Gib mir ein "i": Wohnen im Uni-Center Köln

Arne zieht aus, Aida um und Mohsen will endlich einziehen. Alltag für Christoph Billstein, den Verwalter des größten Kölner Studentenwohnheims im „Uni-Center“ in Köln. Etwa 2 500 Menschen verteilen sich auf die 45 Etagen im Kern und die drei Flügel U, N und I. 378 davon sind Studierende, die gemeinsam das „I“ des „UNI-Centers“ bewohnen.

Markus auf seinem Balkon, Bild: Steuer/DAADGeheimes Apartment mit Domblick

In einem der größeren Apartments lebt auch Markus. Wo genau, hält er wenn möglich geheim, denn wenn er nicht gerade BWL an der nahe gelegenen Uni studiert, ist Christoph Billstein sein Boss. Seit vier Jahren arbeitet Markus als Verwaltungshelfer im Uni-Center, kümmert sich um die Probleme der Mieter, hilft Neuankömmlingen beim Start und winkt denen nach, die dem markanten Gebäude an der Luxemburger Straße den Rücken kehren. „Mein Job ist sehr vielseitig und vor allem praktisch“, merkt er an und grinst. „Wenn ich um zehn Uhr anfangen muss, reicht es, wenn ich eine halbe Stunde vorher aufstehe.“ Eine Aussage die ebenfalls auf seinen Weg zur Uni oder in die Innenstadt passen dürfte, denn besonders wegen seiner zentralen Lage ist das Uni-Center bei den Studierenden beliebt.

Dass er ab und zu auch in seiner Freizeit gerufen wird, um zugefallene Wohnungstüren aufzuschließen oder sich um einen Notfall zu kümmern, ist für Markus in Ordnung. Was nicht bedeutet, dass er rund um die Uhr im Einsatz wäre: „Auch ich habe irgendwann mal Feierabend. Deshalb wissen nur meine besten Freunde auf welcher Etage und in welchem Zimmer sie mich finden können“, betont der Heavy-Metal-Fan grinsend. Soviel sei an dieser Stelle verraten: Markus’ Balkon in schwindelerregender Höhe hat Domblick.

133 Meter hohe Sensation

Luftiger Ausblick, Bild: Steuer/DAADVerwalter Christoph Billstein kümmert der grandiose Ausblick von den oberen Etagen eher wenig. Wobei er sich noch an die Zeit erinnern kann, als an Stelle des 133 Meter hohen Wohnhauses eine riesige Baugrube alle Aufmerksamkeit auf sich zog. „Als Kind bin ich mit meinen Eltern zur Baustelle gefahren und habe Hochhaus geguckt“, erinnert er sich. Dessen Bau sei Anfang der 1970er eine Sensation gewesen.

Nach über zehn Jahren als Wohnheimverwalter ist das sensationelle Gefühl längst Alltagsroutine gewichen, denn im „I-Flügel“ herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Jeden Monat wechseln Zimmerschlüssel ihren Besitzer, doch so extrem, wie im August 2008 war es nie wieder: „Damals hatten wir auf einen Schlag 80 Auszüge“, erinnert sich Billstein, der anhand von Möbeldesign und Teppichfarbe mühelos das Alter der Einrichtung eines jeden Apartments bestimmen kann.

Video: Der Bau des Kölner Uni-Centers

Silberfisch-Alarm im Hochhaus

Uni-Center, Bild: Steuer/DAADGanz so weit reichen die Fähigkeiten von Helfer Markus nicht. Wobei die Zeit im Uni-Center an ihm nicht spurlos vorbei gegangen ist: „Man reagiert sensibler und entwickelt ein Fingerspitzengefühl für jede Situation“, ist der 25-Jährige überzeugt. Eine ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben: „Alarm! Alarm! Hier ist ein Silberfisch. Ich habe solche Angst, bitte helfen Sie schnell.“ Der dazugehörige „Hilferuf“ der betroffenen Studierenden hat den Weg an die Pinnwand im Büro gefunden – als Stimmungsaufheller an einem trüben Tag.

Linktipp: www.unicenterkoeln.de oder www.kstw.de

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