DAAD
Vogelschwarm, Bild: Britta Simon/DAAD
Kommunikationsfreudig ist Finn als Vogelzähler eher selten. „Manchmal sitze ich drei Stunden auf dem Deich und rede kein einziges Wort“, sagt er und lacht. Zum Vogelzählen kam Finn durch den Zivildienst, den junge Männer für neun Monate im sozialen Bereich absolvieren müssen, wenn sie sich gegen den Dienst bei der Bundeswehr entscheiden: „Die meisten meiner Freunde haben Essen ausgefahren oder im Kindergarten gearbeitet. Ich habe eben Vögel an der Küste gezählt“. Langweilig ist dem Biologiestudenten dabei nie geworden. „Ich habe mich schon immer für die Natur interessiert“, sagt Finn. Allerdings ist auch Fachwissen gefragt. „Man sollte schon ein gutes Auge für die einzelnen Vogelarten haben, sonst ist man schnell verloren“, erklärt der 23-Jährige. Auch für Langschläfer ist der Job nicht wirklich gut geeignet. „Häufig bin ich schon vor sieben Uhr hier am Deich“, fügt er hinzu.

Wenn Finn nicht gerade Vogelbestände überwacht, versucht er, in den Semesterferien Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Dann steht er mit weiteren Studierenden in Einkaufszentren und Fußgängerzonen und wirbt neue Fördermitglieder oder bittet um Spenden. Je nachdem, wie erfolgreich er ist, kann er dabei bis zu 1000 Euro im Monat verdienen. „Vom Vogelzählen allein könnte ich mein Studium nicht finanzieren. Aber das ist in Ordnung, denn mit Menschen zu reden, ist eine gute Abwechslung zur Ruhe auf dem Deich“, gibt Finn schmunzelnd zu.
Linktipp: http://www.nabu.de

Immer den Ballon im Visier

Ballonfahrt, Bild: Martin/DAAD
Ballonfahrt, Bild: Martin/DAAD
Ruhig ist Martins Nebenjob eher selten, da er die meiste Zeit auf der Straße verbringt. Der 27-jährige Student für Maschinenbau arbeitet als „Ballonverfolger“. Mit Funkgerät und Notfallausrüstung fährt er Heißluftballons hinterher und sammelt am Landepunkt Fluggerät und Passagiere wieder ein. „So gesehen bin ich für die Passagiere wichtiger, als der Ballonführer im Korb. Man muss sich nur vorstellen, der Ballon landet irgendwo außerhalb. Zu Fuß würde der Rückweg ewig dauern“, betont Martin grinsend. Besondere Vorkenntnisse musste er für seinen Job nicht vorweisen. „Ich sollte zeitlich flexibel sein und einen Autoführerschein haben“, berichtet er, „den Rest habe ich im Laufe der Zeit von meinen Kollegen gelernt. Die machen das schon ewig. Da bin ich ganz froh, dass immer jemand dabei ist.“

Martin ist begeistert von seinem Nebenjob, auch wenn er damit gerade einmal seine Studiengebühren von 700 Euro pro Semester abdecken kann. „Ich kenne Kommilitonen, die verdienen das Dreifache von dem, was ich bekomme. Die stehen dann aber auch monatelang an einem Fließband in einer Halle“, sagt Martin und fügt hinzu: „Ich bin dafür immer an der frischen Luft und kann den Sommer genießen. Und das ist doch viel schöner!“
Linktipp: http://www.ballonservice.de

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Mehr Nebenjobs:

Teil 5: Jobs im Advent
Teil 4: Jobs in der Stadt
Teil 3: Jobs an der Uni
Teil 2: Jobs im Verkehr
Teil 1: Jobs in der Natur

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