Grüne Studiengänge in Deutschland

Dich interessieren Themen wie Nachhaltigkeit, ökologischer Landbau oder Umweltschutz? Dann wäre ein Studium der Agrarwissenschaften vielleicht das Richtige für Dich.
von Katharina Mutz

Windrad, Bild: Hagenguth/DAAD
Windrad, Bild: Hagenguth/DAAD
Die Bio-Branche boomt. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Denn der Klimawandel und seine Folgen zwingen die Menschen zum Umdenken. Wenn Du selbst aktiv an einer ökologischen Wende mitarbeiten willst, dann gibt es in Deutschland eine Reihe von Studienmöglichkeiten für Dich: An vielen renommierten Universitäten kann man Agrarwissenschaft, Forstwissenschaft oder Ernährungswissenschaft studieren. Ausländische Studierende kommen zum Studium dieser Fächer gern nach Deutschland: 2009 studierten knapp 3800 Ausländer an Universitäten und Fachhochschulen eines der drei Fächer. Oft gibt es auch internationale Studiengänge, bei denen die Unterrichtssprache englisch ist.

Dass Deutschland als Studienort für diese Fächer beliebt ist, ist kein Wunder – schließlich ist die Bundesrepublik auf dem Gebiet erneuerbarer Technologien weltweit führend.

Tierzucht, Umweltschutz und Ernährung

Wald, Bild: Hagenguth/DAADWas aber lernt man zum Beispiel als Agrarwissenschaftler? Etwa, wie landwirtschaftliche Produktionsprozesse funktionieren und welche Auswirkungen sie auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt haben. Im Studium geht es aber auch um ganz konkrete Dinge wie Tierzucht und Tierhaltung, den Anbau von Pflanzen und die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Grundlagen der Betriebswirtschaft (BWL) gehören deshalb ebenso zum Stundenplan wie Fragen des Umweltmanagements. Eng mit den Agrarwissenschaften verwandt sind Studiengänge der Forstwirtschaft. Hier lernt man, das Ökosystem Wald zu schützen und seine Ressourcen schonend zu nutzen. Experten der Forstwirtschaft sind weltweit gefragt: Denn Wälder erfüllen viele wichtige Funktionen: Sie reinigen die Luft, schützen den Boden und bieten den verschiedensten Tieren einen Lebensraum. Besonders in Zeiten des Klimawandels ist es deshalb wichtig, sie zu erhalten.

Der Studiengang Ernährungswissenschaft („Ökotrophologie“) ist eher indirekt mit der Agrarwissenschaft verknüpft: Hier geht es um die Grundlagen menschlicher Ernährung. Als Ökotrophologe beschäftigt man sich zum Beispiel mit der Frage, wie wir in unserer Gesellschaft mit Lebensmitteln umgehen, wie wir sie produzieren, verarbeiten und vermarkten.

Bleibt zum Schluss die Frage: An welchen Universitäten kann man all diese interessanten Dinge lernen?

Internationale Studiengänge

Studierende bei der Arbeit, Bild: Wenzel
Studierende bei der Arbeit, Bild: Wenzel
Zum Beispiel an den Universitäten Göttingen und Kassel, die gemeinsam den englischsprachigen Studiengang „Sustainable International Agriculture“ anbieten. Als Student kann man sich hier auf einen von drei Bereichen spezialisieren. Zur Auswahl stehen: „International Agribusiness and Rural Development Economics“, „International Organic Agriculture“ und „Tropical Agriculture“. Der Studiengang, der mit dem „Master of Science“ abschließt, steht Studenten aus aller Welt offen, die einen Bachelor in Agrarwissenschaften, Ökologie, Ökonomie oder einem anderen verwandten Fach besitzen. Einen interessanten Master-Studiengang bietet auch die Universität Hohenheim in Stuttgart an: „Environmental Science – Soil, Water and Biodiversity“ heißt das Fach, in dem die Studierenden die Grundlagen des europäischen Umweltmanagements erlernen. Der Studiengang ist übrigens ein Kooperationsprojekt von vier europäischen Universitäten. Die Studierenden lernen an zwei dieser Universitäten und haben so die Möglichkeit, einen doppelten „Master of Science“ zu erwerben.

Natürlich gibt es nicht nur internationale Master-Studiengänge, die sich mit dem Thema Ökologie und erneuerbare Technologien beschäftigen.  Die Fachhochschule Eberswalde etwa bietet den Bachelor-Studiengang „International Forest Eco Management“ an. Absolventen dieses Fachs können später weltweit in Wald- und Naturschutzprojekten arbeiten.

Linktipp: Datenbank für International Programmes an deutschen Hochschulen

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